Das mittelfristige Programm (OVP) für den Zeitraum 2025-2027 und der Haushalt 2025 erheben den Anspruch, einen Fahrplan für die Wirtschaftsplanung zu bieten. Doch diese Planung fällt ebenso sehr durch ihre unerfüllten Versprechen auf wie durch ihre hoffnungsvollen Ziele. Das von der Strategie- und Haushaltsdirektion des Präsidialamtes sowie dem Ministerium für Schatz und Finanzen erstellte Strategiepapier stellt zwar Ziele wie wirtschaftliche Stabilität und nachhaltiges Wachstum in den Vordergrund, vermeidet es jedoch, sich mit einigen Realitäten auseinanderzusetzen.
IST DAS ZIEL EINES NACHHALTIGEN WACHSTUMS REALISTISCH?
Das OVP enthält langfristige Ziele, insbesondere die Senkung der Inflation auf einstellige Werte, den Übergang zu einer grünen und digitalen Wirtschaft sowie die Steigerung der Kapazitäten für Forschung, Entwicklung und Innovation. Die Leistung und die Daten des vergangenen Jahres lassen jedoch daran zweifeln, wie realistisch diese Ziele sind. So wich beispielsweise die für 2024 angestrebte Wachstumsrate von 4,5 % von der prognostizierten tatsächlichen Entwicklung von 3,5 % ab. Sparmaßnahmen und Haushaltseinnahmen übertrafen ebenfalls die Erwartungen und führten zu einer zusätzlichen Belastung.
STEUERN UND VERSCHULDUNG: HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE BEVÖLKERUNG
Dass für den Haushalt 2025 eine Verschuldung von 37 % vorgesehen ist, bedeutet, dass diese durch Steuern finanziert werden muss. Das heißt, auf die Bevölkerung kommen hohe Steuern und Preissteigerungen zu. Zudem deutet die Tatsache, dass der Betrag der im Jahr 2025 entgangenen Steuereinnahmen 32,8 % der Gesamteinnahmen entspricht, auf einen erheblichen Einnahmeverlust bei der öffentlichen Finanzierung hin. Der Aufwärtstrend bei den Zinsausgaben ist eine weitere Facette des wirtschaftlichen Drucks.
ARBEITSLOSIGKEIT UND VERARMUNG DAUERN AN
Es wird prognostiziert, dass die Arbeitslosenquote in der kommenden Periode auf ein Niveau von 9,6 % steigen wird. Dies zeichnet ein Bild, in dem sich das Wirtschaftswachstum nicht gleichmäßig auf die Gesellschaft verteilt. Ungleichheiten bei der Einkommensverteilung und Armut, gepaart mit der Inflation, erschweren den Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten zusätzlich.
FAZIT: ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT
Obwohl das OVP 2025-2027 voller strategischer und langfristiger Ziele steckt, wecken die tatsächlichen Zahlen der vergangenen Jahre Zweifel daran, wie viel davon tatsächlich umgesetzt werden kann. Der Versuch, die Inflation allein durch eine Drosselung der Nachfrage und Zinserhöhungen in den Griff zu bekommen, erscheint als eine Methode, die weit davon entfernt ist, ein wirtschaftliches Gleichgewicht unter Wahrung der Realeinkommen der Bevölkerung zu erreichen. Daher ist die Einführung gerechterer und realistischerer Maßnahmen unumgänglich. Ein System, in dem wirtschaftliche Stabilität nicht mit dem Wohlstand der Bevölkerung einhergeht, kann langfristig nicht nachhaltig sein.
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