Finden Sie Nachrichten im folgenden Datumsbereich
und und
und und
und und
Löschen
Euro
Arrow
54,3838
Dollar
Arrow
45,0636
Pfund Sterling
Arrow
63,0855
Gold
Arrow
6155,0545
BIST 100
Arrow
10.729

Trüben Sie das Wasser nicht, finden Sie eine Lösung!

Überlass die Wahl deiner Nachrichten nicht dem Algorithmus - entscheide selbst, was du liest. Füge 12punto zu deinen bevorzugten Quellen hinzu!

Diese kleine, aber bald weitreichende Nachricht hat es nicht in das öffentliche Bewusstsein geschafft!

Der Staat hat vor drei Tagen angekündigt, dass im Büyük-Menderes-Becken, wo sich die fruchtbarsten landwirtschaftlichen Flächen der Türkei befinden, 50 Prozent der Agrarflächen nicht mehr bewässert werden!

Das Gouvernement Aydın gab bekannt, dass im Jahr 2025 für 50 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Büyük-Menderes-Becken nur noch zwei Bewässerungszyklen erlaubt sein werden. Auf den übrigen Flächen wird von Bewässerungsfeldbau auf Trockenfeldbau umgestellt!

Die durch die Klimakrise verursachte Dürre hat die landwirtschaftlichen Erzeugnisse bereits jetzt schwer getroffen.  Der Wasserstand in den Staudämmen des Büyük-Menderes-Beckens hat einen kritischen Punkt erreicht!

Das Generaldirektorat für Meteorologie hat die Dürrekarten für Februar veröffentlicht. Wie schon im Januar leidet ein Großteil des Landes auch im Februar unter einer als „Notstand“ eingestuften „DÜRRE“.

Diese Entscheidung des Gouvernements Aydın traf die Erzeuger mitten in der Produktionsphase wie eine Wand. Den Landwirten, die aufgrund der Wasserknappheit bereits von Wildbewässerung auf Tröpfchenbewässerung umgestellt haben, nun zu sagen, dass sie „maximal zwei Bewässerungen“ durchführen dürfen, bedeutet für sie einen enormen finanziellen Schaden. Während das Gouvernement versucht, die Katastrophe zu bewältigen, lässt es die Erzeuger mit dieser mitten in der Bewässerungssaison getroffenen Entscheidung sowohl in einer sehr schwierigen Lage als auch völlig allein zurück.

Im vergangenen Jahr bin ich im Büyük-Menderes-Becken, in der Söke-Ebene sowie in Aydın und Manisa der drohenden Wasserkrise nachgegangen. Unser Dokumentarfilm „SULAR BULANMADAN“ (Bevor das Wasser trüb wird), der aufzeigt, dass wir vor einer großen Dürre stehen, betont die Dringlichkeit sofortigen Handelns und legt die gesamte Wahrheit anhand der Aussagen derjenigen offen, die die Wasserkrise heute in ihrer brutalsten Form erleben.

Doch leider ist es bereits zu spät.

Die Dürre hat sich schleichend angekündigt. 75 Prozent des Wassers werden vom Agrarsektor verbraucht. Doch die Erzeuger wurden vom Ministerium bisher nicht in ein Bewusstseinsprogramm zur Wassernutzung einbezogen. Die Landwirte wollen aus eigenem Antrieb und im Wissen um die drohenden Folgen schnell auf moderne Bewässerungsmethoden wie die Tröpfchenbewässerung umstellen. Wer das nötige Kapital hat, investiert bereits. Aber was ist mit den Erzeugern, die das nicht können?

Auch sie wurden sich selbst überlassen.

Was bedeutet diese Entscheidung des Gouverneursamts von Aydın also für den Verbraucher?  Was sagt sie ihm?

Der Verbraucher wird schon bald mit einer massiven Nahrungsmittelkrise konfrontiert sein. Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse werden drastisch steigen. Viele Grundnahrungsmittel  werden auf den Märkten womöglich gar nicht mehr zu finden sein. Wenn für die Wasserkrise keine Lösung gefunden wird, wird es innerhalb von fünf Jahren zu einer Hungersnot kommen.

Das sage nicht ich, das sagen die Wissenschaftler.

Die Länder der Europäischen Union arbeiten an der Produktion von Lebensmitteln mit geringerem Wasserverbrauch. Erzeuger und Verbraucher werden im Bereich des Wassersparens geschult. Umwelt, Klima, Klimakrise und Nachhaltigkeit gehören heute zu den wichtigsten Problemen der Welt.

Während die Türkei einst ein wasserreiches Land war, hat sie sich sehr schnell zu einem Land mit Wasserknappheit entwickelt.

Der Übergang von der wilden Bewässerung zur Tröpfchenbewässerung muss für alle Erzeuger dringend staatlich gefördert werden.

Der Staat sollte seine Planung nicht am Schreibtisch, sondern vor Ort durchführen. Erzeuger, die Tröpfchenbewässerung einsetzen, sollten von Wassereinschränkungen ausgenommen werden.

Onkel Hüseyin, der Protagonist unseres Dokumentarfilms mit dem Titel „SULAR BULANMADAN“ (Bevor das Wasser trüb wird), beschreibt so treffend, in welchem Dilemma sich die Erzeuger heute vor Ort befinden, dass wir ihm Gehör schenken sollten:

„Ich ging zur Wasserbehörde, und man sagte mir, ich hätte nur zwei Bewässerungsrechte. Wie kann das sein? Ich nutze bereits Tröpfchenbewässerung. Ich verbrauche sehr wenig Wasser. Ich konnte mein Anliegen einfach nicht vermitteln. Ich habe an das CİMER geschrieben, das CİMER verwies mich an das Landwirtschaftsministerium. Das Landwirtschaftsministerium verwies mich wieder an die regionale Landwirtschaftsdirektion. Ich sagte: Gebt mir eine Erklärung dafür. Habt ihr keinen Agraringenieur? Er soll mir erklären, warum ich bei der Tröpfchenbewässerung auf zwei Bewässerungsrechte beschränkt wurde.“

Die Antwort, die Onkel Hüseyin  erhielt, lautet wie folgt:

„Was werden die Nachbarn sagen?“

Ach, was kümmert uns der Nachbar? Wenn doch nur jeder so wie ich eine Tröpfchenbewässerung nutzen würde, dann würde uns das Wasser für zwei Jahre reichen!

Das ist die beste Antwort von Onkel Hakkı an all jene, die versuchen, eine Mühle mit herbeigeschlepptem Wasser anzutreiben.

Trüben Sie das Wasser nicht, finden Sie eine Lösung…