UN-Bericht 2025: Alle 10 Minuten wird eine Frau innerhalb der Familie ermordet
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Vereinten Nationen haben im Vorfeld des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November einen Bericht veröffentlicht, der darauf hinweist, dass sich die Gewalt gegen Frauen im letzten Vierteljahrhundert kaum verändert hat. Während jede dritte Frau Partnerschaftsgewalt oder sexuelle Gewalt erlebt, stellt die zunehmende Finanzierungskrise bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ein dringendes Problem dar.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Vereinten Nationen haben in einem umfassenden Bericht, der im Vorfeld des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November veröffentlicht wurde, bekannt gegeben, dass weltweit alle 10 Minuten eine Frau einem häuslichen Mord zum Opfer fällt.
Obwohl die Zahlen zur Gewalt gegen Frauen uns jedes Jahr aufs Neue erschrecken und entsetzen, zeigt der Bericht, dass es im letzten Vierteljahrhundert keinen nennenswerten Rückgang dieser Gewalt gegeben hat. Die Daten der WHO belegen, dass der jährliche Rückgang der Partnerschaftsgewalt in diesem Zeitraum lediglich 0,2 % betrug.
Im vergangenen Jahr wurden weltweit etwa 83.000 Frauen von Männern getötet, nur weil sie Frauen sind (Femizid). 60 % dieser Morde wurden innerhalb der Familie von Familienmitgliedern oder Partnern der Frauen begangen.
Männer ermorden Frauen, und die große Mehrheit dieser Morde geschieht im häuslichen Umfeld. Das bedeutet, dass Frauen, junge Mädchen und Kinder dort getötet werden, wo sie sich am sichersten fühlen sollten. Obwohl diese unfassbare Gewalt, die überall auf der Welt zu beobachten ist, eine der ältesten und inakzeptabelsten Ungerechtigkeiten der Erde darstellt, bleibt sie eines der am wenigsten angegangenen Probleme der Menschheit.
WELTWEIT ERLEBT JEDE 3. FRAU GEWALT
Nach Angaben der WHO hat weltweit fast jede dritte Frau, also etwa 840 Millionen Frauen, in ihrem Leben Partnerschaftsgewalt oder sexuelle Gewalt erlebt. Es wird darauf hingewiesen, dass sich dieser Anteil seit dem Jahr 2000 kaum verändert hat.
Allein in den letzten 12 Monaten wurden 11 % der Frauen ab 15 Jahren von ihrem Partner körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt; dies entspricht etwa 316 Millionen Frauen.
DRINGENDE WARNUNG IM UN-BERICHT: FINANZMITTEL SCHRUMPFEN
Der Bericht, der auf einer Analyse von Daten aus 168 Ländern zwischen 2000 und 2023 in Zusammenarbeit mit der WHO und den UN basiert, macht auch auf die Finanzierungskrise bei den Bemühungen zur Prävention von Gewalt gegen Frauen aufmerksam.
Den Daten zufolge flossen im Jahr 2022 nur 0,2 % der globalen Entwicklungshilfe in die Prävention von Gewalt gegen Frauen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass diese Mittel, anstatt sie bis 2025 zu erhöhen, weiter gekürzt werden.
Der Bericht betont, dass in einer Zeit, in der humanitäre Krisen, technologische Umbrüche und sich vertiefende sozioökonomische Ungleichheiten die Risiken für Frauen und Mädchen erhöhen, Mittelkürzungen noch verheerendere Folgen haben werden.
Es wird festgestellt, dass zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen nicht nur politischer Wille, sondern auch eine nachhaltige und starke Finanzierung erforderlich ist. Während wissenschaftlich belegt ist, dass diese Budgets das Leben tausender Frauen direkt verbessern, wird die Reduzierung der finanziellen Unterstützung als inakzeptabel bezeichnet.
WARUM IST FINANZIERUNG EIN LEBENSWICHTIGES THEMA?
Frauen, die Gewalt überlebt haben, sind oft mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen wie schweren Depressionen, ungewollten Schwangerschaften oder sexuell übertragbaren Infektionen konfrontiert. Daher ist ein schneller Zugang zu qualifizierter Gesundheitsversorgung und langfristiger Unterstützung für die Überlebenden von entscheidender Bedeutung.
Ein erheblicher Teil der Frauen begegnet dieser Gewalt bereits in sehr jungen Jahren. Allein in den letzten 12 Monaten waren 12,5 Millionen heranwachsende Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren – also fast 16 % dieser Altersgruppe – körperlicher und/oder sexueller Gewalt durch ihre Partner ausgesetzt.
Darüber hinaus sind dies nur die erfassten Fälle; viele junge Mädchen erstatten aufgrund gesellschaftlichen Drucks oder der Angst vor den Tätern keine Anzeige.
KEINE GESELLSCHAFT IST SICHER, WENN FRAUEN IN ANGST LEBEN
WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte sich bei der Bewertung der Ergebnisse des Berichts wie folgt:
„Keine Gesellschaft kann sich als gerecht, sicher oder gesund bezeichnen, wenn die Hälfte ihrer Bevölkerung in Angst lebt. Diese Gewalt zu beenden, ist nicht nur eine Frage der Politik; es ist eine Frage des Schutzes der Menschenwürde, der Gleichheit und der grundlegenden Menschenrechte.“
Dr. Ghebreyesus erinnerte zudem daran, dass hinter den Statistiken echte Frauen und Mädchen stehen, deren Leben sich grundlegend verändert hat:
„Die Stärkung von Frauen und Mädchen ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit für Frieden, Entwicklung und Gesundheit. Eine sicherere Welt für Frauen ist eine bessere Welt für alle.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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