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„Stille Revolution“ in der Arbeitswelt: Über-40-Jährige kündigen und schlagen neue Wege ein

Industrielle und Produzenten stehen vor einer neuen Dimension des Fachkräftemangels. Dass Fachkräfte über 40 ihre Karrierepläne grundlegend ändern, stellt Arbeitgeber vor einen erheblichen Verlust an Arbeitskräften.

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„Stille Revolution“ in der Arbeitswelt: Über-40-Jährige kündigen und schlagen neue Wege ein

In jüngster Zeit ist den Klagen von Industriellen und Produzenten über die Schwierigkeit, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, ein neuer Aspekt hinzugefügt worden. Nachdem sich die Arbeitgeber zunächst mit den Forderungen der Generation Z nach einer 4-Tage-Woche, 6-Stunden-Tagen sowie hybriden und ortsunabhängigen Arbeitsmodellen auseinandersetzen mussten, schlagen sie nun wegen der zweiten Karrierepläne von Fachkräften über 40 Alarm…

Laut einer Studie des American Institute for Economic Research möchte ein Großteil der Arbeitnehmer ab 40 Jahren ihrer Karriere eine neue Richtung geben und nimmt dafür sogar in Kauf, bei Null anzufangen. Die meisten Arbeitnehmer zwischen 40 und 50 Jahren haben den Kurs auf eine zweite Karriere geändert. Manche machen ihr Hobby zum Beruf, andere beginnen ein neues Studium oder nehmen an Zertifikatsprogrammen teil. Wie Metin Can von der Zeitung Sabah berichtet, wird der Wechsel von über 40-jährigen Arbeitnehmern in eine zweite Karriere von Arbeitgebern als ein schwerwiegender Verlust an qualifizierten Arbeitskräften wahrgenommen.

„ARBEITNEHMER AB 40 JAHREN KÜNDIGEN“

„Warum möchte ein Mensch in seinen 40ern seine Karriere ändern?“ Experten führen die Antwort auf diese Frage auf Gehaltsdiskrepanzen, Burnout-Syndrom und Zukunftsängste zurück. Oder sie weisen darauf hin, dass Menschen nach Jahren feststellen, dass dies nicht der Beruf ist, den sie eigentlich ausüben wollten, oder sie akzeptieren, dass es in ihrem Beruf keine Zukunft gibt, und beginnen daher mit Plänen für eine zweite Karriere. Zudem führt der Umstand, dass sie dasselbe Gehalt wie Berufseinsteiger der Generation Z erhalten müssen, dazu, dass der Fluchttrend der über 40-Jährigen exponentiell ansteigt.

Laut dem Bericht zur Arbeitskräftestatistik des TÜİK stehen Burnout, niedrige Löhne und Probleme bei der Work-Life-Balance bei den Gründen für die Kündigung von Arbeitnehmern ab 40 Jahren im Vordergrund. 25 Prozent der Arbeitnehmer in dieser Altersgruppe verlassen ihre derzeitige Position aufgrund unzureichender Bezahlung, 30 Prozent aufgrund von Arbeitsunzufriedenheit. Ebenfalls laut TÜİK-Daten ist die Quote der Arbeitnehmer über 40, die sich vom Arbeitsmarkt zurückziehen, in den letzten 3 Jahren um 6 Prozent gestiegen. Einer Umfrage der dem TOBB angeschlossenen Kammern vom Anfang des Jahres 2024 zufolge gaben 45 Prozent der im Industriesektor tätigen Unternehmen an, Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften zu haben.

DER ZWEITGRÖSSTE ARBEITSKRÄFTEVERLUST NACH DER EYT-REGELUNG

Diese neue Generation von Fachkräften, die ihre zweite Karriere in Bereichen wie Handwerk, Landwirtschaft, Gastronomie, als YouTuber oder in digitalen Berufen aufbaut, gestaltet sowohl ihr individuelles Leben neu als auch eine neue Transformation in der Geschäftswelt. Die Wirtschaft betrachtet die aktuelle Situation als den zweitgrößten Arbeitskräfteverlust nach der EYT-Regelung (Frühverrentung).

Dass langjährig erfahrene Angestellte mit hohem Fachwissen ihre Unternehmenspositionen verlassen, führt in vielen Branchen zu einem erheblichen Verlust an Arbeitskräften. Viele Arbeitgeber betonen, dass dieser Trend eine Erfahrungslücke in den Unternehmen schafft und zu einer schnellen Abnahme qualifizierter Arbeitskräfte führt. Viele Unternehmen geben an, dass es ihnen schade, wenn Mitarbeiter, in die sie jahrelang investiert haben, plötzlich die Branche verlassen und sich völlig anderen Bereichen zuwenden.



Nachrichtenquelle: 12punto