Ich liebe diese Umfragen…
Sie sind wie ein Spiegel der Gesellschaft. Uns liegen wieder die Ergebnisse einer Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts vor; sie zeigen deutlich, in welcher Lage wir uns befinden. ASAL Araştırma hat die Bürger nach der vertrauenswürdigsten Institution der Türkei gefragt.
Die Antworten? „Interessant“ ist noch untertrieben…
Das wichtigste Ergebnis, das ins Auge sticht, ist folgendes: Ganze 24,9 Prozent der Befragten gaben an: „Ich vertraue keiner einzigen Institution.“
Ich wiederhole: keiner einzigen!
Dieser Wert übertrifft alle anderen Institutionen auf der Liste und führt die Erosion des institutionellen Vertrauens in der Türkei schonungslos vor Augen.
Das Volk vertraut also niemandem…
Wie sollte es auch? Lassen Sie mich ein konkretes Beispiel nennen:
Banu Aktekin, die Ehefrau des Rektors der Nevşehir Hacıbektaş Veli Universität, Prof. Dr. Semih Aktekin, wurde im Studienjahr 2021-2022 durch eine Eignungsprüfung und ein Nachrückverfahren in den Fachbereich Keramik und Glas der Fakultät für Schöne Künste aufgenommen.
Achtung! Über das zusätzliche Kontingent wurde nur eine einzige Person aufgenommen… und das war die Ehefrau des Rektors, Banu Aktekin!
Kann das sein? Natürlich kann es sein, vielleicht ist sie sehr talentiert. Das kann ich nicht beurteilen…
Aber die Geschichte endet hier nicht!
Rektor Aktekin ließ den Fachbereich Keramik und Glas per Senatsbeschluss von Hacıbektaş in den 10 km entfernten Ort Avanos verlegen, damit seine Frau bequemer zur Universität gelangen konnte.
Und dann?
Nachdem seine Frau ihren Abschluss gemacht hatte, wurde derselbe Fachbereich per Senatsbeschluss wieder zurück nach Hacıbektaş verlegt, 55 km vom Zentrum Nevşehirs entfernt.
Sehen Sie, das ist nur ein Beispiel… aber kein gewöhnliches.
Wenn eine Person an der Spitze einer Bildungseinrichtung so mühelos Schritte zu ihrem eigenen Vorteil unternehmen kann, bleibt dann noch Vertrauen in andere Institutionen?
Nein!
Was sagten unsere Vorfahren?
„Wer den Honig verwaltet, leckt sich die Finger…“
Wenn man ein solches Sprichwort hat, ist es schwer, in Vertrauen zu investieren, und Transparenz bleibt ein Wunschtraum!
Während eine kleine Gruppe sich an Honig und Sahne labt, kämpft das Volk mit dem Hunger. Laut den Daten von Türk-İş für Juni ist die Hunger-Grenze auf 26.115 Lira und die Armutsgrenze auf 85.066 Lira gestiegen. Aber wen kümmert das? Die glückliche Minderheit leckt weiter am Honig. Und dann wundert man sich, dass kein Vertrauen in die Institutionen mehr besteht – wenn es noch welches gäbe, wäre das ein Wunder.
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