TAŞ YERİNDE AĞIRDIR-136. VERGESSEN WIR NICHT, LASSEN WIR ES NICHT IN VERGESSENHEIT GERATEN.
Ende des 19. Jahrhunderts brachte eine Gruppe Deutscher, darunter Ingenieure, Archäologen, Konsuln und Prinzen, auf organisierte Weise historische Artefakte aus Anatolien, insbesondere aus Pergamon, nach Deutschland.
Dieser Abtransport war nicht rechtmäßig, sondern dubios und ein Fall von Schmuggel.
In diesem Zusammenhang suchten deutsche Beamte und ihre Unterstützer, die wussten, dass es moralisch nicht vertretbar war, sich historische Werte eines anderen Landes mit oder ohne Erlaubnis anzueignen und ins Ausland zu bringen, nach einer Ausrede.
Sie wiegten die Weltöffentlichkeit und die türkische Öffentlichkeit jahrelang in dem Glauben, dass das Osmanische Reich, der damalige Eigentümer dieser Ländereien, den Pergamonaltar und die Artefakte an die Deutschen „verkauft“ habe.
Die dokumentierten Diebstähle, der massive Druck und die durch Täuschung erlangten Genehmigungen wurden ignoriert.
Mit einer großen Lüge wurden die Verwalter des Osmanischen Reiches beschuldigt, und die Intellektuellen in der Türkei und weltweit wurden getäuscht.
Dabei waren die Ereignisse in Pergamon zwischen 1864 und 1878 ein beispielloser kultureller Raubzug.
In jenen Jahren brachte der vom preußisch-deutschen Staat unterstützte Ingenieur Carl Humann mit seiner Bande die historischen Artefakte aus Pergamon heimlich nach Berlin, obwohl dies nach der damaligen osmanischen Verordnung von 1869 strengstens verboten war.
Dieser dokumentierte Sachverhalt ist, egal wo auf der Welt, ein klarer Fall von Schmuggel und Diebstahl.
Die Verantwortlichen des preußisch-deutschen Staates, die sich dieses ungerechten und rechtswidrigen Umfelds bewusst waren, suchten nach einer eigenen Lösung für die Situation.
In jener Zeit waren deutsche Beamte auf allen Ebenen des Osmanischen Reiches einflussreich.
Sie sorgten dafür, dass ein Deutscher namens Philip Anton Dethier die Leitung des Osmanischen Staatsmuseums, des Müze-i Hümayun, übernahm.
Im Jahr 1874 ließen sie ein neues Gesetz verabschieden, das von P.A. Dethier ausgearbeitet wurde und von dem sie glaubten, es entspreche deutschen Interessen, um den vorangegangenen Schmuggel zu legalisieren und den Weg für neue zu ebnen.
Mit diesem Gesetz sollten 1/3 der bei Ausgrabungen gefundenen Artefakte an die grabenden Deutschen, 1/3 an den Landbesitzer (also das Osmanische Reich) und 1/3 direkt an den osmanischen Staat gehen.
Die Aufteilung sollte ebenfalls ein Deutscher vornehmen: Heinze aus Göttingen, der Leiter der Filiale der Osmanischen Bank in Izmir.
Doch die osmanischen Beamten, die die Absurdität dieses Gesetzes kannten, wandten dieses erzwungene Gesetz nicht an. Sie erlaubten nicht, dass die Artefakte aus Pergamon ins Ausland gebracht wurden.
Bis zum 6. August 1878.
Im Russisch-Osmanischen Krieg von 1877-78 (auch bekannt als 93-Krieg) war das Osmanische Reich besiegt worden; die vom Balkan herabsteigende russische Armee war bis nach Ayastefanos/Yeşilköy vorgedrungen und stand vor den Toren der Hauptstadt Istanbul.
In einer Situation, in der die Hauptstadt in die Hände der Russen zu fallen drohte und der Staat vor dem Zusammenbruch stand, war das Osmanische Reich hilflos.
Während das Osmanische Reich durch den Berliner Vertrag, bei dem die angeblichen Verbündeten, die Deutschen, als Vermittler auftraten, Gebiete in Rumänien, Bulgarien und Zypern verlor, sah der deutsche Staat dies als Gelegenheit.
Durch Druck auf das in die Enge getriebene Osmanische Reich erzwang man die Erlaubnis, das 1874 erlassene, aber nie angewandte 1/3-Gesetz in Kraft zu setzen, zugunsten von P.A. Dethier, ihrem eigenen Mann, den sie an die Spitze der osmanischen Museumsverwaltung gebracht hatten.
Doch es gab ein Problem für die Deutschen!
Die wunderschönen Skulpturen aus Pergamon ließen sich nicht einfach in drei Teile teilen!
Die prächtigen Friese des Zeus-Altars, die den „Kampf der Giganten“, die „Gigantomachie“, darstellten, konnten nicht voneinander getrennt werden!
Hierfür schaltete sich der preußisch-deutsche Kronprinz Friedrich III. ein, der bereits zuvor Teil des Schmuggelnetzwerks war.
Friedrich, der später für kurze Zeit deutscher Kaiser werden sollte, war mit einer englischen Dame verheiratet, die eine Leidenschaft für historische Artefakte hatte, und er hatte ein Auge auf die Pergamon-Artefakte geworfen, um der grundlosen deutschen imperialistischen Kultur eine Wurzel zu geben.
Sie hatten zwar die Erlaubnis erhalten, 1/3 der Artefakte zu nehmen, doch nun waren sie hinter den verbleibenden 2/3 her.

