Finden Sie es normal, dass bei einem Restaurantbesuch eine Servicegebühr von 20 Prozent auf die Rechnung aufgeschlagen wird?
Trinkgeld zu geben ist eine Frage der Höflichkeit, es ist eine Kultur.
Trinkgeld ist seit jeher eine freiwillige Anerkennung für eine erhaltene Dienstleistung.
Niemand schreibt Ihnen vor, wie viel Sie geben sollen, und das sollte auch niemand tun.
Egal, wo auf der Welt Sie essen, Sie entscheiden selbst über die Höhe des Trinkgelds.
Ich habe einen schönen Abend im Sunset verbracht, einem der luxuriösesten und für seine Aussicht berühmtesten Restaurants in Istanbul.
Wer im Sunset essen geht, ist mit den dortigen Preisen bereits vertraut. Man weiß, welche Rechnung am Ende des Essens auf einen zukommt.
Doch dass eine Servicegebühr von 20 Prozent erhoben wird, erfährt man erst, wenn die Rechnung vor einem liegt.
Überall auf der Welt variiert die Servicepauschale, die man am Ende des Essens zahlt, zwischen 5 und 20 Prozent.
Sie entscheiden selbst über die Höhe der Servicegebühr. Sie können 5 Prozent geben oder auch 20 Prozent.
Sie können aber auch gar nichts geben.
In unserem Land, allen voran in Istanbul und in den Urlaubsregionen, ist es mittlerweile zur Mode geworden, der Rechnung direkt eine Servicegebühr hinzuzufügen.
An 10 Prozent sind wir gewöhnt, aber 20 Prozent Servicegebühr zu zahlen, ist nichts anderes als Abzocke.
Im Sunset kostet ein Essen für vier Personen mit Vorspeise, Hauptgang, Dessert und einer Flasche Wein 40.000 TL.
Finden Sie es nicht auch etwas übertrieben, auf diese Rechnung zusätzlich 8.000 TL als 20-prozentige Servicegebühr zu zahlen?
Und was soll obendrein die Gedeckgebühr von 250 TL pro Person, also insgesamt 1.000 TL für vier Personen?
Selbst Nusr’et, das oft in der Kritik steht, erhebt nur 5 Prozent Servicegebühr.
Wenn Sie mich fragen, halte ich auch das für falsch.
Eine Servicegebühr von 5 Prozent ist ein sehr niedriger Satz.
Wer die 5 Prozent auf der Rechnung sieht, möchte kein zusätzliches Trinkgeld mehr geben, da er davon ausgeht, dass die Servicegebühr bereits enthalten ist.
Damit schadet man letztlich auch dem Servicepersonal, da dieses System das Trinkgeld untergräbt.
Übrigens ist der Gast nicht verpflichtet, ein obligatorisches Trinkgeld zu zahlen.
Selbst wenn es auf der Speisekarte oder am Eingang steht, ist diese Gebühr rechtlich nicht bindend.
Die ganze Welt sagt mittlerweile, dass wir mit diesen Preisen das teuerste Land der Welt geworden sind.
WIR SIND SELBST FÜR REICHE ARABER ZU EINEM TEUREN LAND GEWORDEN
Mit diesen Preisen ist die Türkei teurer geworden als New York, London oder Tokio.
Selbst arabische Touristen kommen nicht mehr in unser Land, weil sie es für zu teuer halten.
Europäische Touristen haben sich ohnehin schon längst von unserem Land abgewendet.
Die Gerichte, die wir in den wenigen Luxusrestaurants Istanbuls essen, kosten bereits das Doppelte der Preise in erstklassigen Restaurants weltweit.
Auch türkische Kunden meiden mittlerweile viele Luxusrestaurants.
Nun ist der Punkt erreicht, an dem wir mit diesen Preisen auch die ausländischen Gäste vergraulen.
GIBT ES KEINE KONTROLLEN?
Ein Wort auch an das Tourismusministerium.
Gibt es wirklich keinen Kontrollmechanismus?
Sind diese Preise und die als Servicegebühr erhobenen Beträge Ihrer Meinung nach gerechtfertigt?
Die Nachrichten von den Küsten deuten darauf hin, dass die Tourismussaison nicht gut begonnen hat.
Sollen wir, wie alle sagen, einfach nur sagen: „Das haben sie verdient“? Oder werden Sie als Tourismusministerium dieser Entwicklung Einhalt gebieten?
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Junges Paar stirbt bei Absturz mit Geländewagen 15 Meter in die Tiefe
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Warnung vor dem Risiko von Haarausfall bei GLP-1-Medikamenten
Die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters, die die CHP gewonnen hatte, wird ab der dritten Runde wiederholt
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu