Es gibt Leben, die nicht nur an ihren Erfolgen gemessen werden, sondern an den Spuren, die sie hinterlassen. Das Leben von Atay Aktuğ ist genau eine solche Geschichte.
Er war eine Persönlichkeit, die in verschiedenen Bereichen Spuren hinterlassen hat, die für viele in der Türkei nur schwer zu erreichen sind: Architekt, Bürgermeister, Fußballspieler und Vereinspräsident.
Es ist nicht einfach, all diese Titel, von denen jeder für sich genommen eine lebenslange Karriere darstellen könnte, in einem einzigen Leben zu vereinen. Doch das ist nicht der eigentliche Punkt.
Der eigentliche Punkt ist, dass ein Leben mit einem solch weitreichenden Macht- und Einflussbereich vollendet werden konnte, ohne dass auch nur ein einziger Schatten darauf fiel.
Das Bild, an das die Öffentlichkeit in der Türkei leider gewöhnt ist, sieht anders aus.
Macht bringt oft Kontroversen mit sich; Ämter sind häufig von dubiosen Umständen begleitet.
Besonders wenn Bereiche wie Politik, Sport und Wirtschaft miteinander verflochten sind, stoßen wir häufig auf Beispiele, in denen ethische Grenzen verschwimmen. Genau deshalb ist die Geschichte von Atay Aktuğ nicht gewöhnlich, sondern eine Ausnahme.
Ein Mann, der als Bürgermeister gedient hat.
Das bedeutet eine Aufgabe mit direktem Kontakt zu öffentlichen Ressourcen. Ein Funktionär, der als Vereinspräsident tätig war.
Das bedeutet eine Position, die die Emotionen von Millionen und bedeutende finanzielle Strukturen gelenkt hat. Zudem ein Berufsleben als Architekt, in dem er mitten im Zentrum von Urbanisierungsprozessen stand.
Unter den Bedingungen in der Türkei ist die Schnittmenge dieser drei Bereiche oft auch die Schnittmenge von Kontroversen.
Doch hier ist etwas anders.
Weder wurde sein Name in Korruptionsvorwürfe verwickelt, noch war von Interessenkonflikten die Rede, die über seine Familie liefen.
Ich habe mit seinem Sohn Hüseyin zusammen in der Mittelschulzeit in der Basketballmannschaft gespielt.
Er hat die Position seines Vaters nicht genutzt, um sich Vorteile zu verschaffen oder in Geschäfte mit hohem Mehrwert einzusteigen.
Er hat nicht im Schatten seines Vaters auf Gelegenheiten gelauert, um sich mit vermeintlichen Spielchen öffentliche Ämter unter den Nagel zu reißen.
Er hat sein Leben aus eigener Kraft und mit eigenem Verstand aufgebaut.
Wenn man heute zurückblickt, gibt es keine Akte über dubiose Machenschaften, bei der man sagen könnte: „Das hat er damals so und so erledigt.“
Ein weiterer Reflex, den wir in der Türkei häufig beobachten, ist das Übergreifen öffentlicher Macht auf die Familie.
Die Kinder vieler Persönlichkeiten, die einst ein Amt innehatten, werden in kurzer Zeit Teil von großen Ausschreibungen, riesigen Projekten und schnellen Aufstiegen. Unternehmen werden gegründet, Verbindungen werden aktiviert, Wege werden geebnet.
Doch diese bekannte Geschichte findet hier nicht statt.
Vielleicht ist genau das das wertvollste Erbe.
Nicht der Reichtum, den ein Mensch hinterlässt, ist das Bleibende, sondern der Ruf, den er hinterlässt.
Aufgaben enden, Titel ändern sich, Ämter gehen an andere über. Aber wenn ein Name sauber bleiben konnte, wird er auch Jahre später noch mit demselben Respekt genannt.
Einer der stärksten Sätze, die man nach Atay Aktuğ sagen kann, könnte lauten: „Er kam, erfüllte seine Aufgabe und ging vollkommen sauber.“
Vielleicht ist es genau das, was die Türkei heute am meisten braucht. Noch vor mehr Erfolgsgeschichten brauchen wir mehr saubere Geschichten.
Denn echte Vorbilder entstehen nicht durch lautes Gerede, sondern durch eine stille, aber standhafte Haltung.
Und manche Menschen reden ihr Leben lang nicht viel.
Doch nachdem sie gegangen sind, spricht man am meisten über ihre Haltung.
Besonders für die Jugend in Trabzon war er ein gutes Vorbild.
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