Es ist in den sozialen Medien aufgetaucht, aber aufgrund des Iran-Themas hierzulande kaum auf die Agenda gekommen.
Aufgrund der engen Verbindung zwischen der japanischen und der türkischen Baubranche hat das Thema mein Interesse geweckt.
Die meisten von Ihnen wissen es nicht oder erinnern sich nicht daran, aber die Osmangazi-Brücke wurde gemeinsam mit einem japanischen Bauunternehmen errichtet.
Türkische und japanische Ingenieure haben zusammengearbeitet.
Ich habe das Projekt ebenfalls aus nächster Nähe verfolgt.
Als ich meine Studenten des Fachbereichs Bauingenieurwesen zu einer Baustellenbesichtigung mitnahm, wurde ich von einer Eilmeldung erschüttert, die im Internet kursierte.
Der japanische Projektleiter der Baustelle hatte Suizid begangen.
Er hatte seinem Leben ein Ende gesetzt, indem er sich die Pulsadern aufschnitt, weil er eine Unregelmäßigkeit im Projekt nicht verwinden konnte.
Die japanischen Beamten, die zu seiner Beerdigung kamen, sagten sogar treffend: „Mit dieser Schande hätte er ohnehin nicht leben können.“
Das unfassbare Verhalten des Premierministers einer Nation, die solche Sensibilitäten besitzt, hat zwar bei uns kein großes Interesse geweckt, aber in der Weltpresse für einen Schock gesorgt.
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi besuchte den Nationalfriedhof Arlington und legte Blumen an den Gräbern amerikanischer Soldaten nieder, darunter auch an dem von Charles Sweeney, dem Piloten, der am Atombombenabwurf auf Nagasaki beteiligt war, und hielt eine Schweigeminute ab.
Wenn man sich ansieht, in welchen Zustand eine Nation, die jahrelang für ihren Stolz, ihre Disziplin und ihren Fleiß als Vorbild galt, geraten ist oder gebracht wurde, kann ich nicht umhin zu sagen, dass die Samurai in den Shogun-Serien umsonst gerudert haben.
Möge Gott niemanden in solche Situationen bringen.
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