11. Oktober, Welt-Mädchentag!
Am Donnerstag, dem 11. Oktober, wird sich die Türkei in die Weltgeschichte einschreiben als ein Land, das 50 Tage lang nicht in der Lage war, den Grund für die Ermordung eines 8-jährigen unschuldigen Mädchens zu finden oder ihren Mörder zu identifizieren.
Diejenigen, die das Kind Narin ermordet haben – das auf grausame Weise getötet, dem die Zähne entfernt wurden und dessen Körper in einen Sack gesteckt und mit einem riesigen Felsbrocken beschwert wurde, damit er nicht im Bach abtreibt –, haben alle Spuren verwischt. Von dem Moment an, als sie die Vermisstenanzeige aufgaben, bis zu dem Tag, an dem feststand, dass sie im Haus ihres Vaters ermordet wurde, haben Narins Täter alles, was mit ihr zu tun hatte, ausgelöscht. Aber sie konnten weder Narins unschuldiges Lächeln aus unserem Gedächtnis tilgen, noch die Wut, die sich in uns gegen das an ihr Verübte angestaut hat… Es ist eine Wut, die sich tief in unser gesellschaftliches Gedächtnis eingebrannt hat und uns mit der Bedeutung des Menschseins konfrontiert. Es ist eine Wut, die wie ein Funke zu einem Feuerball geworden ist und jeden Moment zu explodieren droht…
Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir sagen: Es reicht.
Seit wir uns von der schlichten und einfachen Form des Menschseins entfernt haben, können wir weder unsere Mädchen noch unsere Frauen schützen. Und wir warten auf eine Antwort auf folgende Frage:
Was sagt die Regierung, die aus dem internationalen Abkommen zum „Schutz von Frauen“ mit der Begründung ausgetreten ist, es schade der „traditionellen Familienstruktur“ und den Familienwerten, dazu, dass ein 8-jähriges Mädchen innerhalb genau dieser traditionellen Familienstruktur ermordet wurde?
Seit der Entscheidung, die am 21. März 2021 mitten in der Nacht veröffentlicht wurde und das „Istanbul-Übereinkommen“ außer Kraft setzte, wurde an jedem einzelnen Tag des Monats mindestens eine Frau von einem Mann ermordet.
Um das Ausmaß unserer Wut verständlich zu machen, lassen Sie uns die Rollen von Täter und Opfer vertauschen;
Was wäre, wenn das Ausmaß der Gewalt von Frauen gegen Männer von Tag zu Tag zunehmen würde?
Was wäre, wenn jeden Tag des Monats eine Frau mindestens einen Mann töten würde?,
Was wäre, wenn vom Anfang des Jahres 2024 bis zum Oktober 296 Männer von Frauen getötet worden wären?
Was wäre, wenn in den letzten 10 Jahren 4197 Männer von Frauen getötet worden wären, die blutbefleckten Frauen die schicken Kleider trügen, die ihnen ihre ermordeten Ehemänner gekauft hatten, und sie am Tag der Gerichtsverhandlung in diesen Kleidern ein sittsames Auftreten an den Tag legten, um durch einen „Strafnachlass wegen guter Führung“ wieder auf freien Fuß zu kommen?
Was wäre, wenn 31 Prozent der von Frauen getöteten Männer mit Stich- oder Schnittwaffen ermordet worden wären,
Was wäre, wenn 55 Prozent der von Frauen getöteten Männer durch einen einzigen, gezielten Schuss in den Kopf oder das Herz ihr Leben verloren hätten und dieser Schuss, weil es nur einer war, sie vor einer lebenslangen Haftstrafe bewahren würde?
Was wäre, wenn Frauen, die aufgrund von Straflosigkeitspolitik und Mängeln in den Strafvollzugsgesetzen bereits vorbestraft waren, trotz vorhandener Videoaufnahmen in den Gerichtsakten wieder auf freien Fuß kämen?
Was wäre, wenn Frauen Männer deshalb so leicht töten könnten, weil gegen die Gewalt, die sie gegen Männer ausüben, nicht vorgegangen wird und man sie gewähren lässt…
Was wäre dann?
Was wäre, wenn die Zahl der von Frauen getöteten Männer in der Türkei so groß wäre, dass sie ein Fußballstadion füllen würde?
Was wäre, wenn Frauen nicht aus Arbeitslosigkeit, Armut oder psychischer Belastung töten würden, sondern weil sie Männer leicht töten können und für den Mord an Männern nicht bestraft werden,
WAS WÄRE DANN?
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