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Trump tönt groß herum, aber was wäre, wenn es China nicht gäbe…

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Betrachtet man Trumps Aussagen und Maßnahmen, kommt man ins Grübeln. Ein wahres Denkmal der Instabilität… Anfangs dachten viele Ökonomen: „Die USA sind ein mächtiger Staat.“ Wir sagten uns: „Wenn Trump versucht, die Weltordnung zu verändern, die nach dem Zweiten Weltkrieg für die Vorherrschaft des Dollars geschaffen wurde, wird er sicher wissen, was er tut.“ Doch mit der Zeit haben Trumps Rückzieher diese Ansichten verändert.

Ja, die USA sind das Land mit dem weltweit höchsten Außenhandelsdefizit und das Land mit den größten Schulden. Doch sowohl beim Ausgleich des Außenhandelsdefizits als auch bei der Tilgung ihrer Schulden zahlen sie mit ihrer eigenen Währung, dem Dollar. Bei diesen Zahlungen erleiden sie keinen Vermögensverlust. Ihr Einkommen sinkt nicht. Sie begleichen ihr Außenhandelsdefizit durch das Drucken von Papiergeld und steigern den Wohlstand ihrer Bevölkerung durch importierte Waren. Warum kann Trump sich dennoch hinstellen und mit Blick auf die Außenhandelsdefizite behaupten: „Die ganze Welt hat uns ausgebeutet“?

Es wirkt, als wäre die USA nicht jenes imperialistische Land, das überall auf der Welt militärisch und außenpolitisch seine Nase hineinsteckt, Regierungen stürzt, Militärputsche plant, Bürgerkriege anzettelt, sich die Ressourcen anderer Länder aneignet und die Welt durch das Seigniorage-Recht des Dollars tributpflichtig macht… 

Trumps Äußerungen und die Erhöhung der Zölle, insbesondere der Handelskrieg mit China, haben das Vertrauen in den Dollar geschwächt. Sie haben die Eigenschaft des Dollars als Reservewährung infrage gestellt. Über diese Themen haben wir in den vergangenen Wochen geschrieben.

Als die von den USA ausgehende Finanzkrise 2008 ausbrach, betrug die Bilanzsumme der FED 900 Milliarden Dollar. Während große Unternehmen, Banken und Versicherungen nacheinander in Konkurs gingen, suchten die USA die Rettung im Drucken von Dollar. Die Bilanzsumme der FED verfünffachte sich auf 4,5 Billionen Dollar. Dann kam die Covid-19-Pandemie. Sowohl die FED als auch andere Zentralbanken begannen, ungedecktes Geld zu drucken. Die Bilanzsumme der FED näherte sich fast 9 Billionen Dollar. Die USA exportieren in Krisenzeiten der Wirtschaft durch das Drucken von Dollar „Inflation“ in die Welt. 

Die Frage hierbei lautet: Wenn die Zentralbanken, allen voran die FED, 2008 und 2019 wie verrückt Geld gedruckt hätten, ohne dass es China gegeben hätte – das ab dem Jahr 2000 zur Fabrik der Welt wurde und ab 2010 seine Produktion und seine Exporte in die Welt massiv steigerte –, wohin wären die Inflationsraten, die in den USA auf 8 Prozent und im EU-Durchschnitt auf 8,5 Prozent stiegen, wohl geklettert?

Lässt sich für die Antwort auf diese Frage eine ökonometrische Modellierung durchführen, ein Szenario erstellen? Ich habe diese Frage meinem lieben Freund, dem Ökonomen Prof. Dr. Emin Akçaoğlu, gestellt. Er sagte: „Es gibt jetzt Künstliche Intelligenz.“ 

Ich habe diese Frage der Künstlichen Intelligenz gestellt und innerhalb von Sekunden erschienen zahlreiche Daten. Als ich mir die Daten ansah, war das Auffälligste Folgendes: Von 2008 bis 2016 hat sich die Bilanzsumme der FED verfünffacht. Sie schoss von 900 Milliarden Dollar auf 4,5 Billionen Dollar. Aber es gab keinen Anstieg der Inflation in den USA und den EU-Ländern. Insbesondere nach 2010 explodierten Chinas Produktion und seine Exporte in die Welt. Mit der Covid-Krise 2019 verdoppelte sich die Bilanzsumme der FED diesmal und näherte sich 9 Billionen Dollar (8,8 Billionen Dollar). Doch aufgrund der Unterbrechungen in der Lieferkette durch die Pandemie stieg die Inflation in den USA auf 8 Prozent und im EU-Durchschnitt auf 8,5 Prozent. 

