Wir schreiben das Jahr 2009... Ein Gast war in unsere Geldbörsen eingezogen, würdevoll in seiner Farbe und beeindruckend in seinem Wert... Der 200-Türkische-Lira-Schein in Violett. Das Papier, das wir damals zwischen unseren Fingerspitzen hielten, war nicht nur ein Zahlungsmittel; es war ein Symbol für Vertrauen, Stabilität und vielleicht sogar für wirtschaftliche Reife. Mit einer einzigen Banknote füllten wir einen ganzen Einkaufswagen und gaben dem Händler noch ein „Stimmt so“ mit auf den Weg.
Damals saß der 200-Lira-Schein wie ein Riese in unserer Tasche. Er hatte eine Würde, die es mit 131 Dollar und 94 Euro aufnehmen konnte und die mit ihrer Kaufkraft ein Machtwort sprach. Wenn wir ihn mit seinem heutigen Zustand vergleichen, in dem er auf 4 Dollar degradiert wurde, erscheint die Erinnerung an jene Tage wie ein fernes Märchen, ein Traum, der nie stattgefunden hat. Heute fliegen die 200-TL-Scheine auf dem Markt nur so umher. Denn selbst 4 Zitronen kosten bereits 60 TL; um ein Kilogramm Kirschen zu kaufen, verabschieden sich zwei 200-Lira-Scheine lautlos aus Ihrer Tasche.
Die Zeit hat nicht nur die Kalenderblätter zernagt, sondern auch die Seele jener violetten Banknote. Ich übertreibe nicht; sie hat sie auf den Wert von 10 Lira vergangener Tage reduziert. Das Papier, das einst den Tank mit 130 Litern Benzin mehrfach füllte und den Segen in der Küche symbolisierte, reicht heute gerade noch als „Taschengeld“ für einen Viertel-Döner oder vielleicht ein paar Liter Kraftstoff. Die Banknote ist dieselbe, das Porträt darauf blickt mit derselben Würde, doch die Zahl darunter trägt nicht mehr die Wahrheit in sich. Je größer die Zahlen werden, desto kleiner wird ihre Bedeutung; auch wenn die Nullen nicht auf dem Papier stehen, schmelzen sie in unseren Köpfen und Geldbörsen dahin.
Die grausame Bestie namens Inflation hat den 200-TL-Schein regelrecht zerfressen. Die größte Banknote, die wir früher „nicht übers Herz brachten auszugeben“, ist heute zu einem „Kleingeld“ geworden, das nur noch Platz in den Kassen wegnimmt und die Geldzählmaschinen ermüdet.
Während man am Markt bereits die Schritte der 500er- und 1000er-Scheine hört, erinnert der 200-TL-Schein an einen müden Arbeiter, der in den vorzeitigen Ruhestand gezwungen wird.
Der Wert eines Geldes misst sich nicht an der Zahl, die darauf gedruckt ist, sondern an dem, was man dafür bekommt. Und heute ist der 200-Lira-Schein so schwach, dass er selbst im Dampf von ein paar Broten, die wir beim Bäcker kaufen, einfach verfliegt.
Wie konnte es mit den 200 TL so weit kommen? Das muss man Recep Tayyip Erdoğan und sein Team fragen, die den begeisterten Massen entgegenriefen: „Ich bin Ökonom, geben Sie diesem Bruder die Vollmacht.“ Übrigens, Herr Erdoğan, wenn Sie auf den Wahlkampfbussen unterwegs sind und die Banknoten, die Sie aus Ihrer Tasche ziehen, sorgfältig sortieren, um sie Kindern zu geben: Mit genau dieser Banknote können die Kinder heute kaum noch etwas kaufen, außer vielleicht ein paar minderwertige Bleistifte, Radiergummis usw.
Denn eine Packung Schokolade, die ein Kind gerne essen würde, kostet selbst in den „Drei-Buchstaben“-Discountern mittlerweile 140 bis 150 Lira. Ich wollte, dass Sie das wissen; denn Ihre hochrangigen Berater, die sich mit milliardenschweren Ausschreibungen befassen, haben wahrscheinlich keine Ahnung von der Realität auf der Straße. Und selbst wenn sie es wüssten, würden sie es Ihnen vielleicht nicht widerspiegeln... Was sagte Ihr Partner Bahçeli noch gleich: „Auch arme Kinder sollen Kekse essen können...“
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