In den letzten Tagen gibt es eine Krise um gefälschten Alkohol. Die Menschen im ganzen Land sind beunruhigt, doch vom Trinken lassen sie sich dennoch nicht abhalten. Allein in Istanbul wurden innerhalb weniger Tage 88 Menschen wegen gefälschten Alkohols ins Krankenhaus eingeliefert. 38 Menschen kamen ums Leben. 27 Personen befinden sich auf der Intensivstation...
Es gibt nun zwei Arten von gefälschtem Alkohol: die erste ist hausgemacht, die andere wird von skrupellosen Betrügern hergestellt, die mit diesem Geschäft Geld verdienen wollen. Doch haben die Preispolitiken nicht auch eine Mitschuld daran, dass sich die Menschen diesen gefälschten Alkoholika zuwenden?
Der teuerste Alkohol der Welt wird in der Türkei verkauft.
Als wäre die Sonderverbrauchssteuer (ÖTV) auf alkoholische Getränke nicht schon hoch genug, wurde sie mit dem neuen Jahr um 7,56 Prozent erhöht.
Die Steuer ist so hoch, dass der steuerfreie Preis für einen 70-cl-Raki mit einem Alkoholgehalt von 45 % Anfang 2024 bei 247,78 Lira lag. Die ÖTV betrug 334,72 Lira, die Mehrwertsteuer 116,50 Lira... Der gesamte Steuerbetrag belief sich somit auf 451,22 Lira. Der empfohlene Verkaufspreis lag bei 699 Lira. Das bedeutet, der Bürger zahlte 700 Lira für einen Raki, der eigentlich 250 Lira wert war. Von den zwischenzeitlichen Preiserhöhungen ganz zu schweigen, stieg der Preis für eine 70-cl-Flasche Raki nach dem neuen Jahr auf 950 Lira. Na dann, Prost.
Wissen Sie, warum es gefälschten Alkohol gibt? Wegen der Wucherpreise... Wer würde sich die Mühe machen, gefälschten Raki herzustellen, wenn Raki 250 Lira kosten würde? In Europa gibt es an den Flaschen nicht diese Sicherheitsverschlüsse wie bei uns. Weil es kostspieliger ist, eine Fälschung herzustellen, macht sich niemand die Mühe!
Wo wir gerade bei Europa sind: Die Todesfälle durch gefälschten Alkohol in der Türkei haben auch in der Weltpresse für Schlagzeilen gesorgt. Im vergangenen Sommer hatten europäische Länder in ihren Reisewarnungen für Bürger, die in die Türkei reisen wollten, den Hinweis aufgenommen, dass man bei Alkohol vorsichtig sein sollte. Die Ereignisse der letzten Tage haben nun die Titelseiten der Zeitungen geschmückt!
In einem Bericht der deutschen Zeitung Die Welt wurde darauf hingewiesen, dass es in der Türkei zu Todesfällen durch gefälschten Alkohol gekommen sei. In dem Bericht, der auf die hohen Steuern auf alkoholische Getränke einging, hieß es: „Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der sich als Muslim bezeichnet, hat sich wiederholt gegen den Konsum von Alkohol und Tabak ausgesprochen.“
In einem Bericht der britischen Zeitung Daily Mail hieß es: „In der Türkei, wo nach Steuererhöhungen die private Produktion zugenommen hat, sind Vergiftungen durch gefälschten Alkohol weit verbreitet“, wobei ebenfalls der Begriff des muslimischen Präsidenten verwendet wurde.
Die französische Zeitung Le Monde berichtete zum gleichen Thema, dass Vergiftungen durch gefälschten Alkohol in der Türkei, wo die private Produktion mit steigenden Steuern auf alkoholische Getränke zunimmt, weit verbreitet seien.
In einem Bericht der US-amerikanischen internationalen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hieß es: „Viele Menschen, die mit steigenden Kosten konfrontiert sind, wenden sich billigeren Alternativen oder hausgemachten Getränken zu, was das Risiko einer Vergiftung durch toxische Substanzen erhöht. Infolge der hohen Inflation und der Steuern haben die Alkoholpreise ein Allzeithoch erreicht.“
Die Höhe der Steuern ist eine Sache, aber das hat nichts mit dem Islam zu tun. Niemand sagt den Bürgern im Land, dass Trinken eine Sünde sei! Wenn das so wäre, würde es verboten werden...
Nun wird es Leute geben, die sagen: „Es ist ein muslimisches Land, sie sollen halt nicht trinken.“ Ein anderer Teil wird sagen: „Ach was, wir leben in einem Land, in dem 5 Leutnants und 3 Kommandeure vor die hohen Disziplinarausschüsse geladen wurden, weil sie bei der Abschlussfeier der Militärakademie Kara Harp Okulu die Schwerter zogen und schworen: ‚Wir sind die Soldaten von Mustafa Kemal‘. In einem Land, in dem bei der Befragung fachfremde Fragen gestellt werden wie: ‚Was denken Sie über den Deismus? Wie beten die Soldatinnen?‘, wen kümmert da noch, wer Alkohol trinkt?“
Doch wie in keinem anderen Lebensbereich hat die Sache mit dem Alkohol nichts mit dem Islam zu tun! Denn die Steuer auf Alkohol ist so hoch, dass es im Gegenteil eine so große Steuereinnahme gibt, dass man sich wünscht: „Ich wünschte, jeder würde trinken.“ Ohnehin haben die Fragen an die Leutnants nichts mit dem Islam zu tun. Was war laut den Angaben der Grund für die Einleitung der Untersuchung? Disziplinlosigkeit! Ansonsten gab es keinen Einwand dagegen, dass sie Soldaten von Mustafa Kemal sind. Wissen diejenigen, die die Untersuchung leiten, etwa nicht, wo Soldatinnen beten...
Es gibt noch ein weiteres Thema, das nichts mit dem Islam oder religiöser Brüderlichkeit zu tun hat. Was war die erste Amtshandlung der neuen Führung in Syrien, die wir so sehr bewundern? Die Entscheidung vom 11. Januar zur Harmonisierung der Zölle! Die Steuern auf Importe aus der Türkei wurden um Sätze zwischen 300 und 500 Prozent erhöht. An den Grenzübergängen bilden sich derzeit LKW-Schlangen von bis zu 6 Kilometern Länge. Sogar Nihat Özdemir, Gründer der Limak Holding, die als regierungsnah gilt, reagierte auf die Ereignisse mit den Worten: „Diese Entscheidung hat mich sehr überrascht. Denn wir scheinen uns mit der neuen Führung sehr gut zu verstehen. Das ist nicht nachvollziehbar.“
Wenn es ums Geld geht, bleibt von der religiösen Brüderlichkeit also nichts übrig...
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