Krise in der Modewelt: Zwangsverwaltung für zwei Unternehmen angeordnet
Eine in Italien durchgeführte Untersuchung hat enthüllt, dass in den Werkstätten berühmter Marken wie Dior und Armani Migranten zu Niedriglöhnen und unter schlechten Bedingungen beschäftigt wurden. Für die Produktionsbetriebe der weltbekannten Marken in Italien wurde eine Zwangsverwaltung angeordnet.
Eine Reihe von Razzien in Italien hat die Realität hinter der glamourösen Welt der Mailänder Laufstege ans Licht gebracht.
Laut einer Untersuchung der Mailänder Staatsanwaltschaft zu den Arbeitsbedingungen in lokalen Fabriken wurde aufgedeckt, dass Werkstätten, die Handtaschen und andere Lederwaren für Dior und Armani herstellen, ausländische Arbeitskräfte zu Niedriglöhnen einsetzten, um hochwertige Produkte weit unter den Einzelhandelspreisen zu fertigen.
Zudem ergab die Armani-Untersuchung, dass chinesische Hersteller in Italien gegen Arbeitsschutzgesetze verstoßen haben.
Nach den Ermittlungen wurde für die Produktionsbetriebe der weltbekannten Marken in Italien eine Zwangsverwaltung angeordnet.
DIE WAHRHEIT HINTER LUXUSPRODUKTEN
In dem für Dior und Armani veröffentlichten Gerichtsbeschluss wurde festgestellt, dass Arbeiter gezwungen wurden, am Arbeitsplatz zu schlafen, um eine "24-Stunden-Produktion" zu ermöglichen.
Daten zum Stromverbrauch belegten "ununterbrochene Produktionszyklen bei Tag und Nacht, auch an Feiertagen". Zudem kam heraus, dass Sicherheitsvorrichtungen an den Maschinen entfernt wurden, damit die Arbeiter schneller produzieren konnten.
Im Gerichtsbeschluss wurde festgehalten, dass die Arbeiter "Hygiene- und Gesundheitsbedingungen unter dem Mindeststandard" ausgesetzt waren.
PRODUKTION ZU EXTREM NIEDRIGEN KOSTEN
Durch solche illegalen Methoden wurden die Produktionskosten gesenkt. So wurde eine Dior-Tasche zu einem Preis von nur 53 Euro (ca. 1802 TL) hergestellt, während diese Tasche später in den Geschäften für 2.600 Euro (ca. 91.000 TL) verkauft wurde.
Die Produktionskosten beinhalten nicht das Leder oder andere Rohstoffe. Die Unternehmen tragen zudem die Kosten für Design, Vertrieb und Marketing separat.
Italien beherbergt Tausende kleiner Hersteller, die 50 bis 55 Prozent der weltweiten Luxusgüterproduktion abdecken. Untersuchungen zufolge beschäftigen diese Hersteller nicht registrierte Migranten unter sehr schlechten Bedingungen.
Mit der Anordnung der Zwangsverwaltung soll die Überwachung der Produktionsprozesse der Marken sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen erreicht werden.
Nachrichtenquelle: 12punto
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