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Greif: Kopf eines Adlers, Körper eines Löwen!

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TAŞ YERİNDE AĞIRDIR-171. VERGESSEN WIR NICHT, LASSEN WIR ES NICHT VERGESSEN.

Es gibt kaum andere Orte in Anatolien, deren historische Schätze so gnadenlos geplündert wurden wie in Bergama oder Gaziantep.

Darüber hinaus ist es völlig irrational, die Überreste eines so bedeutenden Teils der Stadt, wie den Zeus-Altar, auszugraben, abzubauen und wegzuschaffen.

Welch ein Ehrgeiz muss hinter einer solchen Tat stecken!

Es ist kaum nachvollziehbar, dass Dutzende von Marmorfriesen, die das riesige, etwa 35*33*10 Meter große Bauwerk schmückten und ihm seine Bedeutung verliehen, vor 120 Jahren trotz der Gefahr der Zerstörung aus Bergama nach Deutschland gebracht wurden, wo sie zudem mehrfach dem Risiko des Verlusts ausgesetzt waren.

Der kolonialistische, imperialistische preußisch-deutsche Staat des 19. Jahrhunderts hat dies vollbracht.

Die Architekten und Bildhauer von Pergamon hatten die Kanten und Ecken des Daches dieses prächtigen dreistöckigen Gebäudes mit Statuen von Göttern, Pferden und den als Greifen (Griffin) bekannten Fabelwesen ausgestattet.

Greifen waren in der antiken hellenischen Vorstellung hybride Wesen, die gemeinhin als löwenleibig mit dem Kopf und den Flügeln eines Adlers galten. Ihre Krallen waren groß genug, um einen Menschen zu tragen.

(Die Statue des römischen Kaisers Hadrian, die im 2. Jahrhundert n. Chr. auf der Akropolis von Bergama gefertigt und bei Ausgrabungen des Trajan-Tempels gefunden wurde. Sie konnte von der deutschen Schmuggelbande nicht entwendet werden und befindet sich noch heute in Bergama. Auf dem Brustpanzer sind schützende Greifen zu sehen. Das bedeutet, dass historische Artefakte auch an ihrem Ursprungsort geschützt werden können.)

Man glaubte, sie seien sehr mutig und stolz.

Mit ihrem Löwenkörper symbolisierten sie Stärke und Souveränität.

Mit ihrem Adlerkopf und ihren Flügeln galten sie aufgrund ihrer Wachsamkeit als himmlische Autorität.

Daher war der Greif ein mächtiges Symbol, das die Verbindung zwischen Erde und Himmel darstellte.

Er bewachte Schätze, heilige Stätten und Goldminen.

Deshalb galt er in vielen Kulturen als schützendes Wesen.

Gleichzeitig wurden sie in den gefertigten Skulpturen als Wächter der städtischen Güter und heiligen Bereiche dargestellt.

***

Die Könige von Pergamon aus der Attaliden-Dynastie, die den einzigartigen Zeus-Altar erbauten, präsentierten dieses monumentale Werk nicht nur als religiöses Zentrum, sondern auch als universelle Botschaft.

Nach ihrem eigenen Verständnis waren sie „Ordnungsstifter“ und Vertreter der „Zivilisation gegen die Barbarei“.

Die riesigen bildhaften Friese, die den Altar umgaben, erzählten diese Ideologie durch den Kampf zwischen Göttern und Giganten.

Sie repräsentierten die Götter, die Giganten standen für den Feind.

Hybride Machtsymbole wie der Greif waren ebenfalls Teil dieser königlich-göttlichen Legitimationssprache.

Das bedeutet, dass diese Figur nicht nur mythologische, sondern auch politische und symbolische Bedeutung trug.

Das Greifen-Motiv war eine in der Kunsttradition Anatoliens, des alten Ägyptens, Mesopotamiens, Irans und des Hellenismus weit verbreitete architektonische Verzierung und ein Wächter an Schwellen.

In Tempeln, Altären und Palästen wurde es als Eckelement, auf Brüstungen oder als Füllung zwischen Friesen verwendet.

