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Hallo an unsere Leser!

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Hallo an unsere Leser,

heute hat 12 Punto als frischer Wind in der Medienwelt seinen Betrieb aufgenommen.

Diese Plattform ist ein Publikationsorgan, das keiner Institution, keiner Organisation und keinem Unternehmen verpflichtet ist und keinerlei Verbindungen zu nationalen oder internationalen Fonds oder ähnlichen Strukturen unterhält; sie wird ein neuer Atemzug für die einseitige Medienlandschaft in der Türkei sein…

12 Punto ist vor allem ein wertvolles Projekt von Journalisten, die aus einem tiefen Verantwortungsgefühl gegenüber der Öffentlichkeit handeln.

Gleichzeitig ist 12 Punto eine Plattform, die vollkommen unabhängig, kemalistisch und den Werten der Republik verpflichtet ist; sie steht für linke Werte, Menschenrechte – kurzum: für dich, für mich, für uns, für den Menschen.

Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass ich mich sehr freue, ein Teil von 12 Punto zu sein, das all diese Werte unter einem Dach vereint.

Mit meinen Beiträgen, die jeden Freitag auf 12 Punto erscheinen werden, plane ich, einen Beitrag zu einer unabhängigeren Justiz in der Türkei, zur Rechtsstaatlichkeit und zur Stärkung des gesellschaftlichen Bewusstseins in diesem Bereich zu leisten.

Darüber hinaus werde ich mich als ehemaliger Richter und Staatsanwalt, heute als Anwalt und Dozent, gemeinsam mit Ihnen, den geschätzten Lesern, mit den drängenden rechtlichen Problemen unserer Gesellschaft auseinandersetzen.

Wie bekannt ist, besitzt die Justiz eine Struktur, die sich leicht als äußerst wirksames Instrument zur Intervention bei gesellschaftlichen Problemen und zur Bestimmung des Schicksals politischer Konflikte nutzen lässt. Aus diesem Grund waren politische Machthaber stets sehr bestrebt, die Justiz für ihre eigenen Programme, Ziele oder Kalküle einzuspannen.

Wenn die Justiz instrumentalisiert wird, sich von ihrem eigentlichen Ziel – der Gerechtigkeit – entfernt und politisiert, kommt es zu schwerwiegenden Verzerrungen im Justizwesen. Zusammenfassend bedeutet politische Justiz, dass die Justiz unter Missachtung geltender Rechtsnormen für politischen Druck und zur Ausschaltung von Gegnern eingesetzt wird.

Dieses Problem ist im Bereich des Strafrechts noch deutlicher sichtbar. Denn wenn das Strafrecht instrumentalisiert wird und ein repressives Strafrechtsverständnis vorherrscht, wird es einfacher, oppositionelle Gruppen oder zivilgesellschaftliche Organisationen ins Visier zu nehmen und sie zu unterdrücken.

Entgegen der landläufigen Meinung tritt die Politisierung der Justiz nicht nur in totalitären Regimen auf. Auch in nicht-totalitären Regimen lässt sich das Vorhandensein von repressivem Strafrecht, mit anderen Worten: Praktiken eines Feindstrafrechts, beobachten.

In meinen Artikeln werde ich daher häufig auf Urteile eingehen, die in der Türkei in den letzten Jahren von einer politisierten Justiz gefällt wurden und die den Praktiken eines Feindstrafrechts in nichts nachstehen.

Mit meiner fast dreißigjährigen Erfahrung als Jurist werde ich, sollte ich Kenntnis davon erlangen, dass ein Gericht bei seiner Urteilsfindung nicht das Recht und die Gerechtigkeit, sondern die herrschende oder offizielle Ideologie bzw. die Staatsräson als Referenz herangezogen hat, diese gerichtliche Entscheidung unter genau diesen Aspekten kritisieren und auf die politisierten Urteile aufmerksam machen.

Mein Ziel ist es, die Gesellschaft auf diese Weise vor Gerichtsurteilen zu warnen, die sich von der Gerechtigkeit entfernen, und gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung des Rechts- und Gerechtigkeitsbewusstseins in der Gesellschaft zu leisten.

Ich grüße alle meine Leser bereits jetzt mit großem Respekt.