Meine lieben Kabadayı-Freunde.
Wie ich gehört habe, soll es in Alaçatı Probleme bei der Schutzgeldeinziehung geben.
Ihr sollt ein, zwei Warnungen ausgesprochen haben, aber die Händler hätten das auf die leichte Schulter genommen, heißt es.
Und weil Şimşek Makkuin seinen Anteil bekommt und ihr nicht, soll die Kugel schon im Mund liegen.
Lasst uns dem Kabadayı-Bruder einmal etwas sagen.
Wenn der Händler euer Bruder wäre, warum sollte er dann nicht zahlen.
Die Hand, die bisher bereitwillig gegeben hat – warum gibt sie jetzt nicht mehr?
Frag mal nach.
Frag nach und hab Erbarmen mit unserem Händler-Bruder.
Schieß dir nicht ins eigene Knie.
Zieh ihm höchstens sanft am Ohr und lass es dabei bewenden.
Damit er weiß, wer groß und wer klein ist, und es nicht vergisst.
Mein Kabadayı-Bruder, vielleicht weißt du es nicht, aber die Lage ist wirklich schlecht.
Nicht ein bisschen – richtig schlecht.
Gestern Abend, Freitagabend, bin ich an den berühmten Strand von Gümüşlük gegangen.
Ich habe unsere Händlerin besucht, eine pensionierte Universitätsdozentin, die Souvenirs verkauft und mich niemals mit dem Tonfall eines gewöhnlichen Händlers ansprechen würde.
Als ich auf die Preise ihrer Waren schaute, fragte ich: Warum so günstig?
Keine Käufer, sagte sie, und fügte hinzu, dass nicht einmal mehr jemand mit einer Einkaufstasche in der Hand unterwegs sei.
Von dort bin ich zwischen den berühmten Tavernen am Strand entlanggelaufen.
Alle hatten entweder 2 Tische besetzt oder waren völlig leer.
Ich schaute bei dem Burgerladen vorbei, den ich früher besucht hatte – in den Strandtavernen habe ich noch nie auch nur ein Wasser getrunken. Die Kunden waren entweder Stammgäste mit Kreditkarte oder Flitterwochen-Paare.
Hier läuft es sehr schlecht, aber auf Kos soll es nicht so schlimm sein, sagte er.
Als ich fragte, was er mit Kos meine, erklärte er, dass er auf der Insel Kos gegenüber von Bodrum eine Filiale eröffnet habe und die Türken inzwischen auch dort anzutreffen seien.
Außerdem seien die Leute von Şimşek Makkuin, die in Begleitung von Jandarma-Beamten am Strand unterwegs sind, schon auf die Einnahmen der letzten 2–3 verbliebenen Tische scharf und würden die Rechnungen der Tische prüfen, sagte er.
Also, kurz gesagt, Kabadayı-Freund: Macht euch auf den Weg nach Kos, solange es noch nicht zu spät ist.
Sonst wird es hier sowohl für Şimşek Makkuin als auch für euch zu eng.
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