Unser letzter Artikel über „Akademikergehälter“ stieß auf großes Interesse. Vielleicht lag es daran, dass er kurz und prägnant war; unsere Akademiker, die keine langen Texte mögen, haben ihn sofort gelesen und umgehend reagiert.
Sie baten mich, das geflügelte Wort des verstorbenen Demirel etwas näher zu erläutern.
„Wie soll jeder für sich selbst sorgen?“, fragen sie.
Werte Freunde, warum fragt ihr das mich?
Geht zu den Verantwortlichen in der „Projektabteilung“ eurer Universität.
Sie werden euch detailliert erklären, wie ein Akademiker mehr Einkommen erzielen kann.
Aber für diejenigen, die sich nicht die Mühe machen wollen, dorthin zu gehen, schreibe ich hier eine kurze Notiz, vielleicht ist sie nützlich.
1. Sie sollten ein TÜBİTAK-Projekt schreiben. Auch wenn die Erfolgsquote bei etwa 12-13 Prozent liegt, können sie mit der Förderung zumindest eine Zeit lang ihre Stromrechnung bezahlen.
2. Sie sollten Projekte für die Europäische Union, Horizon oder COST schreiben. Auch wenn die Erfolgsquote nahe Null liegt, können sie wie Nasreddin Hoca, der den See mit Joghurt impfte, nach dem Motto „Was wäre, wenn es klappt?“ träumen.
3. Sie können eine Scheinzeitschrift gründen und DOIs bereitstellen, damit ihre Freunde für ihre Artikel „Fördergelder“ erhalten können. Insbesondere mit den Einnahmen aus den für die Dozentur bereitgestellten DOIs könnte man sich den Traum vom Eigenheim erfüllen.
Es gibt niemanden, der nicht weiß, wie ein Dozent, der dies tat, die Kasse von TÜBİTAK leerte.
In seiner international gelisteten Zeitschrift veröffentlichte er Artikel aus einem breiten Spektrum, von Chemie bis Theologie, und ermöglichte es so den Leuten, sowohl Fördergelder zu erhalten als auch Dozent zu werden.
Was für ein großer Dienst.
Unser verstorbener Dozent profitierte selbst auch ab und zu davon.
Ein echtes „Win-Win“.
Dank der gefälschten Zeitschrift dieses dankbaren Dozenten sind Dutzende unserer Dozenten, die so Professoren wurden, immer noch in der Akademie tätig.
Man sagt, es seien auch Dekane und Rektoren darunter.
Wäre der Artikel „Zitationsmafia auf dem Weg zum Rektorat“ nicht in einer unserer nationalen Zeitungen erschienen, wäre dieser Dozent fast Rektor an einer unserer angesehenen Universitäten geworden.
Seine Ernennungsurkunde als Rektor wurde in letzter Minute geändert und ein anderes Mitglied der Zitationsmafia wurde als Rektor eingesetzt.
4. Sie sollten den Weg zu den Gerichten finden. Sie sollten sich in die Gutachterlisten eintragen lassen. Mit den Berichten, die sie ab und zu schreiben, können sie zumindest ihre Telefonrechnungen bezahlen.
5. Wenn ihr Fachgebiet geeignet ist, können sie Privatunterricht geben.
6. Sie können als Campus-Agentur für „Genossenschaftsprodukte“ aus ihrer Heimat wie Honig, Pistazien, Aprikosen, Tee oder Tabak arbeiten und diese Tätigkeit unter dem Deckmantel der „Universität-Industrie“-Kooperation ausüben, um ein gewisses Einkommen zu erzielen.
7. Sie sollten sich das in den letzten Jahren aufgekommene Geschäft des „Bildungscoachings“ ansehen. Reiche Kinder, die gegen ihre Eltern rebellieren, abzuzocken, ist der Modetrend der letzten Zeit. Das Einkommen soll gar nicht so schlecht sein.
8. Sie können sich zusammenschließen und einen „öffentlichen Bus“ kaufen. Es soll die Möglichkeit geben, ein Gehalt als Einkommen zu erzielen.
9. Sie können dem Bürgermeister sagen, dass sie ihn für „Umfrage“-Zwecke nutzen werden, einen „Stand“ auf dem Marktplatz kaufen und diesen vermieten.
10. Sie können ein Unternehmen zu Forschungszwecken gründen und das Forschungs- und Entwicklungsbudget der Universität anzapfen.
Wenn diese Punkte zu schwierig erscheinen und sie noch nicht verheiratet sind und Kinder haben, sollten sie dem Weg der gewieften Akademiker folgen.
Sie sollten aus ihrer Karriere einen Mehrwert schaffen und diesen in ein wirtschaftliches Instrument umwandeln.
Wenn sie als zukünftiger karrierebewusster Professor, als ein Schwiegersohn, auf den man stolz sein und dem man vertrauen kann, als guter Familienvater, als guter Ehemann, als Akademiker mit so viel Charakter, dass er nicht das gesamte Erbe des Schwiegervaters, sondern nur einen angemessenen Teil im Auge hat, in ein reiches Haus einheiraten, sind ihre Chancen, ein guter Akademiker zu werden, sehr hoch.
Ansonsten unterscheidet ihr euch nicht von einem gewöhnlichen Beamten, der keine F&E betreibt.
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