Vielleicht aus Stolz auf die Erschaffung dieses großartigen Zeus-Altars und aufgrund ihres mutigen Kampfes gegen ihre Feinde hatten die Pergamener die Statuen dieser interessanten Wesen auf das Dach dieses prachtvollen Bauwerks gesetzt.

(Einer der Greifen-Statuen, die zwischen 1874 und 1906 durch Schmuggel und zweifelhafte Genehmigungen von Bergama nach Berlin gebracht wurden. Jetzt im verfallenden Berliner Pergamonmuseum/Gefängnis.)

Die Marmor-Greifenstatue, die sich unter der Identifikationsnummer „AvP VII 164“ im Berliner Museum/Gefängnis befindet, wird auf die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr., etwa 160 v. Chr., datiert.

Ihre Maße betragen: 132 x 51 x 110 cm.

Sie wurde von deutschen Schmugglern auf der Terrasse gefunden, auf der der Zeus-Altar stand.

Carl Humann und seine Bande gruben sie aus dem Hügel aus, der sich dort befand, bevor sie den Altar entdeckten.

In welchem Jahr und wie sie geschmuggelt wurde, wird natürlich nicht offengelegt.

Höchstwahrscheinlich wurde sie durch Fingerfertigkeit nach Berlin geschafft.

Oder mit zweifelhaften Genehmigungen!

Sie versäumen es immer noch nicht, dieses schöne Werk aus Bergama als „Preußischer Kulturbesitz“ zu bezeichnen.

Wie beschämend!

***

Die Konzepte, die Greifen-Symbole wie Macht, Souveränität, Schutz und Legitimität repräsentieren, haben über Jahrhunderte Bestand gehabt.

Solange sie im kulturellen Gedächtnis bleiben und weitergegeben werden, sterben sie nicht!

Die Greifen-Symbole, deren Ursprung weitgehend auf die Kunst des östlichen Mittelmeerraums und Anatoliens zurückgeht, wurden seit dem Mittelalter sehr häufig in europäischen Wappen verwendet.

(Wappen mit Greifen aus Lettland, Pommern (Westpolen) und London.)

In der Charakteristik dieser Wappen ist die Fortführung des hellenistischen Kunststils erkennbar.

Im Laufe der Zeit verbreitete er sich durch das Römische Reich im europäischen Raum.

Durch die Kreuzzüge und den byzantinischen Einfluss wurde er erneut populär.

Insbesondere Pergamon (Bergama) ist eines der stärksten Zentren, aus denen das Greifen-Motiv stammt.

Es besteht eine starke ikonographische Verbindung zwischen dem Ursprung der heraldischen Greifen in Europa und den Greifen in der Kunst von Bergama.

Dabei waren jene stolzen Greifen von Bergama, die Himmel und Erde verbanden, dazu geschaffen, den prächtigen Zeus-Altar von Bergama und die Stadt selbst zu schützen; nicht, um die Museen derer zu bewachen, denen ihre Natur fremd ist.

Diese steinernen Wächter, die heute in Berlin ausgestellt sind, stehen eigentlich immer noch wie vor dem Tor von Bergama.

Denn Stein hat ein Gedächtnis, und jeder Greif flüstert leise denselben Wunsch:

„Meine Heimat ist Anatolien, mein Platz ist Bergama.“

DER ZEUS-ALTAR UND DIE WERKE VON BERGAMA GEHÖREN NICHT IN DAS KALTE UND NEBLIGE BERLIN, SONDERN IN DAS SCHÖNE BERGAMA. SIE MÜSSEN UNBEDINGT ZURÜCKKEHREN, SIE MÜSSEN NACH HAUSE KOMMEN.

(Quellenverzeichnis: Smith William (2007): A Dictionary of Greek and Roman Biography and Mythologhy, Vol I-II-III/I. (London: B.Tauris)

… http://www.smb-digital.de/eMuseum, Database-Antikensammlung),


Sefa Taşkın

15.03.2026

Karşıyaka/İzmir