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Von traditionell bis 21. Jahrhundert: Maßstäbe für schulischen Erfolg bei Kindern

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Am Freitag, den 17. Januar 2024, werden in der gesamten Türkei in Grund- und weiterführenden Schulen die Zeugnisse ausgegeben. Für Schüler bedeutet das Zeugnis: Ferien und Geschenke! Für Lehrer bedeutet das Zeugnis: die Messung der während eines Semesters erbrachten Leistungen. Und für Eltern bedeutet das Zeugnis: den Leistungsstand ihrer Kinder zu erfahren! Dementsprechend herrscht vor der Zeugnisausgabe bei Schülern, Lehrern und Eltern eine freudige Aufregung. 

Die Aufregung ist groß, doch in diesem Jahr werden Schüler der 1. Klasse der Grundschule keine Zeugnisse erhalten! „Wie bitte?“, höre ich Sie fragen. Ja, in diesem Jahr erhalten Erstklässler keine Zeugnisse! Denn laut der Ankündigung des Bildungsministeriums wird im Rahmen des „Maarif-Modells des türkischen Jahrhunderts“ (TYMM) für Schüler der 1. Klasse anstelle eines Zeugnisses ein „Entwicklungsbericht“ ausgegeben, der die sozialen, emotionalen und lernbezogenen Fähigkeiten der Schüler umfasst. Diese Berichte werden auch digital über das E-Okul-System abrufbar sein. 

Die fünfseitigen Entwicklungsberichte werden eine individuelle Bewertung aller bis zum Ende des Semesters behandelten Themen sowie der sozialen und emotionalen Fähigkeiten des Schülers enthalten. Auf diese Weise wird dem Schüler und der Familie ein konkretes Ergebnis der prozessorientierten Bewertung geliefert, die das TYMM vorsieht. Anstatt Noten in Form von Zahlen zu vergeben, werden die Lehrer in den Entwicklungsberichten ihre Beobachtungen zum Schüler zum Ausdruck bringen. So kann der Schüler am Ende des Jahres sehen, welche Fortschritte er gemacht hat. Es bleibt mit Spannung abzuwarten, wie diese erstmalige Anwendung von Schülern und Eltern aufgenommen wird! Denn die Frage, wie „Erfolg“ in Schulen – einer der grundlegendsten Institutionen des Bildungsbegriffs – gemessen werden soll, ist seit jeher ein häufig diskutiertes Thema.

Die Definition und Messung von Erfolg in der Bildung war schon immer eines der Kernthemen des Bildungsbegriffs, auch wenn sie im Laufe der Zeit bedeutende Veränderungen erfahren hat. Traditionelle Maßstäbe basierten meist auf konkreten Daten wie Prüfungsergebnissen, Noten und Lehrerbewertungen. Heute ist jedoch eine breitere Perspektive bei der Bewertung des schulischen Erfolgs von Kindern erforderlich. Im traditionellen System werden die von Schülern gemäß einem bestimmten Lehrplan erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten durch mündliche oder schriftliche Prüfungen getestet. Diese traditionelle Methode war ein praktisches Instrument zur Bestimmung der akademischen Leistungen von Schülern. Diese Maßstäbe haben jedoch gewisse Einschränkungen. So können beispielsweise reine Prüfungsergebnisse die Problemlösungsfähigkeiten, die Kreativität oder die sozialen Kompetenzen der Schüler außer Acht lassen. Zudem kann Prüfungsstress für manche Schüler ein großes Hindernis darstellen.

Heutzutage beschränken sich die Maßstäbe für schulischen Erfolg nicht mehr nur auf akademische Leistungen. Bildungssysteme verfolgen ein breiteres Spektrum an Bewertungen, um die vielseitige Entwicklung der Schüler zu unterstützen. Nach diesem neuen Verständnis sollte Erfolg nicht nur durch Wissensansammlung, sondern auch durch die Entwicklung von Fähigkeiten, emotionale Intelligenz, Kreativität und soziale Kompetenzen gemessen werden.

Die sozialen Beziehungen und die emotionale Intelligenz der Schüler sind wichtige Faktoren, die den schulischen Erfolg beeinflussen. Fähigkeiten wie Empathie, Kooperation, Führung und Konfliktlösung sind sowohl für die individuelle Entwicklung als auch für die soziale Integration von entscheidender Bedeutung. Solche Fähigkeiten können bestimmen, wie Schüler bei Interaktionen im Unterricht und bei außerschulischen Aktivitäten abschneiden.

In der heutigen Welt reicht es nicht aus, sich bei der Bewertung des schulischen Erfolgs von Kindern nur auf Prüfungsergebnisse zu konzentrieren. Erfolg ist eine Kombination aus einem viel breiteren Spektrum an sozialen, emotionalen, kreativen und akademischen Fähigkeiten. Daher ist die Einführung des „Entwicklungsberichts“, die in unserem Land erstmals für die 1. Klassen der Grundschule angewendet wird, vielversprechend.