Mein Besuch in Deutschland neigt sich dem Ende zu.
Nach der Vorlesung morgen ist unsere Erasmus-Mission abgeschlossen. Beim Frühstück am Freitagmorgen werde ich unsere Wünsche und Hoffnungen äußern und in die Heimat zurückkehren.
Unsere Treffen waren diesmal deutlich besser besucht. Auch die anderen Dozenten des Fachbereichs und der Dekan hießen uns willkommen, wenn auch nur halbherzig.
Früher haben sie sich kaum dafür interessiert.
Vielleicht sind sie ja zur Einsicht gekommen, aus Angst vor Putin.
Bald lassen sie sich wohl auch noch beschneiden.
Denn man spürt deutlich, dass die Angst ihren Höhepunkt erreicht hat.
Da die Beteiligung so groß war, kamen auch vielfältige Themen zur Sprache.
Sie verhehlen nicht, dass sie Ihren Präsidenten Erdoğan nicht mögen und auch die Beziehungen zwischen Merkel und Erdoğan nicht gutgeheißen haben.
Natürlich kamen auch die Hedschasbahn, Kaiser Wilhelm und Hitler zur Sprache.
Von dem Brief, den Prof. Albert Einstein an Atatürk schrieb, wussten sie nichts.
Die Grundlagen der Universität Istanbul, der Technischen Universität Istanbul (İTÜ) und der Universität Ankara wurden von jüdischen Wissenschaftlern gelegt, die vor Hitler geflohen waren.
Ich erzähle die osmanisch-deutschen Beziehungen in den schillerndsten Farben, damit wir die akademischen Beziehungen nach hundert Jahren wieder ausbauen können.
Ich habe reichlich Lobeshymnen angestimmt.
Ich habe beharrlich betont, dass ohne die Deutschen diese Dinge nicht funktionieren würden, dass deutsches Wissen und deutsche Technik für den Erfolg unerlässlich seien und dass uns die deutsche Disziplin ebenfalls zum Erfolg führen würde.
Die Antwort war kurz und knapp.
Wo ist das alte Deutschland geblieben.
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