Wir haben kein Geld für Schulen bezahlt.
Wobei, die Reichen haben auch nicht gezahlt, aber das ist eine andere Geschichte.
Sogar während meines Studiums habe ich noch Geld dafür bekommen.
Manche Reiche haben das auch nicht gerade abgelehnt.
Es war zwar nicht viel, aber wenn es alle drei Monate überwiesen wurde, war es nützlich.
Mein erster Job war es, bei Akçay Döner 250 Gramm Döner mit Reis zu essen.
Dann stürzten wir uns ins Leben, ohne Schulden zu hinterlassen.
Die Reichen machten es genauso.
Als das Studenten-Stipendium, das wir erhielten, durch die Inflation dahinschmolz, zahlte ich es mit dem Kleingeld von meinem ersten Gehalt auf einen Schlag zurück, zack.
Damals gab es kaum Privatschulen. Abgesehen von den Priesterschulen in Istanbul gab es meist nur dubiose Hinterhofschulen, an denen Dummköpfe sich mit Geld ihre Noten erkauften; da wir aber ein wenig Grips hatten, bekamen wir unser Diplom, wenn auch mühsam, von einem staatlichen Gymnasium.
Wir schafften es unter die ersten dreißigtausend und wurden Bauingenieure.
Wir haben keinen Pfennig bezahlt.
Möge Gott unseren Staat bewahren; auch wenn er arm war, hat er uns ausgebildet und uns zu etwas gemacht.
Heutzutage ist das unmöglich geworden.
Privatschulen haben zugenommen, staatliche Schulen haben in der Qualität nachgelassen.
Von Bildung kann keine Rede mehr sein.
Wenn man sich die Videos in den sozialen Medien ansieht, in denen sich Leute an die Gurgel gehen, ist das Alter für solches Proletentum deutlich gesunken.
Junge oder Mädchen, das macht keinen Unterschied.
Tja, wenn das so ist, verzichtet selbst die Mittelschicht auf alles, um sich in Privatschulen ausnehmen zu lassen, die ihre absurden Methoden als Bildung verkaufen.
Nur damit aus ihren Kindern etwas wird.
Allerdings übersteigen die Preise mittlerweile nicht nur die Mittelschicht, sondern sogar die Beträge, die selbst die kleine Gruppe der Besserverdiener kaum noch zahlen kann.
Nehmen wir mal an, wir hätten das Geld irgendwie aufgetrieben.
Unter normalen Umständen ist es für diese Kinder unmöglich, das Vermögen, das in diese Privatschulen investiert wurde, jemals wieder einzuspielen.
Na ja, wenn sie 250 Jahre alt werden, erreichen sie vielleicht den Break-Even-Punkt.
Deshalb: Seien Sie schlau, kaufen Sie lieber einen kleinen Laden, auch wenn er in einer Seitenstraße liegt, damit Ihr Kind einen Kiosk eröffnen kann und – selbst wenn aus ihm nichts Großes wird – seinen Lebensunterhalt verdienen kann, ohne auf andere angewiesen zu sein.
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