Später habe ich auf Basis dieser Daten gemeinsam mit meinem Neffen Grafiken erstellt. Anhand dieser Grafiken und Daten habe ich gefragt, wie die Inflation in den USA und der EU ohne China ausgefallen wäre.

Laut dem Szenario der Künstlichen Intelligenz für eine Welt ohne China läge die Inflation in den USA und der EU um 30 Prozent über der tatsächlich erlebten Inflation. (Um Missverständnisse zu vermeiden… Es bedeutet nicht, dass es 30 Prozent mehr Inflation gäbe und diese 38 Prozent erreichen würde. Sondern 30 Prozent von 8 Prozent. (8 x 1,30 = 10,4)) 

HIER SIND DIE GRAFIKEN UND DIE KOMMENTARE DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ DAZU

 "Quellen: U.S. Federal Reserve, Nationales Statistikamt Chinas"

Wirtschaftsanalyse: Die Rolle Chinas bei der Unterdrückung der Inflation

Die massive Geldmenge der FED nach 2008 trug das Potenzial in sich, eine hohe Inflation zu erzeugen.

Doch dank Chinas steigender Produktion und seiner Exporte in die USA wurde diese Geldmenge durch reale Güter gedeckt.

US-INFLATION UND DAS „WAS WÄRE, WENN ES CHINA NICHT GÄBE“-SZENARIO (2000–2024)

Ich muss sofort betonen: Das Szenario „Was wäre, wenn es China nicht gäbe“ ist eine KI-gestützte Schätzung, bei der der Exportbeitrag Chinas ignoriert wird.

In der Grafik gibt es zwei grundlegende Linien.

US-Inflation (tatsächlich): Die vom US-Statistikamt veröffentlichten jährlichen VPI-Daten.

„Ohne China“-Inflation (%): Die geschätzte wahrscheinliche Inflation ohne die Exportunterstützung Chinas für die USA (Modellierung).

Wesentliche Erkenntnisse:

•  "2000–2008: Chinas Einfluss ist begrenzt, beginnt aber.

•  2008–2020: Dank chinesischer Exporte lag die Inflation um 1–1,5 % niedriger.

•  2020–2022: Als die chinesische Produktion ins Stocken geriet, hätte die Inflation um 30 % höher ausfallen können."

Bewertung:

Die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der FED können nur dann absorbiert werden, ohne in Inflation umzuschlagen, wenn im Gegenzug eine reale Produktion bereitgestellt wird.

In der Zeit nach 2008 lieferte China diese reale Produktion für die Welt. Doch als sich das Produktionstempo Chinas verlangsamte, wurde die Geldmenge der USA von der Konsumseite her nicht mehr gedämpft, was den Boden für die Inflationswelle in den Jahren 2021–2022 bereitete.

Ausgehend von dieser Grafik lässt sich folgende Schlussfolgerung ziehen:

Strategisches Ergebnis:

Das globale Geldsystem benötigt ein neues Produktions- und Reservezentrum. Wenn China diese Rolle nicht aufrechterhalten kann oder seine Produktionskapazitäten auf die Binnennachfrage verlagert, wird die Geldpolitik der USA (und damit des Westens) einen begrenzteren Spielraum haben.

 „Wenn Chinas Produktionssteigerung und seine Exporte in die Welt nicht so schnell gewachsen wären, wäre die resultierende Inflation infolge dieser monetären Ausweitung nicht bei 8–8,5 Prozent, sondern mindestens 30 Prozent höher, also bei 11–12 Prozent gelandet.“

Ein Inflationsunterschied von 4 Prozentpunkten pro Jahr ist für die USA und die EU-Länder von großer Bedeutung. Für Länder wie die Türkei, die in der Vergangenheit Inflationsraten von bis zu 180 Prozent erreicht haben und selbst heute real bei 80 Prozent liegen, mag dieser Unterschied jedoch weniger ins Gewicht fallen.

Quellenverzeichnis

- U.S. Bureau of Labor Statistics

- U.S. Federal Reserve Balance Sheet Data

- U.S. Census Bureau, Trade Statistics

- IMF World Economic Outlook

- World Bank Trade Databases