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Reise nach Deutschland mit 600 Freunden unter dem Vorwand des Fußballs

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In den sozialen Medien kursieren Zahlen darüber, wie viele kostenlose Gäste die Fußballverbände verschiedener Länder zur Europameisterschaft in Deutschland eingeladen haben:

Frankreich hat 27 Personen mitgenommen, die Schweiz 14, Spanien 40 und Portugal 33. Das korrekteste Vorgehen zeigt England: Sie haben keine kostenlosen Gäste akzeptiert und nur die Mannschaft mitgenommen. Unsere Leute hingegen haben 613 Personen kostenlos mitgenommen und bewirten sie nun.

Das überrascht mich überhaupt nicht.

Der Fußballverband hat schon vor dieser Meisterschaft zu jedem Turnier hunderte Leute mitgenommen.

Es ging sogar so weit, dass wir vor Jahren, als die Sabah-Gruppe, für die ich arbeitete, die Übertragungsrechte für die Spiele erwarb, in die Schweiz reisten. Auch dort hatte der Fußballverband hunderte solcher Gäste dabei. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Staatsanwälte, Polizeichefs und hochrangige Staatsbeamte, aber auch der FETÖ-Staatsanwalt Zekeriya Öz war, vermutlich mit seiner Familie, dabei. Der Verband hatte alle Kosten dieser Gäste übernommen, inklusive der Unterbringung in Fünf-Sterne-Luxushotels mit Hummer-Menüs – einfach alles.

Leider machen sie das immer wieder, und niemand hält sie auf.

Finanzminister Mehmet Şimşek droht jemandem, der am Rande eines Berges für ein paar Groschen Ayran verkauft, mit den Worten: "Wenn du deine Steuern nicht zahlst, verhänge ich eine Strafe." Aber zum Fußballverband sagt er nicht – und kann er nicht sagen: "Mein Freund, mit wessen Geld und mit welcher Befugnis ladet ihr 613 Leute ein?"

Die Verschwendung öffentlicher Gelder ist die größte Schwäche der Türkei.

Neulich erzählte mir jemand, der sich auskennt, die Geschichte des Hafens von Çandarlı:

Der Bau des Hafens von Çandarlı in Izmir dauert nun schon vielleicht 20 Jahre. Zuerst ließen sie die Chinesen Pfähle rammen, die ließen die Arbeit unvollendet und gingen. Dann riefen sie die Japaner. Während die Japaner arbeiteten, sackten die von den Chinesen gerammten Pfähle ab. Als die Japaner das sahen, legten sie die Arbeit nieder und gingen. Jetzt liegt der Hafen einfach brach, weil zuerst die von den Chinesen gerammten Pfähle und der Beton darüber entfernt werden müssten. Dafür reicht das Geld natürlich nicht – wir sprechen hier von einem 1,5 Kilometer langen Kai.

Ich habe im Internet ein wenig recherchiert: Stand 2024 ist der Status des Hafens von Çandarlı wie folgt: Es gab keine interessierten Betreiber für die zuvor ausgeschriebenen Ausschreibungen, es wurden keine neuen Ausschreibungen gestartet, der Hafen ist nicht fertiggestellt, wurde nie gewartet und hat keine neuen Investitionen erhalten. Übrigens gibt es auch Behauptungen, dass der Name der berüchtigten 'Fünfer-Bande' (Beşli Çete) in den Hafenbau verwickelt ist.

Letztendlich ist das ausgegebene Geld – Milliarden – einfach in den Wind geschossen worden. Der Hafen steht leer da; gehen Sie dort angeln, denn da niemand kommt oder geht, gibt es dort reichlich Fisch.

Genau wie die unüberlegt gebauten, leeren Flughäfen, auf denen keine Flugzeuge landen.

Genau wie die mit öffentlichen Geldern eröffnete Formel-1-Strecke, die seit Jahren nutzlos ist.

Genau wie die Start- und Landebahnen des Atatürk-Flughafens, auf denen jetzt nur noch leere Tennisplätze stehen, die man nur zum Bogenschießen nutzen kann.

Doch während all das geschieht, müsste man da nicht zur Rechenschaft ziehen? Gibt es niemanden, der für diese Dinge verantwortlich ist? Wo ist die Justiz, wo sind die Inspektoren, die prüfenden Institutionen, die Verantwortlichen?

Alle sind verschwunden, denn unsere öffentlichen Verwalter beschäftigen sich lieber mit der Kleidung von Abiturientinnen.

Einst sollte der Hafen von Çandarlı eines der größten Projekte der Bürgermeisterkandidatur der Regierungspartei in Izmir werden. Warum kümmert sich niemand darum? Im Gegenteil, es wird darüber gesprochen, dass genau diese Namen in Izmir und Dikili Buchten für sich beanspruchen.

Wenn in einem Land öffentliche Gelder derart verschwendet werden, kann das Land dann jemals auf einen grünen Zweig kommen?

Nein.

Wer kommt auf einen grünen Zweig? England, das nicht eine einzige Person mit öffentlichen Geldern kostenlos zu einer Fußballmeisterschaft einlädt.

Deshalb wird die zivilisierte Welt von den Engländern und der englischen Kultur geführt.

Der Rest wird, um nicht unhöflich zu sein, als "Entwicklungsländer" bezeichnet, aber sie alle krebsen nur vor sich hin.