Änderung des Gesetzes über Tarifverträge im öffentlichen Dienst auf der Agenda
Es laufen Vorbereitungen für umfassende Änderungen an den Tarifvertragsregelungen, die die finanziellen und sozialen Rechte von Beamten und pensionierten Beamten bestimmen. Die Forderung nach einem Streikrecht, die von den Konföderationen als Hauptanliegen vorgebracht wird, steht dabei im Mittelpunkt.
Es wurden Schritte eingeleitet, um die Struktur des Tarifvertragsmechanismus, der für die Festlegung der Gehälter und verschiedener Rechte von Bediensteten des öffentlichen Dienstes zuständig ist und seit langem kritisiert wird, zu reformieren. Im Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit findet eine Reihe von Treffen unter Beteiligung von Vertretern der Beamtengewerkschaftskonföderationen, der Präsidentschaft für Strategie und Haushalt sowie des Ministeriums für Schatz und Finanzen statt.
STREIKRECHT IM FOKUS DER GESPRÄCHE
Das "Streikrecht", das seit vielen Jahren als gemeinsame Forderung aller Beamtengewerkschaftskonföderationen auf der Tagesordnung steht, liegt erneut auf dem Tisch. In den geltenden Regelungen wurde der Streik für Beamte untersagt, und bei Streitigkeiten wurde der Prozess durch die endgültige Entscheidung eines Schiedsgerichts abgeschlossen. Die Konföderationen fordern jedoch mehr Mitspracherecht bei Entscheidungsprozessen und, wie bei Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft, ein Streikrecht am Verhandlungstisch.
In den Ausschusssitzungen wird zudem kritisiert, dass öffentliche Bedienstete nur Tarifverträge zu finanziellen und sozialen Themen abschließen können. Der Generalsekretär der Konföderation Birleşik Kamu-İş, Şükrü Balun, erklärt, dass sie eine Ausweitung dieses Geltungsbereichs und eine Durchführung der Tarifverhandlungen nach vollkommen demokratischen Verfahren anstreben.
FORDERUNGEN NACH GESETZES- UND VERFASSUNGSÄNDERUNGEN
Şükrü Balun äußerte sich kritisch zum aktuellen Prozess: "Jeder akzeptiert, dass der derzeitige Tarifvertrag kein echter Tarifvertrag ist und wir uns offensichtlich in einem Theaterstück befinden. Das weiß auch der öffentliche Arbeitgeber. Jeder hält den anderen hin. In der Zwischenzeit sind die öffentlichen Bediensteten zu Elend, Hunger, Existenzsorgen und Gehaltserhöhungen unterhalb der Inflationsrate verdammt." Balun hinterfragte zudem, "wie ein Tarifvertrag ohne Streikrecht unterzeichnet werden kann", und kritisierte, dass der Beamtenseite am Verhandlungstisch die Hände gebunden seien.
Balun betonte die Notwendigkeit, die Verfassung und das Beamtengesetz zu ändern, um die Probleme zu lösen, mit den Worten: "Es wird angestrebt, den Vorschlag noch vor der parlamentarischen Sommerpause in die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) einzubringen."
GEMEINSAME FORDERUNGEN DER BEAMTEN
Die Forderungen, die sich in den Bemühungen zur Demokratisierung des Tarifvertragsprozesses und zur Stärkung gewerkschaftlicher Rechte herauskristallisiert haben, lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Gesetzliche Verankerung des Streikrechts,
- Ausweitung des Geltungsbereichs von Tarifverträgen,
- Beseitigung von Hindernissen bei der Gründung von Gewerkschaften und der Mitgliedschaft,
- Stärkung der Beteiligung an der Verwaltung und der Mitgliedervertretung,
- Verhinderung gewerkschaftlicher Diskriminierung,
- Anpassung der Regeln zur gewerkschaftlichen Vertretung an internationale Standards,
- Durchführung von Entscheidungsprozessen auf gerechtere und egalitärere Weise,
- Gesetzliche Regelungen zur Erhöhung der Repräsentationskraft,
- Gewährleistung der Kontinuität von Tarifvertragsprozessen,
- Aufhebung der Obergrenze für soziale Ausgleichszahlungen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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