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Mein Gott, musste ich auch diese Tage noch erleben!

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Auch wenn wir nicht in Armut gelebt haben, so hatten wir doch nie viel Geld.

Ich nicht, aber hatte es jemand anderes?

Nein.

Es gab nicht in jedem Viertel einen Reichen.

Die Familien lebten von einem einzigen Gehalt.

Die Anzahl der Familien mit zwei Gehältern, wie meine, war verschwindend gering.

Autos konnte man an einer Hand abzählen.

Da ich aus einer Familie mit zwei Gehältern stammte, war ich an die berühmten Flughafen-Köfte gewöhnt.

Ich aß auch Akçaabat-Köfte mit Piyaz, bis ich fast platzte.

Ich schaute auch bei Rüştüs Bäckerei in Moloz vorbei.

Wenn ich bei Kalkanoğlu das Kavurma-Pilaw nach Gewicht aß, lief mir das Fett nur so aus dem Mund.

Der Geschmack der Lammkoteletts, die ich auf dem Zigana-Pass aß, ist mir noch heute im Gedächtnis.

In Uzungöl gab es Forelle mit Butter bei Hamit İnan, einem Freund aus Schul- und Universitätszeiten.

Nicht diese gefälschte Butter, für die man heute in den Bio-Abteilungen der Supermärkte ein Vermögen zahlt.

Sondern Kadahor-Butter.

Später änderten sich die Dinge.

1989 fiel die Berliner Mauer.

Deutschland vereinigte sich.

Russland zerfiel.

China trat auf den Plan und der Markt veränderte sich schlagartig.

Die industrielle Revolution machte sich deutlich bemerkbar.

Produktionsbänder drückten die Kosten gegen Null.

Der Wohlstand verbreitete sich erheblich.

Autos, Telefone, intelligente Geräte, Computer und vieles mehr.

Turkish Airlines flog täglich viermal zwischen Istanbul und New York.

Wir hatten Kreditkarten mit Millionenbeträgen in der Tasche.

Neben Häusern und Sommerresidenzen gab es Fehlinvestitionen in den Dörfern.

Im Vergleich zu unserer Kindheit waren wir tausendmal reicher geworden.

Statt des einen Autos, das es früher im Viertel gab, standen nun zwei auf dem Parkplatz.

Die guten alten Zeiten sind nun vorbei.

Das heißt, die guten alten Zeiten sind für die Türkei zu Ende.

Als ich gestern im Supermarkt Brot kaufen wollte, schreckte ich beim Anblick des Preises zurück.

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Brot, das ich in der Hand hielt, wieder zurückgelegt.

Das Brot, das wir selbst in ärmeren Zeiten beim Bäcker kauften und an alle verteilten.

Ich sagte mir: Bevor ich dieses Geld ausgebe, esse ich lieber das Brot von gestern.