Eigentlich schreibe ich kaum politische Texte.
Im Grunde genommen ist auch dieser Text nicht politisch.
Auch wenn die Überschrift in eine andere Richtung lenkt, ist der Text lediglich eine einfache Einschätzung.
Wie ich bereits früher geschrieben habe, bin ich nach meinem 25-jährigen öffentlichen Dienst durch die EYT-Regelung in den Ruhestand gegangen und an den Fachbereich Bauingenieurwesen der Universität Istanbul Aydın gewechselt.
Kaum dort angekommen, habe ich mich auf EU-Projekte und andere Forschungsvorhaben konzentriert.
Andererseits habe ich im Rahmen der „Hochschul-Industrie-Kooperation“ einen Fahrplan für die Zusammenarbeit mit einigen großen Industrieunternehmen und Kommunen erstellt.
In diesem Zusammenhang wollte ich vor dem Feiertag vier Kommunen in Istanbul besuchen.
Dafür habe ich von der Universität ein Fahrzeug mit Fahrer angefordert.
Die Verantwortlichen waren so freundlich, die Angelegenheit mit nur einer E-Mail zu erledigen.
Im Rahmen der Besuche bei den Kommunen habe ich an die Türen der Bürgermeister geklopft, um sowohl über den von mir neu eröffneten „Masterstudiengang ohne Abschlussarbeit für Projekt- und Baumanagement“ als auch über andere Themen zu sprechen.
Da es ein schwieriger und nervenaufreibender Prozess ist, Termine zu vereinbaren, bin ich direkt in ihre Büros gegangen und habe mein Anliegen vorgetragen.
Ich dachte mir, wer mich empfangen möchte, mit dem werde ich sprechen.
Schließlich wollte ich weder Arbeit, noch Vorteile, noch eine Amnestie für baurechtswidrige Konstruktionen bei meinen Bauvorhaben erbitten.
Innerhalb von zwei Stunden habe ich bei vier Bürgermeistern angeklopft.
Mit dreien konnte ich sofort sprechen. Auch wenn es nach dem für ungebetene Gäste üblichen Modell des „lauwarmen Tees“ ablief, konnte ich mein Anliegen vortragen.
Ich erlebte Wärme und Aufrichtigkeit.
In einer Kommune hingegen konnte ich weder den Bürgermeister noch einen seiner Stellvertreter sprechen, obwohl wir sogar Absolventen derselben Universität sind.
Vor diesen Besuchen hatte ich nicht darauf geachtet, welcher Partei die Bürgermeister angehören.
Als ich zurück an die Fakultät kam, wollte ich im Internet nachsehen.
Die Bürgermeister, die einen gewöhnlichen Akademiker wie mich ohne Termin empfangen haben, waren alle CHP-Mitglieder und langjährige Amtsinhaber.
Derjenige, der mich nicht empfangen hat und mir einen fernen, aber unbestimmten Termin anbot, gehörte der AK-Partei an.
Warum also wird die CHP an die Macht kommen?
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