Mein Sohn, der im Sommer in Amerika als Küchenhilfe und Tellerwäscher arbeitet, scheint von der wirtschaftlichen Lage des Landes so beeindruckt zu sein, dass er nun auch Deutsch lernen möchte.
Er rief mich aus dem fernen Montana an und bat mich, einen Deutschkurs zu finden und ihn anzumelden, damit er nach seiner Rückkehr während seines Studiums auch Deutsch lernen kann.
Er sagt, er wolle zumindest zwei Sprachen beherrschen, um nicht als Kassierer im Supermarkt oder als Kurierfahrer zu enden.
Ich dachte mir, ich schreibe ihn für einen Deutschkurs am Goethe-Institut ein.
Ich habe im Internet nachgesehen und mich informiert.
Der gesamte Anmeldeprozess erfolgt digital über das Internet.
Laut den Angaben im Internet sollte das System an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit freigeschaltet werden, um die Anmeldung vorzunehmen.
Am besagten Tag und zur besagten Uhrzeit saß ich mit der Kreditkarte in der Hand vor dem System.
Da das System jedoch aufgrund des extremen Andrangs zusammenbrach, konnte ich die Anmeldung nicht durchführen.
Tausende Menschen warteten wie ich mit der Kreditkarte in der Hand vor ihren Computern, und auch die Telefonleitungen waren blockiert; beim Goethe-Institut war niemand zu erreichen.
Offenbar hat das ganze Land plötzlich den Eifer gepackt, Deutsch zu lernen.
Warum schreibe ich das?
Wir kämpfen schon seit geraumer Zeit gegen das Inflationsmonster.
Die Inflation, die uns in den 90er Jahren das Leben schwer machte, hatte sich nach den 2010er Jahren im Hintergrund auf die Lauer gelegt.
Die Zinsen waren gesunken, die Ausgaben gestiegen.
Was auch immer passiert ist, es geschah in den letzten 4-5 Jahren.
Pandemie, Kriege – die Welt erlebte eine wirtschaftliche Verengung und in der Türkei explodierte die Inflation.
Die Welt, die diese Verengung überwunden hat, erlebt derzeit keine tiefgreifenden Probleme, da sie an eine Sparwirtschaft gewöhnt ist.
Die Türkei hingegen gleicht einem Fisch, dem die Kehle zugeschnürt wurde.
„Şimşek McQueen“ hat uns alle an die Wand gestellt, uns die Hände auf den Rücken gefesselt und uns die Augen verbunden, nur um die Inflation zu senken.
Wie Schlachtvieh warten wir nun.
Was soll das heißen? Er will die Inflation senken.
Industrielle, Handwerker, Menschen mit festem Einkommen und Angestellte stehen an der Wand und warten auf den Moment, in dem die Kugel ihre Stirn trifft.
Die Jugend hat ohnehin alle Hoffnung verloren und ist damit beschäftigt, das System des Goethe-Instituts zum Absturz zu bringen.
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