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Das türkische Volk wird dieses blutige Gesetz nicht zulassen!

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Das Gesetz zur Tötung von Straßenhunden wurde trotz aller Proteste vom Landwirtschafts-, Forst- und Dorfangelegenheitsausschuss der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) angenommen. Das Wort „Euthanasie“ wurde zwar gestrichen, doch die Kriterien für die Tiere, die durch „Euthanasie“ getötet werden sollen, wurden festgelegt.

Diese Verantwortung wurde den Kommunen übertragen. Der Gesetzentwurf bürdet den Kommunen die Verantwortung für das Einschläfern der Tiere auf und besagt: „Sammelt herrenlose Straßenhunde ein, sperrt diese Tiere in Tierheime, vermittelt sie oder tötet sie.“ Die Aufsicht wird vom Landwirtschaftsministerium geführt. Kommunen, die ihrer Pflicht nicht nachkommen, werden mit Strafen belegt.

Meine Kindheit verbrachte ich damit, mit den Hunden unserer Straße zu spielen. Dreimal wurde ich zu verschiedenen Zeiten von Straßenhunden gebissen. Wir haben jeden von ihnen genau beobachtet, ich musste nicht einmal gegen Tollwut geimpft werden.

Meine Generation, die Generationen vor mir und die nach mir, wir alle sind mit Hunden auf der Straße aufgewachsen. Wir haben unseren tierischen Freunden auf der Straße Namen gegeben. Wir haben sie zu einem Teil unserer Spiele auf der Straße gemacht.

In der alten anatolischen Kultur sind Straßentiere „Lebensgefährten“. An heißen Tagen findet man vor jeder Haustür eine Schale Wasser für diese Lebewesen. Die Nachbarschaft füllt diese Schale immer wieder auf. In der anatolischen Kultur werden Essensreste nicht weggeworfen, sondern für die Katzen und Hunde auf der Straße aufgehoben. Kindern wird das Wissen um Barmherzigkeit zuerst durch den Umgang mit Straßentieren vermittelt. Der „Karabaş“ oder „Çomar“ der Nachbarschaft ist ein untrennbarer Teil der anatolischen Kultur. Sie sind keine Ware, sie sind Lebewesen!

Wenn es in der Türkei ein Problem mit Straßentieren gibt, dann ist die Regierung, die das Land seit 23 Jahren führt, die Nummer eins, die dafür verantwortlich ist. Das Recht auf Leben ist zu heilig, um es irgendjemandem zu überlassen. Die Regierung, die dieses Problem seit 23 Jahren nicht lösen konnte, die Vermehrung der Straßentiere nicht kontrollieren und sie nicht kastrieren konnte, wählt nun die grausamste und beschämendste Methode: den Weg des Tötens. Leider stehen wir einer Macht gegenüber, die sich das Recht herausnimmt, herrenlose Tiere zu töten.

Gegen diese Grausamkeit, gegen dieses Massaker kann man nicht schweigen. Ob man es nun Töten, Einschläfern oder Euthanasie nennt – sich gegen diesen beschämenden Gesetzentwurf zu stellen, ist eine Notwendigkeit, um ein Mensch zu sein.

Warum wurde dieser Gesetzentwurf nicht im Konsens mit den Kommunalverwaltungen behandelt? Warum wurde er nicht diskutiert? Die Anzahl der Veterinärmedizinischen Fakultäten in der Türkei ist höher als die Gesamtzahl der Veterinärmedizinischen Fakultäten in den EU-Ländern. Es gibt in der Türkei ganze 29 Veterinärmedizinische Fakultäten. Warum wurde dieses Gesetz nicht unter Beratung der Veterinärmedizinischen Fakultäten ausgearbeitet? Warum wurde das Wissen der Nichtregierungsorganisationen, die sich für Tierrechte einsetzen, nicht genutzt?

Euthanasie wird bei Lebewesen durchgeführt, die ihre lebenswichtigen Funktionen verloren haben. Wie ethisch ist es, gesunde Tiere zu töten? Welcher Tierarzt würde diese Aufgabe akzeptieren? Wird auch der Arzt bestraft, der sich weigert, gesunde Straßentiere zu töten? Wird die psychische Gesundheit der Menschen in einem Land, das universelle wissenschaftliche und medizinische Regeln beiseite schiebt und sich statt für das Leben für das Töten entscheidet, nicht beeinträchtigt? Wird die Psyche der Kinder nicht Schaden nehmen?

Gewissen und Barmherzigkeit haben keine Ideologie. Sie haben auch keine Partei. Ich bin sicher, dass viele Menschen, die für die AKP gestimmt haben, und deren Kinder ebenfalls gegen dieses Gesetz sind. Denn das Recht auf Leben eines Lebewesens ist nicht wichtiger als das eines anderen!

Im Koran heißt es: „Wer ein Lebewesen, ein Tier oder einen Vogel ohne Grund tötet, wird am Tag des Jüngsten Gerichts von ihm zur Rechenschaft gezogen werden!“ (Kanz al-Ummal, Hadith-Nr. 39968)

Das türkische Volk wird dieses blutige Gesetz nicht zulassen!