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Wir wollen Zeugnisse wie das Mittelmeer und das Schwarze Meer!

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Wenn Sie die Überschrift mit einer Melodie im Kopf gelesen haben, sind Sie entweder alt oder, wie die neue Generation sagen würde, ein „Boomer“. Erinnern Sie sich, wie aufgeregt wir früher auf das Zeugnis gewartet haben? Wir haben unsere Lehrer mit diesem Lied angesprochen und konnten es kaum erwarten, unsere Zeugnisse in den Händen zu halten. Man möchte fast sagen: Wie bei dem Klischee über die „guten alten Feiertage“ – wo sind nur die alten Zeugnistage geblieben? Heutzutage ist es leider kaum noch möglich, von einer solchen Aufregung zu sprechen. Warum also lösen „Zeugnisse“ heute weder bei Schülern noch bei Lehrern oder Eltern eine solche Begeisterung aus?

Einer der Gründe dafür ist das „e-okul“-System. Mit diesem System können sowohl Schüler als auch Eltern die Ergebnisse der während des Jahres durchgeführten Prüfungen online verfolgen und einsehen; das bedeutet, dass alle Noten bereits bekannt sind, bevor die Zeugnisse überhaupt ausgehändigt werden. Folglich verliert das Zeugnis, das am letzten Schultag überreicht wird, seinen geheimnisvollen Reiz. Der eigentliche Grund für das Ende der Zeugnis-Euphorie liegt jedoch darin, dass die Leistungsbewertung an den Schulen keine realistischen Ergebnisse mehr liefert und die meisten Noten „hormonell aufgebläht“ sind.

Früher war es ein großes Ereignis, eine Auszeichnung oder eine Belobigung zu erhalten. In jedem Viertel gab es nur wenige Kinder, die solche Urkunden bekamen, und diese Kinder wurden bewundernd hervorgehoben. Heute fliegen einem die Auszeichnungen und Belobigungen nur so um die Ohren. Wenn man sich am Zeugnistag die Hände der Kinder ansieht, ist es bei den meisten möglich, diese Dokumente zu entdecken. Dadurch verlieren sie leider ihren Wert. Diese Situation wirkt sich auch negativ auf die guten Schüler aus, die diese Auszeichnungen tatsächlich verdienen, sich anstrengen und hart arbeiten. Auch ihre Motivation sinkt. Wenn unsere Kinder so erfolgreich sind, warum spiegeln sich diese Schulnoten dann nicht in den beiden wichtigsten zentralen Prüfungen des Landes, der LGS und der YKS, wider? Wenn wir uns die Klassendurchschnitte beider Prüfungen ansehen, ist die Lage ernst.

Hier liegt ein Fehler vor: Entweder sind die Schulnoten falsch oder die Ergebnisse der zentralen Prüfungen. In Anbetracht der Zuverlässigkeit der zentralen Prüfungsergebnisse ist es offensichtlich, dass die Schulnoten aufgebläht sind. An dieser Stelle möchte ich den Eltern folgenden Rat zum Zeugnis geben: Lassen Sie sich nicht von hohen Noten täuschen; diese Noten spiegeln nicht den tatsächlichen Leistungsstand Ihres Kindes wider. Seien Sie sich dessen bewusst, suchen Sie das aufrichtige Gespräch mit den Lehrern und erfahren Sie, auf welchem Niveau Ihr Kind wirklich steht.

Eltern, die Druck auf Lehrer ausüben und hohe Noten fordern, sollten wissen, dass dies ihren Kindern am meisten schadet. So wie ein übermäßig aufgeblasener Ballon platzt, wird auch ein Schüler, der sich durch künstlich aufgeblähte Noten von der Realität entfernt, bei den zentralen Prüfungen – metaphorisch gesprochen – leider platzen. Um diesen ungesunden Zustand zu verhindern, muss das Bildungsministerium (MEB) unverzüglich die notwendigen Schritte einleiten: Zunächst müssen die Lehrer vom Druck hoher Noten befreit und ihre Autorität gestärkt werden. Schulen, die Noten künstlich aufblähen, müssen streng kontrolliert werden. Das MEB, das das „Sitzenbleiben“ wieder eingeführt hat, muss ohne Wenn und Aber hinter dieser Entscheidung stehen. Andernfalls ist es mit dieser verzerrten Mess- und Bewertungspraxis unmöglich, dass das Bildungswesen auch nur einen Schritt vorankommt. Die Zeugnisse sind in ihrer jetzigen Form nichts weiter als wertlose Papierfetzen. Und folglich bleibt auch die Aufregung bei der ganzen Sache auf der Strecke.