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Kultureller Verfall und das Chaos des Menschen

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Es wächst eine seltsame Generation heran. Eine Generation, die von den gewohnten kulturellen Werten losgelöst ist und Konzepte wie Ethik, Moral und menschliche Werte ignoriert. Es entwickeln sich verschiedene Generationen, die zwar selbstbewusst wirken, aber innerlich unruhig sind, ihrem Umfeld nicht vertrauen und daher auch selbst kein Vertrauen vermitteln; Generationen, die Gefühle wie Freundschaft und Kameradschaft pragmatisch definieren.

Anstatt Erfolg durch die Mobilisierung des eigenen Produktionspotenzials zu erreichen, wird der Wettbewerb mit anderen bevorzugt. Selbst wenn man sich von der motivierenden Auffassung des Liberalismus inspirieren lässt, bringt die vom Ehrgeiz des Kapitalismus genährte Wettbewerbsmentalität oft Zerstörung mit sich. Während Menschen Abkürzungen wählen, um den Weg zu ihren Zielen zu verkürzen, kreuzen sie die Wege der anderen und versuchen, ihre Ziele durch die Vernichtung ihrer Mitmenschen zu erreichen.

Produktion ist die Art und Weise, wie der Mensch sich selbst verwirklicht und existiert. Erfolg bildet die Grundlage für die Positionierung des produzierenden, sich selbst verwirklichenden Menschen in seinem sozialen Umfeld. Je mehr der Mensch produziert, desto höher steigt seine Lebensenergie; je mehr er erreicht, desto stärker wird seine soziale Stellung. Daher sind Produzieren und Erfolg grundlegende Bedürfnisse des Menschen.

Der Mensch ist das Produkt der Gesellschaft und der Kultur, in die er hineingeboren wird und in der er aufwächst. Kultur nährt die Freude des Menschen am Produzieren und Erfolg haben. Während Menschen in Gemeinschaften leben, schaffen sie einerseits durch ständige Interaktion und Zusammenarbeit ihre eigene kulturelle Produktion und werden andererseits von ihr genährt. Werte, Moral, Ethik, Haltung, Verhalten, Einstellungen, Geschmack, Genuss usw. entwickeln und reifen ebenfalls, indem sie von der Kultur zehren.

Doch heute liegt die Kultur im Sterben, sie ist sogar kurz davor, zu verschwinden. Der wichtigste Grund dafür ist, dass mit den computerbasierten technologischen Entwicklungen die Realität, das grundlegende Element der Kultur, zunehmend durch virtuelle Realität ersetzt wird. Leben, die in der virtuellen Realität ästhetisiert werden, scheinbare und grundlose Beziehungen sowie Lebensstilmodelle, die meist kommerziellen Zwecken dienen und somit auf Konsum ausgerichtet sind, machen die Menschen zu einem Teil einer von außen programmierten, fiktiven Erzählung. Die in diese Erzählung integrierten vorgefertigten kulturellen Formen prägen auch die Genüsse, Vorlieben, ästhetischen Orientierungen und Beziehungsweisen der Menschen. Da all dies jedoch frei von einer mit der Realität verwobenen kulturellen Basis ist, hat es einen künstlichen, oberflächlichen, losgelösten, komplexen, chaotischen, grenzenlosen, richtungslosen und vor allem einen Charakter, dem es an Aufrichtigkeit mangelt.

Die Kultur, die Menschen in einem Umfeld echter Interaktion und Beziehung schaffen, weicht zunehmend einer Kultur, die in der virtuellen Realität geformt wird. Folglich stirbt die Kultur. Mit ihr gerät auch die Menschheit in ein schweres Chaos. Die Krise des heutigen Menschen rührt daher. Ein Gefühl des Dazwischenseins, der Heimatlosigkeit, der Entwurzelung. Die Loslösung von der eigenen Realität, ohne sich jedoch vollständig an das Virtuelle angepasst zu haben.

In der Zukunft wird das Chaos vielleicht enden. Generationen, die in die virtuelle Welt hineingeboren werden und dort aufwachsen, werden vielleicht ihre eigenen kulturellen Umgebungen schaffen, ihre eigenen Stile entwickeln und dort zumindest durch ihre eigene innere Harmonie glücklich werden. Das lässt sich heute noch nicht absehen. Aber wir erleben derzeit alle gemeinsam den Untergang der Menschheit. In einer Welt, in der ein bedeutender Teil der Bevölkerung Antidepressiva einnimmt, läuft offensichtlich etwas schief. Ein Mensch kann das Leben in einem unglücklichen, hoffnungslosen, sicherheitslosen Umfeld, dem es an Zugehörigkeitsgefühl mangelt, nicht genießen; im Gegenteil, er gerät in einen harten Kampf mit dem Leben. Dies kann sie sehr ermüdend, zermürbend, einsam machend und manchmal sogar lebensmüde werden lassen.

Der Mensch ist ein soziales Wesen, und Kultur ist wie der Mörtel der Gesellschaft. Jede Art von Interaktion, Beziehung und Produktion in der Gesellschaft nährt sich aus dem kulturellen Umfeld. Von einem Menschen, der von seiner kulturellen Basis losgelöst ist, zu erwarten, dass er ein gutes Leben für sich aufbaut, ist nichts weiter als eine Illusion. Die Loslösung des Menschen von seiner eigenen Basis und damit von seiner eigenen Realität ist der eigentliche Grund für die heutige Krise der Menschheit.

Es ist keineswegs einfach, aus diesem Chaos herauszukommen. Dennoch muss man sich bemühen, ein Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen, in der Hoffnung, dass es einen Ausweg gibt. Die Quelle des Problems zu entdecken und das Problem zu dechiffrieren, könnte ein Anfang für eine Lösung sein. Es muss jedoch betont werden, dass das Problem nicht in der Technologie selbst liegt, sondern in der Absicht und Art ihrer Nutzung. Daher sollte die virtuelle Realität, die in der heutigen Welt zu einem bedeutenden Interaktions- und Kommunikationsraum geworden ist, nicht unsere reale Welt ersetzen oder eine Alternative zu ihr bilden, sondern als unterstützender Bereich genutzt werden.

Kurz gesagt: Wir sind selbst für alles verantwortlich, was uns widerfährt. Also liegt auch die Lösung bei uns.