Unter der Führung des mächtigen Mitglieds des Schmuggelnetzwerks, das Pergamon ausraubte, Prinz Friedrich, wurde erneut Druck auf das Osmanische Reich ausgeübt.
Zuerst am 5. Oktober 1878, dann am 16. Mai 1879 und anschließend am 13. Juli 1879 forderte Kronprinz Friedrich III. in persönlichen Briefen die Herausgabe der verbleibenden Artefakte, also auch der restlichen 2/3, die sie nicht hatten mitnehmen können.
Der damalige deutsche Staat stand mit seiner ganzen Macht hinter diesem Schmuggel!
Das Osmanische Reich lehnte die drei beharrlichen Forderungen, die der politische Arm des Netzwerks, Kronprinz Friedrich III., schriftlich stellte, ebenfalls schriftlich ab.

Es gab also doch patriotische Beamte des Osmanischen Reiches, die trotz all dieses Drucks Widerstand leisteten!
Und das, obwohl der deutsche Imperialismus in jeden Winkel des Osmanischen Reiches eingedrungen war.
Diese Dokumente zeigen deutlich den Druck, den die höchsten Staatsvertreter Preußens/Deutschlands auf das Osmanische Reich ausübten.
Doch der mächtige deutsche Staat hatte sich an der Spitze des Osmanischen Reiches festgesetzt.
Die deutschen Räuber wussten, wie wertvoll die Artefakte aus Pergamon waren.
Und sie wollten sie so schnell wie möglich abtransportieren.
Das Osmanische Reich leistete noch ein weiteres Jahr Widerstand, um diese Artefakte nicht herauszugeben.
Wer weiß, was in dieser Zeit alles geschah?
Wer weiß, welcher Druck noch auf das bereits erschöpfte Osmanische Reich ausgeübt wurde!
Einige lokale Beamte wurden auf irgendeine Weise überzeugt!

Mit einem Beschluss vom 20. August 1879 akzeptierte der osmanische Sultan Abdülhamid II. gegen eine Entschädigung/Spende von 20.000 Franken – eine für damalige Verhältnisse lächerliche Summe –, dass alle Artefakte, die bei den Ausgrabungen zwischen dem 9. September 1878 und dem 16. April 1880 gefunden wurden, an die Deutschen übergeben werden sollten.
Damit hatte der deutsche Imperialismus sein Ziel erreicht.
Ein Großteil der Artefakte aus Pergamon war zunächst geschmuggelt/gestohlen worden, dann wurde 1/3 durch ein dubioses Gesetz erlangt, und schließlich wurden die verbleibenden 2/3 durch die Hände der höchsten Vertreter des deutschen Staates beschlagnahmt.

Natürlich gab es in diesem Prozess auch interne Akteure, die ihnen halfen.
Wie könnte man diese Aneignung anders als Diebstahl und dubios bezeichnen?
Ist das Ausmaß an Rechtswidrigkeit und Unmoral nicht grenzenlos?
Diese Entwicklungen wurden der Weltöffentlichkeit und der türkischen Öffentlichkeit stets vorenthalten.
Doch nun sind die Menschen in Anatolien aufgewacht!
Sie schützen ihre historischen Artefakte!
Sie fordern ihr Recht ein!
DER ZEUS-ALTAR UND DIE SKULPTUREN AUS PERGAMON GEHÖREN NICHT IN DAS KALTE UND NEBLIGE BERLIN, SONDERN IN DAS SCHÖNE PERGAMON. SIE MÜSSEN UNBEDINGT ZURÜCKKEHREN, SIE MÜSSEN NACH HAUSE KOMMEN!
(Quelle: Ali Sönmez: Yitik Miras Zeus Sunağı. İdeal Yayıncılık-Istanbul-2020 / Yaşar Yılmaz: Anadolu’nun Gözyaşları-Anadolu-Kültürel Girişimcilik Yayınları-2021)
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