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Medusas Floß und 'DIE ANDEREN'

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Gestern war der 9. Mai. Das bedeutet, der Sieg wurde vor 80 Jahren errungen. Vor 80 Jahren stoppte die Menschheit die Armeen der Finsternis. Vor 80 Jahren erwachte die Menschheit – bestehend aus Reichen, Arbeitern, Gefangenen, Mördern und Unterdrückten, die alle auf dasselbe Schiff gezwungen worden waren – aus dem Albtraum des Faschismus.

Wenn große Stürme aufziehen, suchen die Menschen nach einem Hafen, in dem sie Schutz finden können, oder nach einem Kapitän, der vertrauenswürdig erscheint. Manchmal ist dieser Kapitän ein exzentrischer Charakter, der den außergewöhnlichen Umständen entspricht. Erinnern wir uns an das Alte Testament: Die jüdischen Gelehrten suchten gegen Goliath (Celut) keinen weisen, besonnenen Anführer, sondern einen draufgängerischen, mutigen und entschlossenen. Dieser Anführer wurde gefunden: David. David besiegte Goliath.

Die hochgebildete, produktive und „intelligente“ deutsche Elite geriet nach dem Ersten Weltkrieg angesichts der Krise, die Deutschland in Stücke riss und zum Einsturz brachte, in Panik. Zudem drohte der Verlust ihres „Elitestatus“. Aus dem Osten war ein Licht aufgegangen. Die Kommunisten standen kurz davor, Deutschland zu übernehmen. Das gesuchte Heilmittel wurde gefunden. Der Nationalsozialismus stieg rasant auf. Die Eliten hatten mit dem Feuer gespielt. Letztendlich kapitulierte der Nationalsozialismus am 9. Mai 1945 vollständig, als die sowjetischen Armeen in Berlin einmarschierten. Der „draufgängerische“ Kapitän der Eliten, der alle auf dasselbe Schiff gezwungen hatte, schoss sich in dem Loch, in dem er sich verkrochen hatte, in den Kopf.

Unsere Freunde hatten uns eingeladen, die Dokumentation Medusas Floß (Medusa'nın Salı) anzusehen, die mit großer Sorgfalt vorbereitet wurde und Millionen von Zuschauern erreicht. Am 9. Mai 2025 versammelten wir uns in Ankara im Kült Sahnesi – wir Freunde, die die Lüge, dass „wir alle im selben Boot sitzen“, nicht schlucken. Wir trafen uns zur Premiere der 7. und letzten Folge der ersten Staffel von Medusas Floß. Die Lichter gingen aus und wir sahen die finale Episode.

Gökhan Kazbek, Chefredakteur von SoL tv und Mitglied des Dokumentationsteams, hielt eine kurze Rede. Er sprach über den Entstehungsprozess der Dokumentation, die Schwierigkeiten und die technischen Herausforderungen. Er kündigte an, dass wir auf die neue Staffel bis 2026 warten müssen.

Das Dokumentationsteam, das durch das Durchforsten von Archiven tief in die Vergangenheit eingetaucht ist, hat es uns ermöglicht, die Jahre, die wir alle erlebt haben, diesmal abseits des „Trubels“ des Tagesgeschehens, strukturiert und anhand eines einzigen Themas zu begreifen. Medusas Floß legt offen, dass wir eben nicht „alle im selben Boot sitzen“ und zeigt die wahnsinnigen Methoden auf, zu denen die Bosse, die diese Lüge Tag und Nacht verbreiten, greifen, wenn der Sturm losbricht.

Lassen Sie uns die Situation noch einmal klarer darlegen. Die Bosse präsentieren uns den Ausbruch des Sturms immer als wirtschaftlichen Engpass, als nationalen oder internationalen Terror. Natürlich sind all das Stürme. Aber wir übersehen etwas. Das sind nicht die Stürme, die die Bosse fürchten. Für die Bosse ist der Sturm die „verrückte Lösung“ des Volkes, das mit diesen Schwierigkeiten konfrontiert ist. Der wahre Sturm ist die Macht der Arbeiter, die erkennen, dass sie nicht im selben Boot sitzen. Wenn dieser Sturm losbricht,

„Bläst Israfil in die Posaune und die Geschöpfe verharren an ihrem Ort

Der Puls der Erde beginnt in [Ihren] Pulsen zu schlagen“ und „Sie stützen ihre schweren Hände auf die Erde und richten sich auf“

Das ist der wahre Weltuntergang. Für die Bosse sind „Die Anderen“ der Sturm.

Schauen Sie sich Medusas Floß an und sorgen Sie dafür, dass es gesehen wird. Möge das Vergessene erinnert, das Unbemerkte bemerkt werden und möge Israfils Lunge Kraft finden.