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Der Müll der Briten schadet uns nicht

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Der Guardian, eine der renommiertesten Zeitungen Großbritanniens, veröffentlichte vorgestern einen Artikel über die Türkei. In dem als Kommentar verfassten Beitrag wurde beschrieben, wie der Müll der Briten die Türkei verschmutzt. Mit anderen Worten: Andere machen sich mehr Gedanken um uns als wir selbst und schreiben darüber, wie die Türkei in eine Müllhalde verwandelt wurde. 

Abgesehen von ein oder zwei Zeitungen in der türkischen Presse hat die Nachricht nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdient hätte. Hätten wir doch nur genauso viel Sorge um die Gefahr, in der sich unser Land befindet, das auf dem besten Weg ist, die größte Müllhalde der Welt zu werden, wie es die anderen tun!

Die britische Zeitung kündigte den Bericht mit einer bemerkenswerten Schlagzeile an: „Die Türkei hat erklärt, sie werde ein ‚Null-Abfall‘-Land. Stattdessen ist sie zur Müllkippe Europas geworden...“

Was hat es also mit dieser Müllproblematik auf sich? 

Der Guardian berichtete, dass die Türkei nach dem Importstopp Chinas für Abfälle aus Europa zum zentralen Müllumschlagplatz geworden sei. Dabei wurde das Projekt, das die Ehefrau des Präsidenten Erdoğan, Emine Erdoğan, im Jahr 2017 persönlich vorstellte und das vorsah, die Türkei innerhalb der nächsten 15 Jahre in ein „Null-Abfall“-Land zu verwandeln, als ein sehr wichtiger Schritt angesehen. Doch im selben Jahr, also 2017, hatte China die Abfallannahme eingestellt. 

Die Prüfung der Türkei durch den Müll war schrecklich. Berichten aus dem Jahr 2010 zufolge warf die Türkei jedes Jahr 35 Millionen Euro in den Müll, und der Großteil davon bestand aus Kunststoffabfällen. Dann geschah etwas: Nicht einmal ein Jahr nach dem Start von Erdoğans Null-Abfall-Projekt wurden mehr als 200.000 Tonnen Kunststoffabfälle in die Türkei geschickt. 

Drei Jahre nach der Ankündigung des Null-Abfall-Projekts wurden mehr als 750.000 Tonnen alter Kunststoffe aus ganz Europa nach Anatolien geleitet, was die Türkei zum weltweit größten Abnehmer von Kunststoffabfällen machte. Diese Zahlen wurden von den Briten selbst veröffentlicht, die den Müll verschickten. 

Während die Türkei zu einer riesigen Müllhalde wurde, begann ein Wettbewerb unter europäischen Aktivisten und Journalisten. Sie begannen zu untersuchen, was mit dem Müll geschieht, der in ihren eigenen Ländern getrennt wird, und ob tatsächlich Recyclingpläne umgesetzt werden. Sie platzierten GPS-Chips in leeren Waschmittel- oder Spülmittelflaschen und verfolgten ihren Müll. Und die GPS-Geräte führten sie in die Türkei. Der Müll wurde in der Türkei nicht einmal so sortiert, wie es behauptet wurde!

Insbesondere Adana war zur größten Müllhalde Europas geworden. Die Türkei ist derzeit das Land, das den meisten Müll aus Europa importiert. Mit 12 Millionen Tonnen steht die Türkei an erster Stelle. Gefolgt wird die Türkei von Indien, Ägypten, Norwegen und der Schweiz. 

Die Briten weisen darauf hin, dass in diesem Geschäft sehr viel Geld im Umlauf ist und der Müllimport eine große Einnahmequelle darstellt. Während wir vergessen, vor unserer eigenen Haustür zu kehren, rufen die anderen: „Die Türkei wird ihre natürlichen Ressourcen zerstören“...

Natürlich haben wir nicht innegehalten und entdeckten, wie klug es sei, die Türkei mit dem Projekt „Mega-Petrochemie-Industriezone Ceyhan“ zu einem „globalen petrochemischen Zentrum“ zu machen. Wir prognostizierten, dass dies die Abhängigkeit des Landes von importiertem Polyethylen verringern und somit langfristig türkisches Kapital für den Kampf gegen den Klimawandel freisetzen würde, übersahen dabei aber, dass Adana mit diesem Projekt nicht mehr nur Müll annehmen, sondern seine zukünftige Wirtschaft darum herum aufbauen würde.

Sogar die Briten, die einen Ort suchten, um ihren Müll loszuwerden, drückten ihr Bedauern darüber aus, dass die natürlichen Ressourcen, Flüsse und landwirtschaftlichen Flächen der Türkei durch dieses Projekt zerstört werden. Und das, obwohl sie uns sogar dafür bezahlen, dass wir den Müll nehmen, den sie loswerden wollen...

Natürlich werden wir nicht nur mit Kunststoffabfällen und Hausmüll geprüft!

Zusammen mit dem Müll Europas wird auch dessen Mafia in die Türkei geschickt, ebenso wie das, was in Syrien oder Afghanistan nicht mehr zu gebrauchen ist... Jeden Tag töten Menschen mit einem Charakter, der so verdorben ist, dass er nicht einmal in den Müll gehört, Frauen oder vergewaltigen Kinder. Die Menschen stechen einander nieder.

Unsere Mentalität ist zu Müll geworden. Der Müll der Briten oder Deutschen schadet uns nicht, oder etwa doch...