In demokratischen Ländern haben Ihre Worte Gewicht, egal ob Sie Premierminister oder Innenminister sind.
Man kann es nicht einfach mit einem „Ich habe es nur so gesagt“ abtun…
Auch die britische Innenministerin Suella Braverman hat wegen ihrer Äußerungen Ärger.
Während die einwanderungsfeindlichen Ansichten der Ministerin in der Öffentlichkeit für großes Aufsehen sorgten, bringen ihre Gedanken zum Israel-Palästina-Konflikt ihren Stuhl zum Wackeln.
Die Ministerin hatte sich scharf über die Solidaritätsmärsche für Palästina geäußert, die wie überall auf der Welt auch in der britischen Hauptstadt London stattfanden.
Braverman bezeichnete die Unterstützermärsche als „Hassmärsche“ und forderte deren Verbot. Doch die Ministerin schoss dabei so weit über das Ziel hinaus, dass sie sofort den Unmut der Öffentlichkeit auf sich zog.
Sie verfasste einen Artikel für die Zeitung The Times. In diesem Artikel kritisierte sie die Londoner Polizei scharf dafür, dass sie die Solidaritätsmärsche nicht verboten hatte.
Braverman schrieb in dem Artikel: „Ich glaube nicht, dass diese Märsche ein Hilferuf für Gaza sind. Es handelt sich um eine Machtdemonstration bestimmter Gruppen, insbesondere Islamisten, wie wir sie aus Nordirland kennen.“
Damit nicht genug, warf Braverman hochrangigen Polizeibeamten vor, bei palästinensischen Demonstranten eine positive Diskriminierung zu betreiben und mit zweierlei Maß zu messen.
Nach Veröffentlichung des Artikels brach im Land ein Sturm der Entrüstung los. Nicht nur die Opposition, sondern auch Abgeordnete ihrer eigenen Partei kritisierten den Tonfall der Ministerin. Seit zwei Tagen kritisieren auch die britischen Zeitungen die Ministerin scharf und fordern ihren Rücktritt.
Braverman wird vorgeworfen, die Spaltung in der Bevölkerung zu schüren und die Polizei zu diskreditieren.
Die Angelegenheit hat ein solches Ausmaß erreicht, dass die Opposition Premierminister Rishi Sunak wegen der Ministerin unter Druck setzt.
Der Vorsitzende der oppositionellen Labour Party, Keir Starmer, bezeichnete den Premierminister als „schwach“, da er nicht den Mut habe, die Innenministerin zu entlassen.
Das Büro des Premierministers erklärte, man habe Änderungen an Bravermans Artikel gefordert, bevor dieser in der Zeitung erschien, doch diese Warnungen seien ignoriert worden.
Nun blickt die britische Öffentlichkeit gespannt auf den Solidaritätsmarsch für Palästina, der am Samstag, dem 11. November (heute), stattfinden soll.
Es ist unklar, ob ein möglicher Zwischenfall den Stuhl der Ministerin festigen würde, aber es ist sicher, dass Braverman wegen dieser Ansichten noch mehr Ärger bekommen wird.
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