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Die Globalisierung liegt im Koma

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Das Phänomen der Globalisierung war die bedeutendste Entwicklung, die die Welt seit Beginn der 1980er Jahre erlebt hat. Mit dem Globalisierungsprozess wurden die Grundsteine für eine neue internationale Wirtschaftsordnung gelegt, und es wurde versucht, die freie Marktwirtschaft auf internationaler Ebene zu etablieren. In diesem Zusammenhang wurden protektionistische Maßnahmen und staatliche Eingriffe in Industrie, Handel, Banken- und Finanzsektor beendet. Ziel war es, bestehende öffentliche Einrichtungen und Unternehmen durch rasche Privatisierung und Liquidation zu veräußern, Sozialausgaben zu kürzen, individuelle Lösungen zu fördern und durch die Beseitigung aller Hindernisse für den Waren- und Dienstleistungssektor eine vollständige Freiheit zu gewährleisten.

Diese Ära markierte zugleich einen Prozess, in dem sich die Marktkräfte der Kontrolle der Nationalstaaten entzogen und zu einem Marktmechanismus wurden, der die Wirtschaft auf internationaler Ebene steuert und formt. Infolgedessen sind die nationalen Volkswirtschaften anfälliger und krisenanfälliger geworden. Viele Länder, darunter auch unser Land, waren von dieser Situation betroffen.

Der Globalisierungsprozess hat die wirtschaftliche Rolle und die Funktionen des Staates im öffentlichen Sektor neu hinterfragt. In diesem Rahmen führten wirtschaftliche Krisen in entwickelten und aufstrebenden Ländern, der rasche Wandel und die Entwicklung ökonomischer Doktrinen sowie schnelle politische Entwicklungen zwischen den Staaten zu Veränderungen und Umstrukturierungen im öffentlichen Sektor. Die Funktion des Staates wurde entsprechend dem Volumen und der Zusammensetzung der öffentlichen Einnahmen und Ausgaben, den grundlegenden Variablen der öffentlichen Wirtschaft, neu geordnet. Diese Anpassungen erfolgten im Rahmen der neo-liberalen Transformation, die sich seit den 1980er Jahren weltweit vollzog.

Unter der Führung von IWF und Weltbank begann sich das neo-liberale Denken durch die seit den 1980er Jahren angewandten strukturellen Anpassungspolitiken zu institutionalisieren. Mit der Globalisierung wurde das Ziel verfolgt, den Staat zu verkleinern, öffentliche Ausgaben zu senken und letztlich den Sozialstaat abzuschaffen.

Dabei zeigen die Entwicklungen, die durch die Globalisierung weltweit und in der Türkei stattgefunden haben, dass ein Sozialstaat heute notwendiger ist als je zuvor.

In diesem Prozess hat sich die Einkommensverteilung sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene kontinuierlich zu Lasten der Geringverdiener verschlechtert. Die Umwelt- und Lebensqualität sind gesunken. Finanzkrisen haben durch den Ansteckungseffekt das soziale Leben in allen Ländern negativ beeinflusst. Zudem bleibt die Behauptung, dass der Sozialstaat durch sogenannte Nichtregierungsorganisationen ersetzt werden könne, eine Utopie.

In einer nationalen und geplanten Entwicklungsökonomie wird wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung als der Anstieg des realen Bruttosozialprodukts in einem bestimmten Zeitraum verstanden, kurz gesagt als eine Steigerung des Lebensstandards (Wohlstandszuwachs).

In einer nationalen, geplanten Entwicklungsökonomie sind die Vermeidung von Armut und Arbeitslosigkeit sowie die Verwirklichung von sozialer Sicherheit und Gerechtigkeit Grundvoraussetzungen.

Der Weg zur Erreichung unserer Ziele ist nur durch eine ausgewogene und gerechte Verteilung sowie Umverteilung des Volkseinkommens möglich.

Um Arbeitslosigkeit und Armut zu verhindern, Preisstabilität zu gewährleisten und zu schützen sowie die notwendigen Mittel zur Verringerung wirtschaftlicher und sozialer Einkommensunterschiede bereitzustellen, muss eine Reform der nationalen geplanten Wirtschaft unbedingt im Einklang mit dem Verständnis eines Sozial- und Wohlfahrtsstaates durchgeführt werden.

Prof. Dr. Duran BÜLBÜL