Diese Woche wurde die Agenda des Bildungsministeriums (MEB) durch das Thema Projektschulen aufgewühlt. Schulen, die überraschend ihren Status als Projektschule verloren haben, Schulleiter, die trotz eingereichter Präferenzen enttäuscht sind, da keine Zu- oder Absagen erfolgten, und Bürokraten, die den Prozess nicht transparent steuern konnten…
Wie bekannt ist, wurde das Konzept während der Amtszeit des derzeitigen Bildungsministers Yusuf Tekin als Unterstaatssekretär eingeführt. Ziel war es, Schulen und Einrichtungen, die im Rahmen von Kooperationsabkommen mit in- oder ausländischen Institutionen und Organisationen oder anderen Ländern gegründet wurden, nationale oder internationale Projekte durchführen oder bestimmte Bildungsreformen und -programme umsetzen, als Projektschulen zu definieren. Es war das Ziel, naturwissenschaftliche Gymnasien (Fen Liseleri), Sportgymnasien, Kunstgymnasien und sogar Gastronomiegymnasien zu gründen. In diesem Rahmen wurden die Verfahren und Grundsätze mit der Verordnung vom 1. September 2016 festgelegt. In der ersten erstellten und veröffentlichten Verordnung wurde die Gewinnung qualifizierter Lehrkräfte und Führungskräfte für diesen Bereich angestrebt. Doch konnte dies wirklich umgesetzt werden?..
Tatsächlich scheint das System, das bis 2018 seinem ursprünglichen Zweck entsprechend fortgeführt wurde, unter den zwei nachfolgenden Ministern von seinem Ziel abgewichen zu sein. Leider ist auch dieser Bereich nicht davon verschont geblieben, dass die Politik in der Türkei in jeden Bereich eingreift. Jeder Abgeordnete und jeder Minister hat, in dem Glauben, seiner eigenen ehemaligen Schule oder seiner Provinz einen Dienst zu erweisen, aus rein politischen Motiven Schulen in den Status einer Projektschule heben lassen! Natürlich blieb es nicht dabei. Sie ließen Schulleiter ernennen, selbst wenn diese nicht der Verordnung entsprachen! Während die Verordnung besagt: „Die Schulleiter von naturwissenschaftlichen Gymnasien werden aus den Fachlehrern für Mathematik, Physik, Chemie oder Biologie ausgewählt“, wurden Absolventen der Literaturwissenschaften zu Schulleitern an naturwissenschaftlichen Gymnasien ernannt. Und der Schulleiter holte dann die ihm genehmen Lehrkräfte an seine Schule…
Da dieser Bereich so begehrt war, stieg der Anteil der Projektschulen von den ursprünglich angestrebten 2 oder 3 Prozent auf 17 Prozent an.
Was passiert jetzt?
Eigentlich geht es darum, dass die Projektschulen zu ihrem ursprünglichen Zweck zurückkehren und die Leistungsprinzipien im Rahmen der Verordnung von 2016 sichergestellt werden. Doch das Bildungsministerium leidet dabei, wie so oft, unter einer Kommunikationsschwäche. Man beginnt mit einem richtigen Ziel und verursacht dann Verwirrung und Chaos. Eltern von Schülern, die die LGS-Prüfung ablegen, sehen in den Schlagzeilen den Ausdruck „Projektschulen geschlossen“ und geraten kurz vor der Prüfung in Sorge. Es ist offensichtlich, dass das Bildungsministerium in kurzer Zeit eine transparente und erklärende Pressemitteilung veröffentlichen muss. Denn in unserem Land ist es genauso wichtig, klar zu erklären, was man tut, wie das, was man tatsächlich tut. Besonders dann, wenn die Zielgruppe jede Familie betrifft…
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