Die Türken sind im Allgemeinen eine Gemeinschaft, die auf dem Land lebt.
Auch zu Zeiten des Osmanischen Reiches bestritten sie ihren Lebensunterhalt als Sipahi, ob mit oder ohne Timar-Lehen.
Es gab sogar Fälle, in denen sie vom Land aus den Ton angaben und sagten: „Sagt dem Sultan, er soll sich nicht auf meine Lenden verlassen und hier und da Kriege anzetteln.“
In Europa gab es eine ähnliche soziologische Struktur, wie sie in Mel Gibsons Film Braveheart dargestellt wird.
Die industriellen Revolutionen des 18. Jahrhunderts veränderten die soziologische Lebensweise.
Die Bevölkerung auf dem Land begann in die Zentren zu strömen und in Fabriken zu arbeiten.
Eine ähnliche Entwicklung erlebten wir mit der Gründung der Republik und insbesondere nach unserem NATO-Beitritt, wie man in Kemal Sunals Film Düttürü Dünya sehen kann.
Wir gehören zu denjenigen, die schon recht früh in die Stadt gezogen sind.
Mein Großvater zog genau in der Zeit des NATO-Beitritts in die Stadt, aufgrund seiner Tätigkeiten in den Bereichen Transport, Logistik, Baumaterialien sowie Waagen- und Waffenherstellung.
Wir sind in der Stadt geboren.
Wir haben die Gymnasien und Universitäten der Stadt besucht.
Meine Eltern waren Beamte.
Mein Großvater war der damalige Vollstreckungsbeamte.
Gemessen an der Armut jener Zeit hatten wir genug zu essen.
Unsere Situation war vergleichsweise gut.
Mit dem Taschengeld, das ich von meiner Mutter erhielt, die an der Yavuz-Sultan-Selim-Schule am Taksim-Hang in Trabzon unterrichtete, aß ich – wenn nicht jeden Tag, so doch mindestens drei- bis viermal pro Woche – anderthalb Portionen Iskender mit Tomatenmark und reichlich Butter im berühmten Antepli Seyitoğlu in der Uzun Sokak, was damals als Zeichen von Wohlstand gelten konnte.
Im Sommer fuhren wir zur Erholung ins Dorf.
Besonders zur Haselnussernte deckten wir den Bedarf an Arbeitskräften ab; ich erinnere mich noch heute an das Gewicht der Säcke und den Kampf gegen das Ungeziefer, weshalb ich nie wieder einen Fuß in einen Haselnusshain setzen werde.
In meinen Tagen im Dorf hatte ich verstanden, was Armut bedeutet.
Die Lage der Arbeiter, die aus verschiedenen Dörfern kamen, und der Kinder naher Verwandter war schlecht.
Sie trugen Gummischuhe, die sogenannten Cizlavit.
Ihre Kleidung war ziemlich zerlumpt.
Mit dem, was sie bei ihrer täglichen Arbeit verdienten, lebten sie wie in der Steinzeit.
Die Amseln, die sie mit ihren selbstgebauten einläufigen Gewehren jagten, aßen sie als Proteinquelle, da sie kein Geld für Fleisch hatten.
Sie waren hager.
Da sie keine Gürtel hatten, banden sie ihre Hosen mit Schnüren fest; vor lauter Dünnheit schienen sie ihnen fast vom Hintern zu rutschen.
An ihren Augenringen war zu erkennen, dass sie unter Ernährungsproblemen litten.
Sie waren Analphabeten und in mathematischen Dingen sehr schwach.
Lesen und Schreiben hatten sie erst kurz vor Ende der Grundschule gelernt.
Ihr Wortschatz ähnelte dem der Menschen in den zentralasiatischen Steppen.
Ihre Sprache reichte nicht aus, um komplexe Probleme zu erklären.
Sie stammelten vor sich hin.
Sie gaben eine Art „Fös-fös“-Geräusch von sich.
Während diejenigen von uns, die nur im Sommer ins Dorf kamen, sie kaum verstanden, wussten die anderen leicht, was sie meinten.
Ihre Körpersprache war sehr schwach, ihre Blicke stumpf.
Wie es der Zufall wollte, waren sie trotz des Nahrungsmangels groß gewachsen.
Einige von ihnen bemühten sich, ihre Armut und ihr Schicksal zu ändern.
Sie liebten meinen Vater sehr.
Sie sahen ihn als Vorbild.
Sie betrachteten sein Wort als Befehl und standen stramm, weil sie ihn mochten.
Einige kamen in die Stadt.
Mein Vater fand für jeden von ihnen eine Arbeit, die ihren Fähigkeiten entsprach.
Niemand blieb hungrig oder obdachlos.
Diejenigen, die lesen und schreiben konnten, brachte er an der Technischen Universität Karadeniz unter.
Denjenigen, die im Dorf Lkw gefahren waren, besorgte er einen Führerschein und machte sie zu Fahrern der Einrichtung.
Denjenigen, der in der provisorischen Werkstatt an der Ecke seines Hauses im Dorf am Blasebalg einläufige glattläufige Gewehre herstellte, machte er zum Techniker in der Werkstatt.
Seinen Neffen, der alle oben genannten Merkmale der Armut aufwies, brachte er zwar nicht in der Einrichtung unter, ließ ihn aber auch nicht im Stich.
In einer Ecke des Familienwohnhauses baute er mit Unterstützung des Bürgermeisters einen illegalen Raum und eröffnete für seinen Neffen einen Teeladen.
Der arme Neffe wurde dank des Teeladens wohlhabend, kräftig, heiratete und bekam Kinder.
Er ließ seine Kinder an der Universität studieren und zu Fachkräften ausbilden.
Trotz all seiner Bemühungen war mein Vater wohl doch nicht so weitsichtig, denn er kam nicht auf die Idee, seinen Neffen, der einen Teeladen betrieb, in einem Verband unterzubringen.
Meistgelesen
Das Schreiben nimmt kein Ende: Noch eine FETÖ-Erinnerung
Der Geist, der an der Leggings hängen blieb...
Berühmter Regisseur Ezel Akay und sein Bruder festgenommen
Er nannte die Kommunen, die zur 'Neuen Partei' wechseln werden, und ein Detail zu Istanbul erregte Aufmerksamkeit
Abgeordneter, dem ein Wechsel zur AKP nachgesagt wird, beginnt Überzeugungstour
Die internen Debatten der CHP interessieren mich überhaupt nicht
Ümit Özdağ kommentiert neue Parteigründung
Strenge Kontrollen für Fahranfänger
Enver-Altaylı-Vorwurf in der Akte Yazıcıoğlu
Die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters, die die CHP gewonnen hatte, wird ab der dritten Runde wiederholt