RIMPAC – RIM OF THE PACIFIC
Die Übung Rim of the Pacific (RIMPAC), die als das weltweit größte internationale Seemanöver gilt, wurde am 26. Juni 2024 im Hafen von Pearl Harbor vor den Hawaii-Inseln gestartet. Die diesjährige Übung ist die neunundzwanzigste in einer Reihe, die erstmals 1971 stattfand.
Wir befinden uns in einer neuen Ära, in der große globale Seemanöver nicht mehr nur als reine Übungen betrachtet werden können. Die Verschiebung der geopolitischen Machtverhältnisse zwischen den Ländern und die Gebietsansprüche der Staaten auf strategischen Handelsrouten machen das diesjährige RIMPAC-Manöver interessanter als frühere Ausgaben.
RIMPAC 2024 MANÖVER
An der RIMPAC 2024, die am 26. Juni 2024 begann und bis zum 2. August andauern wird, nehmen etwa 40 Schiffe, 3 U-Boote, 14 Landstreitkräfteeinheiten, mehr als 150 Flugzeuge und über 25.000 Soldaten aus 29 Ländern teil. Gastgeber der Übung ist die US-Pazifikflotte.
Das Motto der diesjährigen Übung lautet „Partner: Gemeinsam und bereit!“. Zu den teilnehmenden Ländern gehören Australien, Belgien, Brasilien, Brunei, Kanada, Chile, Kolumbien, Dänemark, Ecuador, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Japan, Malaysia, Mexiko, die Niederlande, Neuseeland, Peru, Südkorea, die Philippinen, Singapur, Sri Lanka, Thailand, Tonga, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.
ÜBUNGSSZENARIEN UND ZIELE
Zu den Szenarien, die während der Übung angewendet werden, gehören U-Boot-Kriegsführung, Überwasserkriegsführung mit mehreren Schiffen, multinationale amphibische Landungen und die mehrachsige Verteidigung einer Flugzeugträgerkampfgruppe. Darüber hinaus wird eines der Ziele in diesem Jahr die Versenkung von Schiffen sein, wie etwa die routinemäßige Versenkung der ehemaligen USS Tarawa.

Es werden auch Übungen zur humanitären Hilfe und Katastrophenhilfe durchgeführt. In diesem Jahr liegt ein besonderer Schwerpunkt auf humanitären Hilfseinsätzen. In diesem Rahmen wurden mehr als 2.500 Mitarbeiter sowie verschiedene Flugzeuge und Schiffe für die Übung eingesetzt. Das Manöver zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den Ländern in den Bereichen gemeinsame Arbeit und Sicherung der Seewege zu stärken.
VERTEIDIGUNG TAIWANS GEGEN DIE CHINESISCHE BEDROHUNG

Das mit Spannung erwartete Hauptthema war, ob ein spezielles Übungsszenario zur Stärkung der Verteidigung Taiwans gegen die wachsende militärische Macht Chinas und dessen Pläne bezüglich Taiwan umgesetzt werden würde. Das RIMPAC-Manöver wird bis zum 2. August fortgesetzt. Es ist noch nicht bekannt, ob ein Übungsszenario mit Taiwan in das RIMPAC-Programm aufgenommen wird. Dennoch wurden im vergangenen April, obwohl es hieß, dass keine Übung für diesen Zweck geplant sei, einige kleinere gemeinsame Übungen zwischen den Marinen der USA und Taiwans durchgeführt, die als „ungeplante Übung“ unter dem CUES-Code definiert wurden. Zu diesen Operationen gehörte auch die Art der ASW-Übung (U-Boot-Abwehrkriegsführung). ASW umfasst grundlegende Kommunikations- und Versorgungsoperationen sowie gemeinsame Techniken der U-Boot-Kriegsführung. ASW-Übungen sind von großer Bedeutung, um die Interoperabilität der beiden Marinen in Notfällen zu gewährleisten.
ZUFÄLLIGE BEGEGNUNGEN UND ÜBUNGEN
Sowohl Taiwan als auch die USA behaupteten, dass diese Übungen das Ergebnis zufälliger Begegnungen seien. An dieser „ungeplanten Übung“ im April nahmen die Japanischen Maritimen Selbstverteidigungskräfte (JMSDF), die südkoreanische Marine (ROKN) und die USS Theodore Roosevelt Trägerkampfgruppe teil. Laut Reuters nahmen ein halbes Dutzend Schiffe an der Übung teil, von Versorgungsschiffen bis hin zu Fregatten.
DIE TEILNAHME DER PHILIPPINEN UND REGIONALE SICHERHEIT
Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal von RIMPAC ist neben der erstmaligen Teilnahme Vietnams das hohe Maß an Beteiligung der südostasiatischen Staaten im Vergleich zu früheren Übungen. Insbesondere die Teilnahme der Philippinen ist im Hinblick auf die Spannungen zwischen China und den Philippinen von Bedeutung; die Philippinen nahmen mit ihren zwei am besten ausgestatteten Schiffen, der neuen BRP Davao Del Sur und dem von den USA gespendeten Kriegsschiff BRP Andres Bonifacio, begleitet von einer 700-köpfigen Besatzung, an den Übungen teil. Durch die Teilnahme an RIMPAC haben die Philippinen auf Chinas Souveränitätsansprüche im Südchinesischen Meer mit ihrer Entschlossenheit in Fragen der regionalen Sicherheit und der Suche nach internationaler Unterstützung reagiert.
Quellen: U.S. Navy, U.S. Marine Corps Forces Pacific, Reuters, The Diplomat, Rappler, marineforum-online Deutschland
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