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Lang lebe der verrückte Türke!

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Während ich diesen Artikel schreibe, wurde bei Tomaten, die aus der Türkei nach Rumänien exportiert wurden, eine Pestizidbelastung festgestellt, die das 34-fache des zulässigen Grenzwerts überstieg. Die Tomaten wurden zurückgeschickt.

Seit Jahresbeginn wurden in Paprika, die nach Europa exportiert wurden, 14 verschiedene Pestizidrückstände nachgewiesen. In einigen Proben wurde Chlorpyrifos-Methyl gefunden, dessen Verwendung bereits 2021 untersagt wurde.

Bei getrockneten Feigen, die nach Deutschland exportiert werden sollten, wurde Aflatoxin in einer Konzentration festgestellt, die das 3,3-fache des Grenzwerts betrug; die Ware wurde in die Türkei zurückgeschickt. 

Zahlreiche landwirtschaftliche Erzeugnisse, die aus der Türkei nach Europa gelangen, werden zurückgeschickt, da die Pestizidmengen weit über den Standards liegen. 

Doch gibt es in der Türkei überhaupt Kontrollen?

Bei der Analyse von roter Paprika, die vergangene Woche in einer Premium-Filiale eines Discounters in Istanbul gekauft wurde, wurde Formetanat in einer Konzentration festgestellt, die 110-mal über dem sicheren Grenzwert lag.

Zudem wurde in dem Produkt die in der Türkei verbotene Substanz Chlorpyrifos nachgewiesen!

In den Regionen, in denen aus Europa nach Adana importierter Müll gelagert wird, ist die Konzentration krebserregender Stoffe im Boden auf das 400.000-fache angestiegen. 

Unsere Böden sind vergiftet, unsere Flüsse sind vergiftet, unsere Lebensmittel sind vergiftet. 

Cervantes’ berühmte Figur Don Quijote sagt zu Sancho: „Wir kämpfen gegen drei Riesen, mein lieber Sancho: Ungerechtigkeit, Angst und Unwissenheit“. 

Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit gibt es Menschen, die sich abmühen und mit großem Idealismus für ihr Land arbeiten. Einer von ihnen ist ein sehr fleißiger Wissenschaftler, der alle Eigenschaften der 68er-Generation in sich trägt, kemalistisch eingestellt und ebenso idealistisch ist.  

Er hat ein für die Lebensmittelsicherheit der Türkei äußerst wichtiges Forschungsnetzwerk aufgebaut. Er hat zahlreiche internationale Konferenzen initiiert. Er hat Fachleute, lokale Entscheidungsträger und Erzeuger unter dem Dach dieses Forschungsnetzwerks zusammengebracht.

Das Türkische Forschungsnetzwerk für lokale Produkte und geografische Angaben (YÜciTA) ist zu einer der bedeutendsten Nichtregierungsorganisationen der Türkei geworden. Dank YÜciTA wurde das Gesetz über geistiges Eigentum Nr. 6769 verabschiedet, das auch Bestimmungen zu geografischen Angaben enthält. Dank der Arbeit dieses Forschungsnetzwerks wurden die Produkte der Türkei mit geschützter geografischer Angabe anerkannt. Gastronomie-Fachbereiche an Berufsschulen haben geografische Angaben in ihre Lehrpläne aufgenommen.

Die Mission von YÜciTA ist es, landesweit ein Bewusstsein für die Bedeutung geografischer Angaben zu schaffen, um ein ideales System für geografische Angaben in der Türkei zu etablieren, durch die Wertschöpfung lokaler Produkte eine nachhaltige ländliche Entwicklung zu fördern und den Schutz der kulturellen und biologischen Vielfalt zu unterstützen. 

Dank YÜciTA, das auf Freiwilligenarbeit basiert und aus Mitgliedern verschiedenster Schichten und Profile aus vielen Regionen der Türkei sowie unterschiedlichen Institutionen und Organisationen besteht, haben viele unserer Produkte eine europäische Registrierung erhalten. 

Eine nachhaltige Gastronomiekultur und eine nachhaltige Lebensmittelwirtschaft hängen vom Schutz unserer lokalen Produkte und geografischen Angaben ab. Warum werden die Malatya-Aprikose, die Aydın-Feige oder der Taşköprü-Knoblauch, die jeweils eine geografische Angabe tragen, nicht aus den Ländern zurückgeschickt, in die sie exportiert werden? Weil sie auch von der Europäischen Union registriert und geschützt sind, ihre Governance-Prozesse relativ ideal sind und ihre Kontrollmechanismen systematisch funktionieren.

Ob das Landwirtschaftsministerium davon weiß? Ich weiß es nicht.

Das etwa 600 Seiten umfassende, enzyklopädische Magazin von YÜciTA, YÜciDER-Gİ, wurde mit den Gourmand Awards ausgezeichnet, die als die weltweit bedeutendste Auszeichnung im Bereich Gastronomie gelten. 

Am 6. Dezember wird die neue Ausgabe der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Existenz des YÜciTA-Gründers Prof. Dr. Yavuz Tekelioğlu und der YÜciTA-Freiwilligen, die wie er idealistisch sind und deren Herzen voller Liebe für die Türkei schlagen, lässt mich für die Zukunft hoffen. 

Sie sind die verrückten Türken der Türkei. Dieser verrückte Türke, der kurz vor seinem 82. Geburtstag steht, 

der Don Quijote der Türkei, Prof. Dr. Yavuz Tekelioğlu, ist mein Vater.

Lang lebe der verrückte Türke, 

Lang lebe YÜciTA!