Auch das haben wir nicht hinbekommen.
Betriebe, die die Servicegebühr von 10 Prozent auf 20 Prozent anhoben, haben am Ende mehr verloren als gewonnen.
Als die Beschwerden über die Servicegebühr zunahmen, sah die Regierung die Lösung darin, sie abzuschaffen.
Ab sofort wird keine Servicegebühr mehr erhoben, jeder kann so viel Trinkgeld geben, wie er möchte.
Auch das hat nicht funktioniert.
Der Kunde, der sich ohnehin schon übervorteilt fühlte, hatte nun ein Druckmittel in der Hand.
Der Kunde, der sich über die hohen Preise beschwert, bezahlt zwar die Rechnung, stellt sich aber beim Trinkgeld dumm und gibt keines mehr.
Die Lebensgrundlage von Kellnern besteht aus Gehalt und Trinkgeld.
In dieser Situation kam es zu einem erheblichen Rückgang des Einkommens der Kellner, die kein Trinkgeld mehr erhielten.
Einige Betriebe haben entweder die Preise ihrer Produkte zusätzlich erhöht und dies an die Kellner verteilt, oder der Chef hat Verantwortung übernommen und das Trinkgeld aus eigener Tasche gezahlt.
Aber wie lange sollte das gut gehen?
Für dieses Problem muss eine dauerhafte Lösung gefunden werden.
Die einzige Lösung besteht darin, 10 Prozent Trinkgeld auf die Rechnungen aufzuschlagen und diese 10 Prozent steuerfrei an die Kellner auszuzahlen.
In unserem Land gibt es 5 Millionen 300 Tausend Staatsbedienstete.
Wer stellt nach den Staatsbediensteten die größte Bevölkerungsgruppe? Die Kellner.
Die Zahl der Kellner in unserem Land liegt bei über 2 Millionen.
Kellner ist der meistgesuchte Beruf.
Derzeit werden über 300 Tausend Kellner gesucht.
Die Sommerferien stehen vor der Tür.
Der Kellnermangel wird noch weiter zunehmen.
Nach den Kellnern arbeiten in unserem Land die meisten Menschen im Bausektor. 1 Million 800 Tausend.
Dahinter folgt der Textilsektor mit 1 Million 300 Tausend.
Im Automobilsektor sind ebenfalls 600 Tausend Menschen beschäftigt.
Wie Sie sehen, liegt die Arbeitskraft des Landes in den Händen der Kellner.
Das ist kein Thema, das die Regierung einfach ignorieren kann.
Es ist längst an der Zeit, dass das Handelsministerium sowie das Ministerium für Kultur und Tourismus sich detailliert mit diesem Thema befassen und es lösen.
In einem Monat beginnt die Tourismussaison.
In den Großstädten häufen sich die Kündigungen von Kellnern.
Das Problem ist groß, aber die Lösung ist ebenso einfach.
Faik Erdemli
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