Unser Nobelpreisträger und ganzer Stolz, Herr Acemoğlu, Schwiegersohn eines berühmten ehemaligen Ministers, hat sich konzeptionell zum modernen, von Atatürk gegründeten Türkei geäußert.
Er erklärte, dass die osmanische Staatsverwaltung vor dem Weltkrieg zurückgeblieben sei.
Als einfacher Akademiker steht es mir natürlich nicht zu, einen türkischen Wissenschaftler zu kritisieren, der uns durch den Erhalt des Nobelpreises mit Stolz erfüllt.
Das wäre auch inakzeptabel.
Doch wer lange Jahre im Ausland lebt und fernab intellektueller Debatten bleibt, kann den evolutionären Prozess der Türkei Kemals kaum erfassen.
Dieses Problem sehe ich nicht nur bei Acemoğlu, sondern bei vielen akademischen Kollegen, die lange Zeit fernab ihrer Wurzeln gelebt haben.
Dabei bin ich mir sicher, dass Herr Professor Acemoğlu seine Meinung ändern würde, wenn er bei seinen gelegentlichen Besuchen in der Türkei nicht nur an den Tischen der „Zweiten Republikaner“, sondern auch an unseren Tischen zu Gast wäre.
Wie dem auch sei, ich will nicht zu weit ausholen, sondern sowohl antworten als auch meinen Beitrag mit den Worten eines Mannes beenden, der auf Augenhöhe mit Herrn Acemoğlu steht.
Es handelt sich um die Rede von John F. Kennedy zum Todestag Atatürks am 10. November 1963, nur 12 Tage vor seiner Ermordung.
„Ich fühle mich geehrt, Atatürk an seinem 25. Todestag zu gedenken. Der Name Atatürk ruft die historischen Errungenschaften eines der größten Geister dieses Jahrhunderts in Erinnerung; seine inspirierende Führung für die Türken, seine Fähigkeit, die moderne Welt zu verstehen, und seinen Mut als militärischer Anführer.
Aus einem untergehenden Imperium eine Nation zu erschaffen, ist eine bewundernswerte Leistung von ihm und den Türken. Und seit diesem Datum hat die neu gegründete Türkei stolz ihre Unabhängigkeit erklärt und bewahrt. Es gibt sicherlich kein vergleichbares Beispiel für die Geburt der Republik Türkei und die tiefgreifenden Veränderungen, die seitdem von der Türkei und Atatürk vollzogen wurden.
Atatürk hat zudem Entschlossenheit gezeigt, den Frieden mit dem traditionell befreundeten Amerika aufrechtzuerhalten. Mit einem fast visionären Gespür für die demokratische Verwaltung beider Länder sagte er einmal: Wir sind jetzt Freunde, in Zukunft werden wir noch engere Freunde sein.
Die Grundlagen unserer derzeitigen engen Allianz wurden durch die unabhängige und freie Verwaltung in der von Atatürk gegründeten Türkei fest gelegt.
Ich bin stolz darauf, zu erklären, dass die USA auf der Seite von Atatürks Land stehen, dass wir Teil dieser Allianz sind, die uns mit diesem Land, mit Atatürk und den Prinzipien, die er in seinem Land verankert hat, verbindet.
Ich grüße diesen großen Menschen an seinem Todestag mit Respekt.“
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