AKP-Politiker enthüllt: Bahçeli bat um Vergebung
Der AKP-Abgeordnete für Istanbul, Mehmet Salim Ensarioğlu, erklärte, dass MHP-Chef Devlet Bahçeli ihn trotz früherer Vorwürfe, er sei ein „Verräter“, um Vergebung gebeten habe und man heute anerkenne, dass er damals recht hatte.
Der AKP-Abgeordnete für Istanbul, Mehmet Salim Ensarioğlu, äußerte sich in einer Zeit, in der die Debatten über den Lösungsprozess wieder in den Vordergrund rücken, bemerkenswert zu den Reaktionen, die er aufgrund seiner früheren Ansichten erhalten hatte, sowie zum Wandel des politischen Klimas.
MHP BAT UM 'VERGEBUNG'
Wie Ensarioğlu berichtete, wurde er bei einem Besuch des stellvertretenden MHP-Vorsitzenden Celal Adan mit den Worten empfangen: „Herr Bahçeli sagt, er möge ihm verzeihen. Wir haben ihn damals zum Verräter erklärt. Wir haben ihm die Hände gebunden. Heute ist man an dem Punkt angelangt, den er damals beschrieb.“ In seiner Erklärung fügte er hinzu: „Später besuchte ich Herrn Bahçeli, und er sagte mir dasselbe“, womit er bestätigte, dass Bahçeli ihn persönlich um Vergebung gebeten habe.
„WEGEN MEINER DAMALIGEN AUSSAGEN WURDE ICH ZUM VERRÄTER ERKLÄRT“
Ensarioğlu erinnerte an seine öffentlichen Aufrufe im Jahr 2014 und verteidigte seine damalige Forderung im Fernsehen, dass Öcalan seine Organisation zur Niederlegung der Waffen aufrufen solle. Zu diesen Vorschlägen sagte er: „Weil ich das damals so gesagt habe, wurde ich zum Verräter erklärt.“ Ensarioğlu erklärte, er habe damals eine Amnestie für diejenigen vorgeschlagen, die keine Waffen benutzt hatten, eine Strafmilderung für diejenigen, die Waffen benutzt hatten, sowie die Ausreise einiger Organisationsmitglieder ins Ausland, und betonte, dass sich seine Ansichten bis heute nicht geändert hätten.
GESETZESÄNDERUNG AUF DER AGENDA
Ensarioğlu äußerte sich auch zur Tragweite einer möglichen Amnestie im Zuge der Signale für eine Rückkehr zum Lösungsprozess. Er merkte an, dass das Reuegesetz für Kurden diejenigen in den Bergen kränke, und sagte: „Jetzt muss man dasselbe auch für die Türken in Betracht ziehen. Man muss das lösen, ohne es zu übertreiben oder in die Länge zu ziehen. Es geht um den Tod von 50.000 bis 100.000 Menschen.“
Darüber hinaus wies er darauf hin, dass ein Gesetz noch vor der Parlamentspause verabschiedet werden könnte, und sagte: „Wenn jemand, der nie eine Waffe benutzt hat, in die Berge gegangen ist und man ihn zu 15 Jahren Haft verurteilt, wird er nicht von den Bergen herunterkommen. Man muss dies per Gesetz amnestieren, dann wird er nach Hause zurückkehren. Oder wohin auch immer er gehen möchte. Die Verabschiedung eines solchen Gesetzes ist meiner Meinung nach, auch wenn es nicht überstürzt werden muss, wichtig und sollte erfolgen.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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