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Sie wandte sich an ihren Vater und fragte: „Ist es schwieriger, im Weltraum zu leben oder in Antakya?“

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Der erste Monat des Jahres 2024 ist vorüber, und wieder hat sich nichts geändert. Denn das türkische Volk hat sich längst daran gewöhnt, dass seine eigenen Bedürfnisse nicht priorisiert werden.

Die Priorität der Regierenden: Einen Türken ins WELTRAUM zu schicken,

Die Priorität der Türken:  Preiserhöhungen und das Überleben.

In der Woche, in der der neue Mindestlohn, der die Armutsgrenze nur knapp überschreitet, auf 17.000 TL festgelegt wurde und Rentner mit der neuen Basisrente von 10.000 TL nicht einmal mehr zu träumen wagen, was sie damit anfangen sollen, schickte die Türkei den ersten Türken ins Weltall. 

Nicht mit dem eigenen Raumschiff, sondern mit dem Raumschiff eines anderen Landes. Nicht von der eigenen Weltraumbasis aus, sondern von der eines anderen. Nicht mit eigenen Mitteln, sondern indem man dem türkischen Volk das Brot vom Mund absparte...

Das türkische Volk hat sich so sehr daran gewöhnt, dass seine eigenen Bedürfnisse nicht priorisiert werden, dass es den ersten türkischen Astronauten, der ins All geschickt wurde, mit leuchtenden Augen verfolgte, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie es mit den 17.000 TL, die innerhalb weniger Monate durch die Inflation dahinschmelzen werden, über die Runden kommen soll.  

Die ersten Worte des ersten türkischen Astronauten im Weltraum lauteten: „Die Zukunft liegt in den Lüften“ war.

Dabei entsprach der mit der neuen Erhöhung festgelegte Mindestlohn von 17.000 TL gerade einmal einem Flugticket (Hin- und Rückflug), das ein Vater mit seinem gesamten Gehalt für seine vierköpfige Familie hätte kaufen können. Ein Rentner, der mit einer Grundrente von 10.000 TL abgespeist wird, konnte von einem Flug ohnehin nur träumen.

Die Priorität der Regierenden war es, in der Weltliga aufzusteigen. Die Kriterien dafür konnten jedoch nicht ein hoher Mindestlohn, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen, die wirtschaftliche Unabhängigkeit durch eigene Ressourcen oder die Steigerung des Wohlstands der Bevölkerung sein.

Sie schossen den ersten türkischen Astronauten ins All. Auf riesigen Bildschirmen, die auf dem Kızılay-Platz aufgestellt waren, wurde der Moment des Starts voller Begeisterung verfolgt. Auf dem Platz, an dem sich eine große Menschenmenge versammelt hatte, wurde der Countdown gemeinsam und enthusiastisch mitgezählt. Der Präsident sagte in einer Videobotschaft an sein Volk: „Wir treten in das zweite Jahrhundert unserer Republik, in das Jahrhundert der Türkei, mit unserer ersten bemannten Weltraummission ein. Um unsere Kinder, deren Träume nicht auf die Welt passen, zu inspirieren, schicken wir zum ersten Mal einen unserer Bürger ins All.“ sagte er.

Währenddessen verfolgte eine Familie, die inmitten der Trümmer der Stadt, die einst Antakya hieß und durch das Erdbeben zerstört wurde, zu überleben versuchte, diese enthusiastischen Momente auf ihrem kleinen Fernseher im Container.

Nicht einmal der Name der Straße, in der sie ihr Leben verbracht hatten, existierte noch. Da in den ersten drei Tagen nach dem Erdbeben keine Hilfe kam, hatten sie die Leichen ihrer Angehörigen mit bloßen Händen geborgen. In den letzten Monaten hatten sie das Glück, vom Zelt in einen Container ziehen zu können, als Grund zur Dankbarkeit empfunden. Sie hatten einen kleinen Fernseher in dem Container untergebracht, der im Schlamm feststeckte, welcher zusammen mit dem Regenwasser aus den Abflüssen überlief, und verfolgten den Flug des ersten türkischen Astronauten ins All  während sie zusahen.

Das zehnjährige Mädchen drehte sich neugierig zu ihrem Vater um und fragte:  

„Kann man aus dem Weltraum eigentlich sehen, was das Erdbeben zerstört hat? Ist es schwieriger, im Weltraum zu leben oder in Antakya?“

Dem Vater stiegen Tränen in die Augen. Er blickte durch das kleine Fenster des Containers auf seine Heimat, die es so nicht mehr gibt… In diesem Moment liefen am unteren Bildschirmrand  folgende Sätze über das Display. „Für die Weltraumreise des türkischen Astronauten wurden 55 Millionen Dollar gezahlt“…

Lassen Sie uns unseren Beitrag mit Hoffnung beenden;

Wenn wir ein Volk werden, das die Opportunitätskosten von Prioritäten berechnen kann, erst dann können wir alles verändern!