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Dieser Sommer brennt anders in uns. Das Feuer, das in Ildır begann, hat Çeşme erreicht. Gaziemir und Seferihisar sind in Asche gehüllt. Aus allen Teilen des Landes erreichen uns Nachrichten von Bränden. 

Die Gemeinden, die nicht befugt sind, Löschflugzeuge zu beschaffen, sind hilflos. Die Feuerwehrmannschaften kommen nicht hinterher.  

Bisher wurden 50 Tausend unserer Mitbürger aus ihren Häusern evakuiert. 

Während die einen darum kämpfen, Leben zu erhalten, hören die anderen nicht auf, zu zerstören.  

Ein Schrei erhebt sich aus allen Ecken des Landes. Nicht nur unsere Wälder brennen, auch unser Gewissen vertrocknet. Ein stiller Schrei, der gleichzeitig aus den rauchbedeckten Bergen, den in Schweigen versunkenen Gerichtssälen, den Wurzeln eines verbrannten Baumes und den Herzen tausender Menschen aufsteigt, denen Unrecht widerfahren ist.

Wie unser Boden, der jeden Sommer ein Stück mehr versengt, verdorren auch wir von innen heraus. 

Wälder, die sehenden Auges niedergebrannt werden, Betonbauten, die an ihre Stelle treten, gefällte Olivenbäume, zum Schweigen gebrachte Menschen… 

Es ist weder ein Schatten zum Durchatmen geblieben, noch ein Medium, um unsere Stimme zu Gehör zu bringen! 

Wir sind verwüstet.

Wenn die Wüsten eines Landes nicht nur in seinem Boden liegen, dann verschlingt diese Wüste alles. 

Früher setzten wir uns neben einen Baum und träumten. Heute gibt es nicht einmal mehr im Schatten eines Baumes Frieden. 

Früher betrat man ein Gerichtsgebäude mit Hoffnung. Heute ist die Gerechtigkeit für uns so fern wie ein Graffiti an der Wand. Ungerechtigkeit anzusprechen ist ein Verbrechen, sich dagegen aufzulehnen ist ein Verbrechen, zu schreiben ist ein Verbrechen! Aber auch das Schweigen fühlt sich für den Menschen wie ein Verbrechen an.

Dieser Sommer brennt auf eine andere Weise in uns. 

Das Gewissen eines Landes brennt, seine tief verwurzelten Werte werden einer nach dem anderen zu Asche. Seine Werte werden verweht. Seine Gerechtigkeit wird vernichtet. 

Aber eines haben sie vergessen:

Ein Same leistet manchmal auch in kargem Boden Widerstand.

Und manchmal ist ein Funke

der Beginn von allem!