Betrachtet man die Finanzgeschichte, so trägt der Grundsatz „Keine Besteuerung ohne Repräsentation“ eine historische Bedeutung. Steuern, die einst willkürlich erhoben wurden, führten nach einiger Zeit zu Aufständen und Widerstand in der Bevölkerung. Die Menschen forderten, dass Steuern nur dann gerecht und legitim seien, wenn sie mit der Erlaubnis und Zustimmung des Parlaments, das das Volk vertritt, erhoben werden, und kämpften für dieses Recht.
Mit dem Sturz der absoluten Monarchien wurde die Steuerbefugnis aus den Händen des Königs genommen und zunächst – wenn auch nur teilweise – den Parlamenten übertragen. Tatsächlich war die Übertragung der Steuerbefugnis auf die Parlamente auch der Beginn des Kampfes für Demokratie, und es setzte sich die Erkenntnis durch, dass Steuern nur mit der Erlaubnis und Zustimmung der Volksvertreter erhoben werden dürfen.
Eigentlich ist die Geschichte der Besteuerung eine Geschichte der Demokratie.
Die Magna Carta, die 1215 in England von den Lehnsherren gegen den König proklamiert wurde, gilt als die erste Freiheitsurkunde. Dieses Recht wurde mit der Bill of Rights von 1689 auf alle Einnahmen und Ausgaben des Staates ausgeweitet.
Das grundlegende Problem vieler Länder, auch unseres eigenen, ist ein mangelndes Steuerbewusstsein und eine geringe Steuermoral.
Jede Lira, die dem Staat durch Steuerhinterziehung entzogen wird, hindert die Bürger daran, in einem besseren Land zu leben, sich in besseren Krankenhäusern behandeln zu lassen, bessere Schulen zu besuchen und von besseren Wohlstandsbedingungen zu profitieren.
Hierbei ist neben dem Prinzip „Keine Besteuerung ohne Repräsentation“ auch der Grundsatz „Keine Ausgaben ohne Besteuerung“ zu beachten.
Das heute wichtigste Problem ist das Verständnis von „Steuern einnehmen, Schulden machen“ oder „Steuern einnehmen, Stimmen kaufen“, was eine der Hauptursachen für wirtschaftliche Probleme darstellt. Ein weiterer Grund ist, dass Parlamente oder politische Regierungen die Befugnis haben, Ausgaben zu tätigen, ohne diese durch Steuern zu decken.
Ausgaben zu tätigen, ohne Steuern zu erheben, bedeutet, dass der Staat das durch das Steuerdefizit entstandene Finanzierungsloch durch Kreditaufnahme oder das Drucken von Geld schließt. Dies erhöht die Zinslast. Dies wiederum führt zum Verlust von Haushaltsdisziplin und fiskalischer Verantwortung.
Ausgaben ohne entsprechende Besteuerung zu tätigen, untergräbt die finanzielle und monetäre Disziplin. Aus diesem Grund sollten die Befugnisse der Regierungen in Bezug auf Geld- und Finanzpolitik verfassungsrechtlich eingeschränkt werden. Besteuerung ist in gewisser Weise ein Souveränitätsrecht. Es ist ein legitimes Recht des Staates, diese Befugnis im Namen des Volkes auszuüben. Dies muss jedoch in einen verfassungsrechtlichen Rahmen eingebettet sein und darf nicht unbegrenzt sein. Steuern, die ohne die Zustimmung der Bürger erhoben werden, mögen zwar auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen, ihre Legitimität ist jedoch fragwürdig.
Deshalb sind Steuern das Morgen, das Heute und die Zukunft eines Landes. Wenn wir das Heute schützen und das Morgen sowie die Zukunft sichern wollen, müssen die erhobenen Steuern ihrem sozialen und wirtschaftlichen Zweck entsprechend ausgegeben werden, und die Bürger müssen ihr Steuerbewusstsein hochhalten, um ihre Steuern korrekt und fristgerecht zu zahlen.
Die Erhebung übermäßig hoher Steuern und der Missbrauch der Steuerbefugnis machen den Widerstand der Bevölkerung gegen Steuern legitim. Wo Steuern wachsen, kann auch Demokratie wachsen. Zu hohe Steuern zu erheben, aber auch Steuern nicht rechtzeitig und korrekt zu zahlen, ist Diebstahl.
Wenn wir wollen, dass die Freiheit herrscht und die Demokratie an der Macht ist, dann müssen wir bedenken: Die Geschichte der Besteuerung ist die Geschichte der Freiheit. Die Geschichte der Besteuerung ist die Geschichte der Demokratie. Duran Bülbül
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