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Das Gespenst des Liberalismus geistert durch die Köpfe der Jugend

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Von weitem klingt die Trommel schön. Die Jugend, die sich vor dem politischen Unterdrückungsumfeld, Armut, Arbeitslosigkeit, unzureichender Bildung und Perspektivlosigkeit fürchtet, lässt sich von den Diskursen „liberaler“ Figuren einnehmen. Besonders auf X und YouTube stoßen „oppositionell“ wirkende Liberale auf großes Interesse.

Diesen Freunden zufolge werden die Probleme gelöst, wenn „Strukturreformen“ durchgeführt werden. Diejenigen, die sich weder als Volk noch als Staatsdiener an die Verfassung halten, werden zur Rechtsstaatlichkeit gezwungen, die Zinsen werden so sein, wie sie sein sollten, der Markt wird alles richten und der Tüchtige wird gewinnen... Es sind immer dieselben Märchen. Die Betrüger und die Betrogenen wechseln. Das Märchen bleibt gleich, und auch derjenige, der das Märchen erzählt, ist derselbe.

Den oppositionellen liberalen Freunden zufolge ist die wirtschaftliche Freiheit die Garantie für politische Freiheiten, und die politische Freiheit ist die Garantie für wirtschaftliche Freiheit. Natürlich ist mit Freiheiten die Freiheit des Kapitals gemeint. Über die Freiheit der Werktätigen spricht niemand.

Die oppositionellen liberalen Freunde verknüpfen mit einem geschickten Handgriff politische Freiheiten mit wirtschaftlichen Freiheiten. Dabei ist die politische Freiheit kein Thema, das Liberale von Nicht-Liberalen unterscheidet. Auch ein Sozialist kann sehr wohl politische Freiheit verteidigen. Doch was die Liberalen „wirtschaftliche Freiheit“ nennen, ist ein unmöglicher Traum.

Stellen Sie sich vor: Nehmen wir an, wir befinden uns in einem Land, in dem tatsächlich die Rechtsstaatlichkeit herrscht und zumindest anfangs ein freier Wettbewerb etabliert ist. Die Garantie für Rechtsstaatlichkeit und freien Wettbewerb sind ehrliche Bürokraten und ein organisiertes Volk. Doch wenn im freien Wettbewerb jemand wirklich gut im Wettbewerb ist, wird der freie Wettbewerb mit der Zeit erstickt. Jemand muss im Wettbewerb gut sein, und derjenige, der gut ist, vergrößert seinen Anteil. Das Kapital wird natürlich versuchen, seinen Anteil auf diesem Weg zu vergrößern. Alles andere wäre töricht. Das Kapital, das seinen Anteil vergrößert, versucht, ein Monopol zu werden.

Wer stellt sich nun laut den oppositionellen liberalen Freunden gegen die Monopolbildung? Der ehrliche Bürokrat und das organisierte Volk. Doch diese oppositionellen liberalen Freunde mögen das organisierte Volk nicht besonders. Denn Gewerkschafter organisieren sich, und durch Streiks wird das allgemeine Lohnniveau nach oben gezogen. Den oppositionellen liberalen Freunden zufolge ist das bedenklich. Denn das Ergebnis sei ein Anstieg des Mindestlohns. In diesem Fall nehmen Arbeitslosigkeit oder Schwarzarbeit zu. Es wird erwartet, dass ehrliche Bürokraten und das organisierte Volk die Schwarzarbeit verhindern. Aber was ist mit der Arbeitslosigkeit? Das ist ihrer Meinung nach die Schuld des organisierten Volkes. Folglich darf es in den Augen der oppositionellen liberalen Freunde kein organisiertes Volk geben. Denn Gewerkschaften schaden der Wirtschaft.

Als Garantie bleiben nur die ehrlichen Bürokraten übrig. Doch welche Macht hat ein ehrlicher Bürokrat gegenüber dem Kapital, das die Medien beherrscht, leicht Vereins- und Gruppenaktivitäten finanzieren kann und sogar durch die Finanzierung anderer Vereine Kontrolle ausübt sowie Politiker bestimmt? Auch der ehrliche Bürokrat versucht, seine Familie durchzubringen, verschuldet sich, hat Angst und duckt sich weg. Wer soll das Kapital stoppen, das sehr geschickt darin ist, Menschen zu verschulden, einzuschüchtern, mundtot zu machen, zu lynchen und lächerlich zu machen? Genau hier endet die Oppositionshaltung des oppositionellen liberalen Freundes. Er hat sein Geld bekommen. Für ihn ist die Moral der Menschen schuld. Es ist leicht für Menschen, die nicht mit Schulden und Angst geprüft wurden, die Moral der verschuldeten, verängstigten und eingeschüchterten Menschen zu kritisieren. Versuchen Sie es doch mal, meine Herren! Versuchen Sie, in diesem System ein ehrlicher Bürokrat zu sein.

Meine jungen Geschwister, all das haben wir bereits erlebt. In diesem Land gab es einst eine gemeinwohlorientierte Wirtschaft. Wir wurden satt, wir gingen zur Schule, wir wurden in Krankenhäusern behandelt. Auch wenn es holprig war, konnten wir leben. Aber wir konnten Menschen bleiben.

Ertem Eğilmez hat das Durchdrehen des ehrlichen Buchhalters erzählt. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie es sich an. Die Widerstandskraft eines ehrlichen Bürokraten gegen die Tricks und Bestechungen des Kapitals ist begrenzt. Belügen wir uns nicht selbst: Druck, Gewalt, Betrug und Bestechung sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Ich küsse meine Geschwister, die sich in liberal-demokratische Träumereien verlieren, auf die Augen. Wie süß sie doch schlafen!