Wie hat Cevat Şakir Kabaağaçlı die britischen Soldaten ausgetrickst?
Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis findet sich Cevat Şakir Kabaağaçlı im besetzten Istanbul wieder. Er beginnt, für eine Zeitung zu arbeiten. Nichts darf ohne die Genehmigung der Briten gedruckt werden. Eines Tages gelingt es Cevat Şakir, die Zensur zu umgehen. Hier ist die Geschichte dieses Vorfalls...
Cevat Şakir kommt nach Verbüßung seiner Strafe für den Mord an seinem Vater aus dem Gefängnis frei. Er findet sich mittellos in einem Istanbul wieder, das unter der Verwaltung der Besatzungsmächte steht.
Er fängt bei einer Zeitung an und versucht, seinen Lebensunterhalt mit Karikaturen zu verdienen. Im besetzten Istanbul herrscht eine strenge Zensur der Presse. Keine Zeitung darf gedruckt werden, die nicht vom Zensurausschuss genehmigt wurde.
CEVAT ŞAKİRS LIST
Cevat Şakir zeichnet eine Karikatur, die sich über den pro-entente-freundlichen Ali Kemal lustig macht, weiß aber genau, dass diese die Zensur nicht passieren würde. Um die Zensur zu umgehen, kritzelt Cevat Şakir etwas Belangloses zusammen und schickt es an den Zensurausschuss. Der Zensurausschuss drückt seinen Genehmigungsstempel darauf. Cevat Şakir radiert das Gezeichnete aus und zeichnet die Karikatur, die er eigentlich veröffentlichen wollte. Am nächsten Tag bricht das Chaos aus. Britische Offiziere stürmen das Zeitungsgebäude.
Cevat Şakir beschreibt diesen Tag in seinem Buch „Mavi Sürgün“ (Blaue Verbannung) wie folgt:
„Der Zensurausschuss und die Besatzungspolizei kamen.
- Haben Sie das gedruckt?
- Ja.
- Wer hat das gemacht?
- Ich habe es gemacht.
- Wer hat Ihnen erlaubt, ein solches Bild zu drucken?
- Die Zensur.
- Zeigen Sie die Genehmigung der Zensur.
Ich zog die Schublade auf und legte ihnen das Bild vor. Der Genehmigungsstempel der Zensur saß wie ein Hufeisen darauf. Mein Herz klopfte wie wild, ob sie mich wohl verhaften würden.“
DIE BRITEN WISSEN ZUNÄCHST NICHT, WAS SIE TUN SOLLEN
Die Briten beraten sich untereinander. Zuerst wollen sie ihn verhaften, aber es liegt die Genehmigung des Zensurausschusses vor. Sie stecken in einem Dilemma und wissen nicht genau, was sie tun sollen. Zudem geht es nicht um sie selbst. Ein Türke greift einen anderen Türken an.
Obwohl es ihnen nicht gefällt, dass eine solche Karikatur über ihren Freund Ali Kemal gezeichnet wurde, ist der Zensurstempel vorhanden. Die britischen Offiziere suchen die Schuld bei ihrem eigenen Zensurausschuss und verlassen das Gebäude.
Nachrichtenquelle: 12punto
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