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Botschaft von Ekrem İmamoğlu an die EU: 'Die Türkei kann nicht in einen Topf mit Russland und China geworfen werden'

Ekrem İmamoğlu hat schriftlich auf die Äußerung der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reagiert, die die Türkei in eine ähnliche Kategorie wie Russland und China einordnete, und die EU an die einzigartigen strategischen und institutionellen Bindungen Ankaras erinnert.

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Botschaft von Ekrem İmamoğlu an die EU: 'Die Türkei kann nicht in einen Topf mit Russland und China geworfen werden'

Der inhaftierte Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Volkspartei (CHP) und Bürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, hat in einem auf der US-Plattform Politico veröffentlichten Artikel bemerkenswerte Einschätzungen zur aktuellen Lage der Beziehungen zwischen der Türkei und der EU dargelegt. In seinem aus dem Gefängnis Silivri verfassten Text argumentierte İmamoğlu, dass seine Inhaftierung über einen persönlichen juristischen Prozess hinaus ein Indikator für den demokratischen Bruch in der Türkei und die deutlich gewordenen Probleme bei der Annäherung an die EU sei.

İmamoğlu erklärte, dass der seit Jahren verfolgte offizielle Beitrittsprozess faktisch blockiert sei, und betonte, dass es den geopolitischen Realitäten widerspreche, wenn die EU die Türkei zeitweise auf dieselbe politische Ebene wie Russland und China stelle. „Die Türkei wie Russland und China zu bewerten, widerspricht den eigenen Interessen der EU“, so İmamoğlu, der darauf hinwies, dass sein Land historisch und institutionell tief mit Europa verbunden sei.

In seinem Artikel äußerte sich İmamoğlu wie folgt zu den Beziehungen:

„Die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU sind seit Jahren frei von Aufrichtigkeit und Ausgewogenheit. Der offiziell seit 1999 laufende Beitrittsprozess ist weitgehend inhaltsleer geworden. Der Beitrittsprozess läuft zwar auf dem Papier weiter, ist aber politisch seit langem festgefahren. Während die türkische Regierung die Vollmitgliedschaft weiterhin als strategisches Ziel bezeichnet, untergräbt sie gleichzeitig die Grundlage dieser Beziehung, indem sie die demokratische Politik und Institutionen schwächt sowie die Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte aushöhlt.“

İmamoğlu wies zudem auf zwei wichtige Entwicklungen hin, die in jüngster Zeit in den Beziehungen zwischen der Türkei und der EU in den Vordergrund gerückt sind. Die erste ist der jüngste Entwurf des Berichts des Europäischen Parlaments zur Türkei, die zweite sind die Äußerungen der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die die Türkei auf dieselbe Ebene wie Russland und China stellte.

„Auf den ersten Blick mögen dies getrennte Themen erscheinen, aber sie deuten tatsächlich auf dasselbe Problem hin: das Fehlen eines glaubwürdigen und geteilten Engagements für eine gemeinsame Zukunft. Die EU schwankt in ihren Beziehungen zur Türkei zwischen Prinzipien und Interessen und kann keine strategische Vision vorlegen. Die Türkei hingegen hat es versäumt, das demokratische Vertrauen zu schaffen, das den Anspruch auf eine gemeinsame Zukunft aufrechterhalten könnte“, so İmamoğlu, der betonte, dass die Türkei als Gründungsmitglied des Europarates Teil der europäischen Institutionen in den Bereichen Recht, Demokratie und Menschenrechte sei.

İmamoğlu wies darauf hin, dass der Bericht des Europäischen Parlaments auf den zunehmenden Druck, den demokratischen Rückschritt und die wachsenden Einschränkungen der Opposition in der Türkei in den letzten Jahren aufmerksam mache, und betonte, dass die Probleme nicht nur auf die Stagnation des Beitrittsantrags beschränkt seien, sondern auf die allgemeine Ausrichtung der EU-Türkei-Beziehungen und das Fehlen einer gemeinsamen Vision hindeuteten.

„Die Türkei sollte nicht vor der Tür der EU warten gelassen werden.“

İmamoğlu argumentierte, dass sich die Krise in den Beziehungen zur EU auch auf die Innenpolitik der Türkei auswirke, und erklärte, dass Praktiken, die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit untergraben, dazu führten, dass die Grundlage gemeinsamer Werte mit der EU erschüttert werde.

VON DER LEYENS WORTE UND DIE HALTUNG DER EU

Wie man sich erinnert, hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einer Veranstaltung in Hamburg betont, dass Europa nicht russischem, türkischem oder chinesischem Einfluss überlassen werden dürfe, und erklärt: „Wir müssen den europäischen Kontinent vervollständigen, damit er nicht unter russischen, türkischen oder chinesischen Einfluss gerät. Wir müssen größer und geopolitischer denken.“

Während diese Äußerungen in der Öffentlichkeit für Diskussionen sorgten, unterstrich die Sprechergruppe der Europäischen Kommission die Rolle der Türkei innerhalb der NATO sowie ihren Status als EU-Beitrittskandidat und bezeichnete Ankara als unverzichtbaren Partner in der regionalen Wirtschaft und Politik.

In seiner Botschaft an die europäischen Institutionen und EU-Führer rief İmamoğlu dazu auf, die Türkei nicht anhand der Probleme zu bewerten, die von autoritären Herrschern verursacht werden, sondern anhand ihrer gesellschaftlichen Realitäten und historischen Bindungen. Er bekräftigte die Betonung: „Was die Türkei von der EU entfernt, ist nicht die Geografie, sondern die in letzter Zeit zunehmende Autoritarisierung“, und unterstrich, dass das Land sich im Wesentlichen auf der Grundlage von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten mit Europa treffen müsse.

Abschließend erklärte İmamoğlu, dass sie die Beziehungen der von ihnen zu regierenden Türkei zur EU auf eine Grundlage gegenseitigen Nutzens und der Gleichberechtigung stellen wollen, in einem Rahmen, in dem Freiheiten und Rechtsstaatlichkeit gestärkt werden, und bewertete: „Die Türkei sollte nicht vor der Tür der EU warten gelassen werden, es muss ein klarer und prinzipientreuer Fahrplan festgelegt werden.“


Nachrichtenquelle: 12punto

Ekrem İmamoğlu