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Vorwürfe gegen Akın Gürlek erreichen das türkische Parlament: 'Kann ein Justizbeamter ein Gehalt von der Exekutive beziehen?'

Der stellvertretende CHP-Fraktionsvorsitzende Murat Emir behauptete, dass der Istanbuler Generalstaatsanwalt Akın Gürlek als Vorstandsmitglied in einem öffentlichen Unternehmen tätig ist, das dem türkischen Vermögensfonds untersteht, und für diese Tätigkeit ein zusätzliches Einkommen bezieht. Emir erklärte: „Kann ein Justizbeamter ein Gehalt von der Exekutive beziehen? Das ist der Zusammenbruch der Justiz.“

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Vorwürfe gegen Akın Gürlek erreichen das türkische Parlament: 'Kann ein Justizbeamter ein Gehalt von der Exekutive beziehen?'

Der stellvertretende CHP-Fraktionsvorsitzende Murat Emir hat die Vorwürfe, die CHP-Parteichef Özgür Özel anhand von Dokumenten öffentlich gemacht hatte – wonach der Istanbuler Generalstaatsanwalt Akın Gürlek als Vorstandsmitglied in einem öffentlichen Unternehmen tätig sei, das der Exekutive untersteht, und für diese Aufgabe ein zusätzliches Einkommen beziehe –, auf die Tagesordnung des türkischen Parlaments (TBMM) gebracht. Emir reichte eine parlamentarische Anfrage zur Beantwortung durch Justizminister Yılmaz Tunç ein, der zugleich Vorsitzender des Rates der Richter und Staatsanwälte (HSK) ist.

'EIN VERHEERENDES BILD'

In seiner Anfrage erinnerte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Murat Emir daran, dass die Unabhängigkeit der Justiz und die Gewaltenteilung die Grundpfeiler eines Rechtsstaates seien. Trotz der eindeutigen Bestimmungen des Richter- und Staatsanwaltsgesetzes Nr. 2802 habe der Istanbuler Generalstaatsanwalt Akın Gürlek als Verwalter (Administrateur) bei ETIMINE S.A. fungiert, einer in Luxemburg ansässigen Tochtergesellschaft der Eti Maden İşletmeleri, die wiederum direkt dem unter Kontrolle der Exekutive stehenden türkischen Vermögensfonds unterstellt ist.

Emir betonte, dass die Vorwürfe, der Generalstaatsanwalt habe für diese Tätigkeit ein zusätzliches Einkommen in Form von „Sitzungsgeldern“ oder einem Gehalt erhalten, in der Öffentlichkeit für erhebliche Unruhe gesorgt hätten. Emir äußerte sich dazu wie folgt: „Dass ein Justizbeamter einen finanziellen Vorteil von einem Unternehmen bezieht, das direkt der Exekutive unterstellt ist, wirft einen schweren Schatten auf die in der Verfassung verankerten Prinzipien der Gewaltenteilung und der unparteiischen Justiz. Dies ist nicht nur ein ethisches Problem, sondern eine Bedrohung für den Kern des Rechtsstaates. Kann ein Justizbeamter ein Gehalt von der Exekutive beziehen? Dass Justizangehörige in einer finanziellen Beziehung zur Exekutive stehen, untergräbt das Vertrauen in die Justiz. Der HSK und das Justizministerium können hierzu nicht schweigen. Wenn Justizbeamte ihre Roben nicht für das Recht, sondern dafür tragen, um ein Gehalt von der Exekutive zu beziehen, dann ist das der Zusammenbruch der Justiz. Minister Tunç muss unverzüglich eine Erklärung abgeben.“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Murat Emir richtete in seiner Anfrage folgende Fragen an Justizminister Tunç:

1. Ist es wahr, dass der Istanbuler Generalstaatsanwalt Akın Gürlek als Verwalter bei der Auslandstochter von Eti Maden, ETIMINE S.A., eingesetzt wurde? Falls ja, in welchem Zeitraum war diese Beauftragung gültig?

2. Verstößt die Annahme dieses Amtes durch den Generalstaatsanwalt nicht gegen das „Verbot der Ausübung einer anderen erwerbsbringenden Tätigkeit“ gemäß dem Richter- und Staatsanwaltsgesetz Nr. 2802? Wurde hierfür eine Genehmigung vom HSK oder einer anderen Institution eingeholt?

3. Hat Gürlek von ETIMINE S.A. Einkünfte in Form von Sitzungsgeldern oder einem Gehalt bezogen? Falls ja, wie hoch waren diese Beträge?

4. Wie lässt sich der Bezug von Einkünften eines Generalstaatsanwalts aus einer der Exekutive unterstellten Institution mit den Prinzipien der richterlichen Unabhängigkeit und Unparteilichkeit vereinbaren?

5. Hat das Ministerium oder der HSK untersucht, ob es weitere Justizbeamte gibt, die in ähnlicher Weise in Institutionen tätig sind, die unter der Kontrolle der Exekutive stehen?

6. Entsprechen die Behauptungen der Wahrheit, dass Gürleks Ausscheiden aus seiner Tätigkeit bei ETIMINE S.A. am 6. August 2025 mit der Zeit zusammenfiel, in der die öffentliche Debatte zunahm? War die Entscheidung zum Ausscheiden aus dem Amt seine eigene, oder wurde sie ihm vom Ministerium oder dem HSK mitgeteilt?

7. Gemäß Artikel 140 unserer Verfassung unterliegen Richter und Staatsanwälte, die in Verwaltungsfunktionen im Justizdienst tätig sind, den Bestimmungen für Richter und Staatsanwälte. Es gibt auch Vorwürfe, dass der Istanbuler Generalstaatsanwalt während seiner Zeit als stellvertretender Justizminister in diese einkommensbringende Position berufen wurde. Ist seine Berufung in diese Position selbst unter Berücksichtigung der zwingenden Bestimmungen der Verfassung verfassungswidrig und verstößt sie gegen alle einschlägigen Rechtsvorschriften?


Nachrichtenquelle: 12punto

Stellvertretender Justizminister Akın Gürlek CHP-Vorsitzender Özgür Özel