Was ist Antinatalismus? Was vertritt die Geburtenfeindlichkeit?
Der Antinatalismus ist eine philosophische Strömung, die das In-die-Welt-Setzen neuen Lebens aus ethischer Sicht hinterfragt. Diese Auffassung, die den Verzicht auf Fortpflanzung als effektivsten Weg zur Vermeidung der unvermeidlichen Leiden des Lebens propagiert, gilt als eines der umstrittensten Denksysteme der Menschheitsgeschichte.
WAS IST ANTINATALISMUS?
Der Antinatalismus, der eine ablehnende Haltung gegenüber dem Gebären einnimmt, ist ein philosophisches Denksystem, das im Volksmund als „Geburtenfeindlichkeit“ bekannt ist. Diese Auffassung betrachtet die Fortpflanzung von Individuen als ethisch falsch und argumentiert, dass Fortpflanzung unerwünschte Folgen haben kann. Vertreter des Antinatalismus haben in literarischen und wissenschaftlichen Bereichen verschiedene Artikel verfasst, um diese Ideen zu untermauern. Diese Texte zielen darauf ab, die ethischen Kernargumente des Antinatalismus hervorzuheben.
Dem Antinatalismus, dessen Wurzeln bis in die griechische Antike zurückreichen, zufolge gilt es als ideal, niemals geboren worden zu sein und dass bereits lebende Individuen sich nicht fortpflanzen. Der Antinatalismus wird in zwei Hauptkategorien unterteilt: starker Antinatalismus und schwacher Antinatalismus. Während der starke Antinatalismus fordert, dass der Akt der Fortpflanzung unter allen Umständen abgelehnt werden sollte, schlägt der schwache Antinatalismus vor, dass Fortpflanzung unter Erfüllung bestimmter Bedingungen akzeptabel sein könnte. Diese Ansichten beinhalten auch verschiedene Zwischenansätze.

DIE HAUPTZWEIGE DES ANTINATALISMUS
Dem starken Antinatalismus, einem der Hauptzweige der geburtenfeindlichen Auffassung, zufolge sollte der Akt der Fortpflanzung unabhängig von allen Bedingungen und Umständen vollständig abgelehnt werden. Für diese fortpflanzungsfeindliche Ansicht wird dieser Akt als Egoismus betrachtet.
Nach dem starken Antinatalismus werden neben denjenigen, die den Akt der Fortpflanzung vollziehen, auch die Lebensbedingungen des in die Welt gesetzten Kindes negative Folgen haben. Angesichts aller negativen Situationen, die im Laufe des Lebens eintreten können, wurde das in die Welt gesetzte Kind nicht um Zustimmung gebeten. An diesem Punkt sind alle negativen Situationen, die das geborene Kind erleben wird, das Ergebnis des egoistischen Handelns der Individuen, die den Akt der Fortpflanzung vollzogen haben.
Der schwache Antinatalismus, die zweite Hauptform des Antinatalismus, weist im Vergleich zum starken Antinatalismus eine flexiblere Denkstruktur auf. Im Rahmen dieser Auffassung kann der Akt der Fortpflanzung unter bestimmten Bedingungen akzeptabel sein. Eine der Grundvoraussetzungen des schwachen Antinatalismus ist die Aufrechterhaltung eines Gleichgewichts der bestehenden Bevölkerung.

Der schwache Antinatalismus basiert nicht auf der Ablehnung des vollständigen Aussterbens der Menschheit, sondern auf der Begrenzung der Fortpflanzung und der Stabilisierung der Bevölkerung. Nach diesem Verständnis sollten Individuen, die Eltern werden wollen, bestimmte psychische und physische Kriterien erfüllen. Zudem müssen diejenigen, die Kinder haben möchten, wirtschaftlich stark und bildungsmäßig auf einem ausreichenden Niveau sein.
Unter Einhaltung dieser Bedingungen kann eine Fortpflanzung unter Berücksichtigung des Bevölkerungsgleichgewichts stattfinden. Der schwache Antinatalismus beschränkt sich nicht nur auf Individuen, denen die Fortpflanzung gestattet ist; er sieht auch verschiedene Regelungen für die geborenen Kinder vor. Aus dieser Perspektive sollten geborene Kinder während ihres gesamten Lebens zusammen mit ihren Eltern bestimmte psychische und physische Tests durchlaufen. Zudem sollten Kinder, die ihre Eltern verlieren, von staatlichen Institutionen oder anderen Familien unter Schutz gestellt werden.

Zwischenpositionen des Antinatalismus
Neben den Hauptzweigen des Antinatalismus, dem schwachen und dem starken Antinatalismus, gibt es verschiedene Zwischenideen, die unterschiedliche Ansichten zu Fortpflanzungs- und Geburtsakten präsentieren. Die besagten Zwischenideen sind wie folgt:
Denatalismus
Diese Zwischenposition zielt darauf ab, dass Individuen mit genetischen Erkrankungen sich nicht fortpflanzen, um infolgedessen genetische Krankheiten vollständig auszurotten.
Promortalismus
Eine weitere Zwischenposition, der Promortalismus, vertritt die Ansicht, dass das Beenden des Lebens ethisch gesehen das Richtige sei. Im Rahmen dieser Auffassung sollte die Menschheit schmerzfrei und schnell ausgelöscht werden.
Childfree
Diese Zwischenposition kann neben einer Ansicht auch als Lebensstil erklärt werden. Infolge dieser Auffassung wird befürwortet, dass Personen entsprechend ihren eigenen Interessen ein kinderloses Leben führen.
Die Grundideen des Antinatalismus, der sich in verschiedene Zweige und Zwischenpositionen unterteilt, formen sich entlang der Linie von Arthur Schopenhauer, der auch als Vorreiter dieser philosophischen Auffassung gilt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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