Die türkische Politik steht an einem Scheideweg: auf der einen Seite diejenigen, die für Gerechtigkeit eintreten, und auf der anderen Seite diejenigen, die Diebstahl oder Korruption unterstützen. Wenn Sie sich wünschen, dass jemand geht, Ihre Wahl aber auf diejenigen fällt, die Korruption und Diebstahl begehen, dann ist die Gerechtigkeit am Ende. In diesem Fall können Sie nicht mehr von Menschenrechten, Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit sprechen.
Eine 103 Jahre alte Partei hat weder die Partei noch die Republik Türkei mit Leuten gegründet, die bei der Staatsgründung stahlen oder korrupt waren. Mustafa Kemal Atatürk hat, weit davon entfernt, Korruption zu dulden, sogar bei bloßem Verdacht seine Minister und Abgeordneten vor den Obersten Gerichtshof (Yüce Divan) gebracht. Sie hingegen hätten diejenigen, die Diebstahl begehen oder darin verwickelt sind, anständig und sofort ausschließen müssen.
Mein Verstand ist manchmal sehr verwirrt. Muss ein Manifest, um in der Partei zu bleiben und aufzusteigen, etwa beinhalten, dass man Diebstahl und Korruption begeht, Staatsressourcen verschleudert, die Rechte der Armen raubt, die von den Armen gezahlten Steuern in die eigene Klüngel- und Korruptionsbande umleitet und unter dem Vorwand, die Kinder der Armen einzustellen, unmoralische Dinge tut? Man soll alles, was für ethische Werte steht, durch Unmoral als Lebensstil in der Politik ersetzen. Wenn der Posten weg ist: Haben Sie sich jemals an diese Werte im Namen von Moral, Glauben, Gerechtigkeit und Recht erinnert?
Sie werden lange Zeit auf kryptische Weise mit den problematischen Strukturen dieses Landes verflochten sein. Sie werden vom Imperialismus Hilfe erwarten und die intimen Werte des Landes an diese Blutsauger verkaufen. Und dann werden Sie sagen: „Die haben mich verheizt.“ Lassen Sie das. Treten Sie anständig vor und legen Sie offen, welches Vermögen Sie, Ihre Familie, Ihr Fahrer, Ihr Dienstpersonal, Ihre Freunde sowie Ihre Verwandten ersten und zweiten Grades – ob durch Blut oder Heirat – besitzen. Das Volk soll sehen, welches Vermögen Sie vor Ihrem Eintritt in die Politik und während Ihrer politischen Laufbahn hatten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn die Frage „Gerechtigkeit oder Korruption?“ gestellt wird, repräsentiert Gerechtigkeit die Rechtsstaatlichkeit, die Gleichbehandlung und das öffentliche Wohl, während Korruption den Missbrauch öffentlicher Ressourcen, die Erlangung unrechtmäßiger Vorteile und die Zerstörung des Vertrauens in Regeln bedeutet.
Daher ist Gerechtigkeit das unverzichtbare Prinzip, das im Hinblick auf Werte und demokratische Regierungsführung gewählt werden muss. Korruption hingegen ist ein Phänomen, das die wirtschaftliche, politische und soziale Struktur von Gesellschaften schädigt. Dass in unserem Land diejenigen bevorzugt werden, die korrupt sind, hat sicherlich eine soziologische Erklärung. Die wichtigsten Gründe dafür sind: Ein Teil der Wähler gewichtet Identitätsmerkmale wie Partei, Ideologie und soziales Umfeld höher als Korruptionsvorwürfe, oder sie glauben, die Parteiführung gut zu kennen, und stufen Korruption oder Korruptionsvorwürfe als zweitrangig ein. Zudem könnten sie die Vorwürfe für politisch motiviert halten.
In demokratischen Systemen gelten Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und Rechtsstaatlichkeit als Grundwerte. In unserem Land orientiert sich das Verhalten von Parteien oder Wählern jedoch nicht an diesen Prinzipien. Vielmehr werden unterschiedliche Werte und Interessen gemeinsam abgewogen, um eine Wahl zu treffen. Deshalb erleben wir in unserem Land in letzter Zeit Situationen, in denen die Menschen eher diejenigen bevorzugen, die korrupt sind, anstatt diejenigen, die Gerechtigkeit verteidigen.
Abschließend lässt sich sagen: Die Werte, die einen Staat gerecht machen, machen auch den Menschen gerecht. Politik wird mit Tugend betrieben. Alles Gold auf und unter der Erde kann den Preis der Tugend nicht aufwiegen. Die höchste Tugend ist die Gerechtigkeit. Gerechtigkeit hält nicht nur eine Partei, sondern den Staat aufrecht.
Prof. Dr. Duran BÜLBÜL
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