Ein riesiges Imperium ist untergegangen.
Millionen von Türken flohen nach Anatolien und kehrten zurück.
Die meisten konnten nicht fliehen.
Sie wurden in Morea, Kreta, Shkodra, Mitrovica, Rasgrad, Plowdiw, Deliorman, Palästina, Damaskus, Jemen, Tabuk und Galizien getötet.
Sie wurden Opfer eines Völkermords.
Auch andere muslimische Völker in unserer Region flohen vor dem Zaren oder ihren neuen Herrschern und wanderten nach Anatolien ein.
Sie lebten lange Zeit in Dörfern.
Sie erhielten keine Bildung.
Als Agrargesellschaft lenkten sie ihre Kinder innerhalb einer kinderreichen, großen Familienstruktur durch religiöse und kulturelle Erziehung.
Da alle Bauern waren, gab es kaum Klassenunterschiede.
Sie betrachteten einander als Brüder.
Sie taten niemandem etwas zuleide.
Ihre größten Verbrechen waren das Stehlen von Pflaumen oder das unerlaubte Schwimmen im Bach.
Kindermorde kamen so gut wie nie vor.
In einem vergessenen, zerstörten, verwüsteten und armen Land kämpften sie ums Überleben.
Bis zum Zweiten Weltkrieg.
Als der Krieg endete und die NATO-Mitgliedschaft etabliert wurde, begann die Türkei, Investitionen zu erhalten.
Da die Türkei als erste Frontlinie dem Kalten Krieg und dem Expansionsprojekt Russlands die Stirn bot, nahmen die Investitionen erheblich zu.
Straßen, Brücken, Fabriken.
Das Land verwandelte sich in eine einzige Baustelle.
In der Türkei, in die aufgrund der Probleme mit der NATO und den USA auch Russland investierte, kam es zu massiven Bevölkerungsbewegungen.
Vor den 1950er Jahren lebten achtzig Prozent der Türken in Dörfern; mit der Zeit begannen achtzig, ja sogar neunzig Prozent in Städten zu leben.
Nach dem Aufflammen des Terrors in den 1990er Jahren wanderte auch die gesamte östliche Region entweder in die nächstgelegenen Stadtzentren oder in den Westen ab.
Der Staat, der diese Migration anfangs kontrollierte und eine väterliche Rolle einnahm, wandte sich mit der Zeit durch liberale Politik einer „Jeder ist sich selbst der Nächste“-Mentalität zu.
Er konnte oder wollte den Zugang zu Bildung in den Randvierteln und für die Migranten nicht sicherstellen.
Er ließ die arme, bedürftige Bevölkerung sich selbst überlassen.
Auch der Yeşilçam-Film blieb zu diesem Thema nicht stumm.
Leben, die in die Prostitution abrutschten, Jugendliche mit erstem Flaum auf der Oberlippe, die in die Welt der Gangster eintauchten.
Und heute sind es Perverse, die unsere Kinder mit dem schönen Gesicht grausam mit Messerstichen ins Herz töten.
Das ist leider das Ende des Ansatzes, bei dem jeder für sich selbst sorgen muss.
Glauben Sie nicht, dass pragmatische Politiker, opportunistische Bürokraten und skrupellose Geschäftsleute dies als Problem betrachten werden.
Sie haben ihre Pläne für das Ausland schon längst gemacht.
Ihre Kinder haben sie bereits vorausgeschickt.
Diejenigen aber, die dieses Vaterland lieben, werden die Ärmel hochkrempeln und sich an die Arbeit machen.
Sie werden sich an die Arbeit machen, damit alle einkommensschwachen Gruppen gebildet werden.
Damit sie gebildet werden und keine grausamen Kinder heranwachsen.
Damit keine grausamen Kinder heranwachsen und unsere Kinder mit dem schönen Gesicht nicht mehr brutal ins Herz gestochen werden.
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